Die Jambox basiert akustisch mehr oder weniger auf der selben Basis wie der
FoxL von Soundmatters. Beide Lautsprecher sind mit speziellen von Soundmatters eigens entwickelten "Twoofern" bestückt, die nicht nur für die Höhen zuständig sind, sondern auch mit niedrigen Frequenzen schwingen können. Um die Basswiedergabe zu verbessern (ein Bassreflexkanal wäre bei solch einem kleinen Gehäuse viel zu lang) treiben die Twoofer zusätzlich auch einen eigenen hinten angebrachten Passivradiator an, der die Masse des eingebauten Akkus "missbraucht", um auf die richtige Frequenz getuned zu werden.
Das ganze System ist ziemlich beeindruckend, da es bei kleinstem Gehäuse einen dennoch vollen Klang erlaubt, zusätzlich prahlt Aliph für die Jambox ein steiferes verbessertes Gehäuse verwendet zu haben, das auch besser als das von Soundmatters klingen soll.
Nun, ich habe beide Geräte vor mir und kann mit Sicherheit sagen, dass der Foxl besser klingt. Nur bei wirklich hohen Lautstärken kommt der Foxl etwas früher an sein Limit, wo die Jambox doch noch halbwegs erträglich klingt. Die Unterschiede sind jedoch nicht derart gross, denn beide klingen bei hoher Lautstärke nicht wirklich überzeugend.
Das Besondere am Foxl ist, dass er extrem klein ist, und auch in einer Hosentasche Platz hat. Dass Soundmatters es geschafft hat, bei dieser Gehäusegröße eine solch beeindruckende Klangfülle zu packen, ist wirklich überraschend. Die Jambox klingt nicht besser, im Bassbereich sogar schwächer, ist aber bereits erheblich größer. Das Gehäuse von der Jambox ist vor allem deutlich dicker, die Jambox schnell mal in die Hosentasche zu packen ist beinahe nicht mehr möglich. Soundmatters hingegen hat versucht den Foxl wirklich so klein wie möglich zu gestalten. Dass der Foxl sogar besser als die Jambox klingt, hat mich dann doch ziemlich überrascht.
Die Jambox klingt im Bassbereich flacher, vor allem bei leisen Lautstärken klingt sie etwas blass und wenig beeindruckend, auch bei den Mitten ist der Foxl klarer, er klingt irgendwie runder und ernstzunehmender, aber auch angenehmer und kann sich bei leisen Lautstärken besser behaupten. Der Foxl klingt bei normalen Lautstärken direkter und teurer. Vor allem die bassseitige Abstimmung ist beim Foxl besser gelungen.
Die Jambox hat auf jeden fall das ansprechendere und benutzerfreundlichere Design: zwei große Lautstärketasten an der Oberseite sowie die Rufannahmetaste, ein Einschaltknopf an der Seite, der gleichzeitig fürs Pairing verwendet wird, das wars. Beim Foxl sind die Lautstärketasten hinten, der Pairingknopf vorne, ein USB-Anschluss rechts, der Stromanschluss links usw. Das ganze wirkt beim Foxl etwas chaotisch. Ich habe mir sowieso angewöhnt die Lautstärke direkt am Zuspieler zu regeln. Der Foxl hat von Haus aus eine relativ hohe Basislautstärke, sodass ich beim Zuspieler nie ans Limit komme, da dies bereits zu laut ist, bzw der Lautsprecher bereits verzerrt. Die Jambox merkt sich übrigens die zuletzt gewählte Lautstärke auch nach dem Ausschalten, sodass hier die Lautstärketasten tatsächlich Sinn machen.
Vom Akku spielen beide Foxl und Jambox ähnlich lang, ich habe bereits beide deutlich über 10 Stunden bei höherer Lautstärke betrieben, wobei ich Bluetooth nicht verwendet habe.
Was mich besonders gestört hat, sind die unnötigen Geräusche oder Ansagen, die die Jambox in gewissen Situationen macht. Die Ansagen kann man deaktivieren oder die Stimmen tauschen, benötigt dazu aber ein Mytalk-Konto bei Jawbone und muss das Gerät am Rechner anhängen. Leider kann man die einschalt/ausschalt Töne nicht komplett ausschalten. Diese ertönen immer in der vollen Lautstärke. Wenn man die Jambox mal am Abend oder in der Nacht verwenden will, muss man damit rechnen, dass der Lautsprecher beim Einschalten kurz losplärrt, für mich völlig unverständlich.
(Nachtrag: mit dem letzten Software-Update über Mytalk kann man mittels einer Tastenkombination das Gerät nun auch ohne Ton ein/ausschalten)
Die Bluetooth-Verbindung funktionierte auf Anhieb mit allen Geräten, die ich ausprobiert habe. Die Klangqualität lässt natürlich etwas nach, im Vergleich zur Verbindung mit Kabel. Wer wirklich beste Qualität haben will, wird wohl das altmodische Kabel verwenden müssen, Bluetooth klingt nämlich teilweise wie ein stärker komprimiertes MP3-File. Mitgeliefert ist übrigens auch ein längeres stylisches und farblich abgestimmtes Flachkabel mit 3,5mm Klinke vorn und hinten.
