Der Titel trifft den Inhalt des Buches recht genau, es entspricht im Grunde einem Reiseführer, wie man ihn vor Antritt einer Reise liest, nur listet er keine Hotels, Restaurants etc. auf, sondern gibt einen fundierten Einblick in kulturelle Phänomene Japans. Dabei handelt er keine Klischees ab, sondern erläutert alltägliche Dinge in 12 Essays, die allesamt von Japanologen geschrieben wurden. Die Themen umfassen zuihitsu [jap. Essay-Literatur], mai bukku [Trend zum selbstgeschriebenen Buch], Gedichte auf Steinen, (Werbe-)Inschriften, mod. Theater, Takarazuka-Revue [weibl. Musical-Theater], Pop-Lieder, jap. Kino, erotische Magazine, Manga [Comics], Anime [Zeichentrick] und Science Fiction in Japan. Bei der Auswahl der Themen fällt auf, dass der interessierte Japan-Besucher all diese Elemente durch genaueres Hinschauen auch im Land wiederfinden kann, und so mithilfe des Buches einen Blick hinter die Fassaden werfen kann.
Je nach Thema kann man auch als vorgebildeter Leser einiges Neues erfahren, im Großen und Ganzen beschränken sich die Themen aber auf Einführungen. Negativ aufgefallen ist mir, dass in manchen der Essays viele Seiten auf Beschreibungen von exemplarischen Beispielen verwandt werden, die dann nur bedingt in einen größeren Kontext gerückt werden. In solchen Fällen war ich mir nicht immer sicher, was ich über das konkret besprochene Beispiel hinaus über das allgemeine Thema erfahren hatte. Dies ging auch oft mit einem etwas umständlichen "wissenschaftlichen" Schreibstil einher, wie er für universitäre Publikationen typisch ist. Dies ist jeodch stark vom jeweiligen Autor abhängig.
Die meisten Essays enthalten einige schwarz-weiße Photos, dazu gibt es acht Farbseiten.
Ich würde dieses Buch auf jeden Fall empfehlen für Japan-Interessierte und zukünftige Besucher, die etwas mehr vom Land erfahren wollen, als man durch das Abklappern der gängigen Sehenswürdigkeiten erfährt. Es öffnet einem den Blick für Phänomene, die man sonst in der Fülle des Fremden übersieht oder sich von alleine nicht erklären kann.