Inhalt
Die Serie beschreibt das Schicksal der Familie von Quindt und des Gutes Poenichen von 1917 bis nach dem Zweiten Weltkrieg. Leutnant Joachim von Quindt heiratet in Berlin die junge Vera von Jadow. Schon wenige Tage danach muss er zurück an die Front. Vera folgt ihren Schwiegereltern auf das Gut Poenichen, den Stammsitz der Familie. Während ihr Mann noch im Krieg ist, bringt Vera die Tochter Maximiliane zur Welt. Nun folgt die Serie dem Schicksal von Maximiliane, die ihren Vater nie kennen lernt, da der in den letzten Kriegstagen fällt. Ihre Mutter geht zurück nach Berlin und Maximiliane wächst bei den Großeltern auf.
Bildbewertung:
Mit der achten DVD-Box innerhalb der Reihe "Grosse Geschichten" veröffentlicht ARD-Video erneut eine höchst anspruchsvolle und überaus gelungene Literaturverfilmung.
Der Verfilmung von "Jauche und Levkojen" liegt der gleichnamige Roman von Christine Brückner (1921-1996) aus dem Jahre 1975 zugrunde. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass Christine Brückner nachdem, der Roman "Jauche und Levkojen" ein Bestseller geworden war, die Familiengeschichte der pommerschen Familie Quint, in zwei weiteren Romanen mit den Titeln "Nirgendwo ist Poenichen" (1977) und "Die Quints" (1985) weiter erzählte.
Auch der zweite Roman dieser Trilogie wurde bereits verfilmt und ist innerhalb der Reihe "Grosse Geschichten" auf der neunten DVD-Box durch ARD-Video im Januar 2009 zur Veröffentlichung gekommen. Die Produktion dieses TV-Mehrteilers erfolgte im Auftrag der Westdeutschen Rundfunkwerbung GmbH Köln (WWF) durch die Bavaria Atelier GmbH. Die Regie bei dieser Produktion lag in den Händen von Günter Gräwert (1930-1996). Als Autor und Regisseur war er an zahlreichen TV-Produktionen, wie zb. der 26-teiligen Serie "Kara Ben Nemsi Effendi" nach den Büchern von Karl May oder auch an einigen Episoden von "Der Alte" und "Derrick" beteiligt.
Am 14. August 1978 konnten die Zuschauer der ARD die Erstausstrahlung von "Jauche und Levkojen" erleben. Bei späteren Wiederholungen der Reihe im TV, wurden zum Teil mehrere einzelne Episoden zu einer Folge zusammengefügt. So kommen die oft verschiedenen Angaben zur Episodenanzahl und Laufzeit der Folgen zustande.
Die erzählte Geschichte, der fast drei Lebensjahrzehnte von Maximiliane von Quindt, wird in der Verfilmung in einer unwahrscheinlich persönlichen und nahegehenden Art vermittelt. Deutlich spürt man immer wieder, dass die Romanvorlage neben den fiktiven Inhalten, auch eine Aufarbeitung der Schriftstellerin mit eigenen Erlebnissen darstellt.
Neben der gut gelungenen, sich an die Romanvorlage haltenden Verfilmung, ist es auch die äußerst passende Wahl der Darsteller und deren schauspielerische Leistung, welche diese Verfilmung so sehenswert macht. Größen wie Arno Assmann (1908-1979), hier übrigens in seiner letzten großen Rolle als Joachim von Quindt oder auch Edda Seippel (1919-1993) als Sophie von Quindt und Ulrike Bliefert als Maximiliane von Quindt geben der Serie, neben vielen anderen, ebenfalls hervorragend agierenden Darstellern, eine ungeheure Kraft und Authentizität in ihrer Aussage, die überzeugt und ehrlich wirkt.
Auf der vorliegenden Veröffentlichung befinden sich auf den 3 DVD´s, bei einer Gesamtlaufzeit von ca. 375 Minuten, insgesamt 15 Folgen im Bildformat 4:3 Vollbild (1.33:1). Am Bild in seiner Qualität, sind die nunmehr über dreißig vergangenen Jahre seit seiner Produktion, nicht ganz spurlos vorbei gegangen. Eine gewisse Grobkörnigkeit, verbunden mit einem in seiner Intensität unterschiedlich bemerkbaren Grundrauschen im Bild, zeigt sich des Öfteren bei der Wiedergabe. Schärfe und Kontrast befinden sich in ihren Einstellungen in den zu erwartenden Werten einer Produktion aus der Zeit zum Ende der Siebziger hin. Gleiches trifft auch auf die Farben und ihrer zur Ansicht kommenden Qualität zu. Das Bild in seiner Qualität als Ganzes gesehen, kann für eine Produktion diesen Alters, als gut gelungen gewertet werden, zumal die wunderbar erzählten Geschichten der einzelnen Folgen, einen diese kleinen Mängel schnell vergessen lassen.
Tonbewertung:
Ein zumeist gut verständlicher Ton im Dolby Digital 2.0, ohne größere auffallende Mängel, wird von den DVD`s dieser Veröffentlichung angeboten. Er ist dem Alter der Produktion entsprechend, in seiner Qualität akzeptabel und kann auch mit seinen zum Teil leichten Schwächen in der Dynamik und Lebendigkeit beim Ton, immer noch als durchaus gelungen bezeichnet werden. Schade für die vielen Hörgeschädigten und Gehörlosen, das auf Untertitel verzichtet wurde. Extras gibt es bei dieser Veröffentlichung leider keine.
Gesamturteil:
Eine weitere interessante und gelungene Literaturverfilmung findet hier durch "ARD-Video" in der Reihe "Grosse Geschichten" mit "Jauche und Levkojen" ihren wohlverdienten und passenden Platz. Die beeindruckend inszenierte und erzählte Geschichte in der Verfilmung, zeigt über fast drei Jahrzehnte die Ereignisse und Geschehnisse im Leben von Maximiliane von Quindt, ihrer Familie, aber auch jener Zeiten zwischen und in zwei Weltkriegen. Empfehlenswert.
Autor: Torsten