Eins vorweg: Den Vergleich mit einschlägigen Druckwerken der griechischen Mythologie muss der Film nicht scheuen. Klar, hier und da ist die Geschichte etwas verkürzt, aber das was gezeigt wird, stimmt.
Jason, ein Königssohn, will das von seinem Vater abgenommene Königreich wieder in seine Gewalt bringen und von dem Tyrann befreien. Diesem läuft er über den Weg, ohne ihn zu erkennen und lässt sich von ihm auf die Suche nach dem Goldenen Fließ schicken. Der Tyrann, der Jason natürlich erkannte, hofft dadurch ihm möglichst lange aus dem Weg gehen zu können, denn die Götter haben ihm prophezeit, Jasons Tod wäre auch seiner. Auf seiner Suche nach dem Goldenen Fließ muss Jason mit den Argonauten die gebirgsgroße Metallstatue des Talos bezwingen, durch die Schlagenden Felsen fahren und die Hydra bezwingen.
Ein kleines Augenzwinkern entlockt der Film, wenn mann erkennt, dass die Helden und Menschen des griechischen Lebens nichts weiter als Marionetten der Götter für deren Spielgelüste sind. Denn sie helfen Jason (Hera) oder wollen ihn auf seinem Weg behindern (Zeus) und das alles nur, weil die beiden Götter ein kleines Brettspiel miteinander ausfechten.
Der Film ist von 1963 und die Trickkiste, in die die Filmemacher griffen, ist enorm. Heute wirken Monster in Filmen real und die Knetgummimodelle dieses Filmes können in dieser Kategorie natürlich nicht mithalten. Die Figuren sind allerdings so liebevoll zum Detail modelliert und mit der Stop-Motion-Technik zum Leben erweckt worden, dass es eine wahre Freunde ist, dem zuzusehen. Wer sich von einer realen Figurendarstellung, wie sie heute üblich ist, trennen kann, wird einen enorm kurzweiligen und spannenden Film erleben, dessen roter Faden sich vom Anfang bis zum Ende zieht. Er ist deutlich besser produziert als etwa Kampf der Titanen aus dem Jahr 1981.
Die Alterseinstufung von 12 Jahren halte ich heute für etwas verfehlt, denn auch wenn gemeuchelt wird, geschieht dies alles außerhalb des Bildschirmrandes und man sieht davon nichts. Man sollte sich schon genau überlegen, wem man den Film zeigt, aber gemeinsam mit dem 7- oder 9-jährigen Kind, das an der griechischen Sagenwelt interessiert ist, kann man den Film sehen. Und wenn's wirklich mal zu spannend wird, kann der oder die Kleinen seinen Kopf in Mamas Schoß pressen. Viel Spaß.