Anne Wilson hat eine Menge Kochbücher geschrieben, und die meisten sind sehr handlich. Auch das Büchlein Japanisch und koreanisch kochen hat nur 64 Seiten.
Besonders gut gefällt mir an dieser Publikation, dass die einzelnen Rezepte mit dem jeweiligen Schwierigkeitsgrad vorgestellt werden. So bedeutet das Symbol "1 Reisschüssel" ein Rezept für Anfänger, die Rezepte mit "2 Reisschüsseln" wenden sich an "weniger erfahrene Köche" und "3 Reisschüsseln" richten sich an "erfahrene Köche". Für Wissensdurstige und Anfänger ist auf S. 2 ein sehr nützliches Glossar abgedruckt, das verschiedene Fachbegriffe der japanischen bzw. koreanischen Küche kurz erklärt. So findet man hier die Information, daß es sich bei Miso um eine fermentierte Sojabohnenpaste handelt, die "eine Grundzutat der japanischen Küche" darstellt. Nori-Blätter sind eine rohe oder geröstete Form von getrocknetem Seetang mit leicht nussigem Aroma, die wegen ihres hohen Gehalts an Jod sehr gesund sind. Bei dem grünen Wasabi handelt es sich um eine "pikante Paste aus der Wurzel der Wasabipflanze (Meerrettich)", die sehr scharf ist. Andere Bestandteile der asiatischen Küche wie Ingwer, Sake oder Sesamkörner sind auch in unseren Breitengraden hinlänglich bekannt. Auf der rechten Seite findet man die dazugehörigen kleinformatigen Abbildungen, so dass man nicht allein auf die relativ kurzen Texterläuterungen angewiesen ist.
Was meine speziellen Rezeptempfehlungen angeht, so habe ich die Qual der Wahl. Zu meinen Favoriten zählen in jedem Fall die Sushi-Röllchen, vor allem die mit frischem Sashimi-Thunfisch, den man nur im Fischgeschäft seines Vertrauens kaufen sollte. Wenn mir nicht nach Fisch, sondern nach Geflügel ist, bereite ich häufig "Yakitori" (= Hühnchenspieße) zu, die mit einer würzigen Sauce glasiert werden und schon optisch eine Augenweide sind. Auch "Garnelen-Tempura" ist eine sehr leckere Angelegenheit, allerdings nicht ganz billig und zudem nicht für Anfänger geeignet. "Sukiyaki" (= heißer Topf mit Rindfleisch, Gemüse und japanischen Nudeln) erfordert einiges Geschick, weswegen sich dieses Rezept gleich über zwei Doppelseiten erstreckt und mit sehr ausführlichen Anleitungen versehen ist.
Sehr gut finde ich, dass dieses handliche Kochbuch auch viele Basisinfos enthält, z.B. über die korrekte Zubereitung von Reis. Größere Kritikpunkte konnte ich an diesem Buch mit den vielen schönen Fotos und Illustrationen nicht entdecken, da alle Rezepte anschaulich erklärt und bebildert sind. Die vielen Zusatzinfos im Glossar sind zudem interessant zu lesen und vor allem für Kochanfänger eine echte Hilfe. Mit der Rezeptauswahl bin ich ebenfalls sehr zufrieden, wenn ich einmal davon absehe, dass ich ein paar Anregungen für Desserts vermisse. Insgesamt tut dieser kleine Mangel dem Kochbuch aber keinen Abbruch, zumal es preislich sehr günstig ist. Ich kann es daher weiterempfehlen.