Das Buch ist spitze. In meiner Familie hat es mittlerweile jeder einzelne, da es beim sonst üblichen gegenseitigen Büchertausch regelmäßig Streit gab, wer dieses Buch haben durfte.
Es werden zunächst verschiedene öffentliche japanische Gärten weltweit vorgestellt. Diese sind aufgrund ihrer Größe Inspiration, nicht 1:1 Ideen für den eigenen Garten. Danach wird der Leser auf typische Gestaltungselemente in japanischen Gärten aufmerksam gemacht - durchaus anregend für den eigenen Garten. Sehr rudimentär wird auf die Anlage verschiedener japanischer Gartenstile eingegangen (Teigarten, Trockenlandschaftsgarten, Teegarten), und abschließend dann auf die wichtigsten Pflanzen für einen Japangarten, mit Bildern und Kurzbeschreibung.
Faszinierende Bilder beschäftigen den Leser abendfüllend - eine gute Lektüre, um Ideen zu sammeln, die in europäischen (!) Gärten auch tatsächlich Realität werden können.
Noch dazu stimmt der Preis. Klar, wer eine Anleitung braucht, wie er einen Gartenplan anlegt, wer seinen Garten ansieht und keine Ahnung hat, wo er Sichtschutz braucht, wo Offenheit, wo Geborgenheit, der ist mit diesem Buch nicht ausreichend bedient, aber für Menschen, die ausreichend Phantasie und Gespür für ihren Gartenraum besitzen, sollte es eine Leichtigkeit sein, Ideen auf das eigene grüne Reich zu übertragen. Letztendlich geht es bei der konkreten Gartengestaltung ja auch um ein Gespür für Schönheit und nicht um eine technische Bauanleitung. Es ist also, als solle uns ein Buch über Kunst die Anleitung geben, wie wir Künstler werden - meines Erachtens unmöglich.