Die Jambox ist auf jeden Fall ein gut klingender kompakter Lautsprecher, der die meisten anderen (preiswerten) Lautsprecher dieser Größe, aber auch deutlich größere klanglich locker schlägt. Leider ist er aber auch viel zu teuer für das Gebotene. Verglichen mit dem Foxl von Soundmatters, ist der Foxl mit Sicherheit die bessere Wahl, wer einen möglichst guten Klang bei möglichst kleinen Abmessungen benötigt. Am Netzgerät spielt der Foxl sogar etwas lauter als die Jambox, nur bei Akkubetrieb fällt die maximale Lautstärke früher zusammen.
Die Jambox ist einfach schon zu groß, um bei dieser Größe klanglich noch zu beeindrucken. Wer nicht unbedingt Bluetooth benötigt, gibt es erheblich günstiger und nur unwesentlich größer von Sharp einige portable Lautsprecher mit Iphone-Dock, die doch um einiges besser klingen. Auch der S125/S135i von Logitech klingt bei unerheblich größerem Gehäuse ähnlich, mit etwas mehr Bass im oberen Bereich, dafür nicht ganz so druckvoll und dynamisch wie Foxl oder Jambox. Der Logitech kostet aber auch nur einen Bruchteil.
Die Jambox würde um einiges besser klingen, wenn der Klang dynamisch je nach Lautstärke angepasst würde. Bei leiseren Lautstärken könnte sie etwas mehr Bass vertragen, bei höheren Lautstärken könnte man vom Bass etwas mehr zurücknehmen, um Verzerrungen zu vermeiden. Gerade bei solch kompakten Lautsprechern, die nahe am akustisch möglichen Limit gebaut sind, helfen solche "Tricks" durchaus. Auch Hersteller wie Bose, Altec Lansing usw wenden dynamische Klanganpassung in ihren Lautsprechern an. Mir ist dieses Vorgehen jedenfalls lieber als ein verzerrter Klang.
Übrigens: Bei der ersten Jambox, die geliefert wurde, hat bei lauteren Basstönen das ganze Gitter mitgerasselt. Ich habe es nicht geschafft das Gitter zu stabilisieren. Ich habe zwar gemerkt, dass man die Gummibeschichtung oben und unten abnehmen kann, die ist einfach nur aufgesteckt, darunter befinden sich dann Torx-Schrauben zum Abnehmen des Gitters, jedoch hat es nichts gebracht, die Schrauben anzudrehen. Um den Preis erwarte ich mir da schon eine etwas bessere Qualitätskontrolle. Mein Austauschgerät ist diesbezüglich deutlich besser, aber wenn man genau hinhört, rasselt das Gitter bei bestimmten Frequenzen immer noch mit. Teilweise hört man aber auch Resonanzen bei mittleren Tönen. Aufgefallen ist es mir besonders bei lauteren E-piano Sounds, aber auch E-Gitarre wie sie z.B. George Benson spielt.
Auch erwähnenswert wäre, dass bei der Jambox die Stereokanäle links/rechts vertauscht sind, wobei mich persönlich das nicht wirklich stört, da man bei der Größe sowieso keine echte Stereoabbildung erhält, außer man hält sich den Lautsprecher direkt vor die Nase.
Update: Nach längerem und intensivem Vergleich zwischen Foxl und Jambox würde ich inzwischen sagen, dass der Foxl besser mit akustischer Musik, Jazz usw klingt. Mitten sind präsenter, Höhen etwas gedämpfter und der Bauch im Bassbereich gibt den Stücken einen zusätzlichen Schub. Die Jambox klingt hingegen besser mit Dance-Musik. Housekicks kommen aus der Jambox druckvoller ohne zu verzerren, und sie lässt sich auch lauter aufdrehen. Auch bei hohen Lautstärken ist die Verzerrung eher zurückhaltend und nur bei genauem Hinhören bemerkbar. Der Foxl hingegen verzerrt bei diesen Lautstärken schon ziemlich stark und wird teilweise sogar wieder leiser. Hier scheint ein Limiter eingebaut zu sein, der bei tiefen Frequenzen die Lautstärke begrenzt, die Jambox hat nichts dergleichen. Insgesamt gebe ich aber nach wie vor dem Foxl den Vorzug, wenn man nicht unbeding die höchste Lautstärke benötigt.
Trotz der Gummibeschitung tendiert auch die Jambox bei höheren Lautstärken zum Rumtanzen, ähnlich wie der Foxl. Beim Foxl wird hierfür eine spezielle Gummimatte beigelegt, die dies zu verhindern versucht, da sonst die Vibrationen direkt auf einem harten Untergrund unangenehme Nebengeräusche erzeugen.
Jambox und Foxl profitieren klanglich übrigens sehr von der Aufstellung. Direkt auf den Boden gestellt oder sogar mit einer Wand im Rücken, erreicht man auch im Freien eine zusätzliche Bassverstärkung. Der Logitech S125 z.B. klingt hingegen unabhängig von der Aufstellung beinahe unverändert, da das Lautsprechergehäuse geschlossen ist. Der hintere Passivradiator von Jambox und Foxl benötigt etwas Reflexionsfläche, um sich wirklich voll entfalten zu können. Besonders beeindruckend klingen die kleinen Dinger in einer Ecke im Bad oder so, völlig im Freien verliert sich der Klang etwas.
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