Nach seiner schlagzeuglosen Zeit wechselte John Mayall seine musikalische Richtung und Musiker abermals (lediglich der klasse Bassist und Ex-Canned Heat Larry Taylor blieb an Bord). Neu dazu kamen die Jazzer Blue Mitchell (trp), Clifford Solomon (sax), Ron Selico (dr) und Freddy Robinson (g), die nicht im Studio, sondern ihre "Jazz Blues Fusion" Ende 1971 live einspielten. Und das Ergebnis war fantastisch. Die Band spielte hervorragend zusammen und die Songs des Albums waren durchgängig klasse. Zudem zeigte John Mayall mit seinem erneuten Richtungswechsel wiederholt seine Kreativität, die in diesen Jahren kein Ende zu nehmen schien.
Mir gefällt am besten "Good Times Boogie" (8 Min.), eine Mischung aus Swing und Blues, bei dem alle Musiker ihr Können ausspielen und sich in dem Song reine Spannung bis zum Ende aufbaut. Das Zusammenspiel der Bläser mit dem Rest der Band ist nahezu perfekt und harmoniert ebenso mit Gesang und Harp von John Mayall. Bei "Exercise in C Major" (8 Min.) stehen Harp, Bass und Drums im Vordergrund, bevor dann gegen Ende die ganze Band einsetzt. "Dry Throat" ist ein Slow Blues für Piano und die Bläser ebenso wie "Got to be this way"mit einem tollen Zusammenspiel der Bläser und Harp. Auch die restlichen 3 Titel sind absolut hörenswert (ich besitze die LP seit ihres Erscheinens 1972). John Mayall hätte ruhig hiervon mehr veröffentlichen können.
Vom Klang der Aufnahmen gibt es wirklich nichts zu beanstanden, auch die LP war 1972 schon sehr ordentlich. Was der CD leider fehlt, ist ein nettes Booklet mit Info's zu den Konzerten.
Der Ausflug in den Jazz hielt noch zwei weitere Live-Alben an (
Moving on Ten Years Are Gone), dann war wieder ein musikalischer Richtungswechsel angesagt. Von den erwähnten CD's halte ich "Jazz Blues Fusion" unbedingt für die beste.
Fazit: Diese CD gehört ohne Frage in eine John Mayall-Sammlung.