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Jane Eyre - Die Waise von Lowood
 
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Jane Eyre - Die Waise von Lowood

Orson Welles , Elizabeth Taylor , Robert Stevenson    Freigegeben ab 6 Jahren   DVD
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Darsteller: Orson Welles, Elizabeth Taylor, Joan Fontaine
  • Regisseur(e): Robert Stevenson
  • Format: Dolby, HiFi Sound, PAL
  • Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 2.0)
  • Untertitel: Deutsch, Englisch
  • Region: Region 2
  • Bildseitenformat: 4:3 - 1.33:1
  • FSK: Freigegeben ab 6 Jahren
  • Studio: Alive - Vertrieb und Marketing/DVD
  • Erscheinungstermin: 4. Juni 2010
  • Produktionsjahr: 1944
  • Spieldauer: 93 Minuten
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
  • ASIN: B003GC583I
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 10.788 in Filme & TV (Siehe Top 100 in Filme & TV)

Rezensionen

VideoMarkt

Nach einer harten Kindheit im Waisenhaus tritt die junge Jane Eyre eine Stelle als Erzieherin auf Thornfield Hall an. Dort soll sie das Mündel des mürrischen Edward Rochester unterrichten. Obwohl dieser überaus aufbrausend ist, verliebt sich Jane in ihn. Sie hilft ihm dabei, seine menschliche Ader zu entdecken, und bringt ihn schließlich soweit, ihr einen Antrag zu machen. Doch Jane ahnt nicht, dass Edward Rochester ein dunkles Geheimnis hat.

Produktbeschreibungen

Jane Erye (Joan Fontaine) lebt bei ihrer verhassten Tante. Eines Tages wird sie jedoch auf eine Mädchenschule abgeschoben. Dort angekommen wird sie vom Leiter der Institution, schlecht behandelt und gequält. 10 Jahre später, nach einer harten Ausbildung, soll Jane für die Mädchenschule unterrichten. Doch sie hat nicht vor zu bleiben, und beschließt nach einer Annonce, auf dem Anwesen von Edward Rochester als Erzieherin zu arbeiten. Neben dem selten anwesenden Hausherren, scheinen noch weitere Geheimnisse in dem Haus verborgen

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26 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Dies ist die filmisch beste Adaption von Charlotte Brontè`s Roman (wenn auch vielleicht nur bedingt für Hardcore Fans des Buches geeignet).
Der Film , der zu Hollywoods "schwarzer Ära" entstand präsentiert sich als düsteres Schauermelodram zwischen nebeligen Gemäuern und zeigt sowohl Anklänge an den Gothic-Horrorfilm als auch den deutschen Expressionismus der Stummfilmzeit.
Die imposante Besetzung trumpft mit einem dämonischen Orson Welles auf
und mit Joan Fontaine (Rebecca) in einer für sie typischen Frauengestalt.
Außerdem ist die blutjunge Elisabeth Taylor in einer Nebenrolle zu sehen und ihre Kinderstar-Kollegin Margaret O`Brian glänzt als Orson Welles Mündel.

Der Film der eigentlich der 20. century Fox obliegt wurde nun erfreulicherweise von einem kleineren Anbieter digitalisiert, wobei man für das digitale Remastering wohl gutes Ausgangsmaterial einsetzen konnte.
Die Bildqualität ist gemessen am Alter des Films als sehr gelungen anzusehen und macht beim Anschauen durchweg Spaß. Weder Verunreinigungen
noch größere Rauschflächen stören hier das Vergnügen.
Ähnlich gelungen ist auch der deutsche Ton, welcher übrigens die originale Kinosynchro von 1947 enthält und für sein Alter mehr als passabel klingt (logischerweise in Mono).
Der englische Ton liegt ebenfalls vor und kann auf Wunsch auch mit deutschen Untertiteln genossen werden.
Als Bonus sind der Trailer sowie eine Bildergalerie enthalten.

Fazit: Alles in allem eine hoch erfreuliche Veröffentlichung in einwandfreier Qualität für ein filmisches Kleinod, welches vom
Bezahlfernsehen leider sträflich vernachlässigt wird.
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Tanja Heckendorn TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Dieser Film aus dem Jahre 1944 macht dem berühmten Klassiker aus der Feder von Charlotte Bronte alle Ehre, auch wenn mit der Romanvorlage aus dem 19. Jahrhundert ziemlich frei umgegangen wird. Das Schicksal der mutigen und standhaften Waisen, die unter lieblosen und gesundheitsschädlichen Bedingungen aufwächst und trotzdem einen eigenständigen Weg wählt, für den sie ihr ganzes Herz gibt, hat schon viele bewegt. Die Geschichte einer gesellschaftlich eigentlich unmöglichen Liebe zu ihrem Dienstherrn Edward Rochester, der selbst ein düsteres Geheimnis bewahrt, wird hier denkbar dramatisch und gleichzeitig unwiderstehlich in Szene gesetzt. Dieser Mr. Rochester, meisterlich dargestellt von Orson Welles, ist temperamentvoll, ungehobelt, leidenschaftlich - genau wie man ihn sich wünscht. Die charakterfeste Jane Eyre ist sein Gegenstück, wie Joan Fontaine eindrücklich zeigt. Ihre sprechenden Blicke sagen oft mehr als viele Worte und es ist kein Wunder, dass die Kamera wie fasziniert auf den Gesichtern der Hauptdarsteller verharrt.

Als die kleine Jane Eyre eines Tages von dem bis dahin unbekannten Mr. Brocklehurst erfährt, dass sie das Haus ihrer Tante verlassen soll und in seiner Schule einen neuen Anfang machen soll, freut sich die Kleine. Sie hat keine Vorstellung von den unmenschlichen Zuständen des Instituts Lowood. Doch hier findet Jane endlich eine richtige Freundin, nämlich die sanfte Helen Burns (Liz Taylor) mit dem wunderschönen Haar. Als die liebe Seele nur allzu schnell ihr durch die schlechten Lebensbedingungen aushaucht, ist Jane untröstlich. Ein Arzt gibt ihr jedoch guten Rat und die Heldin beginnt ihren eigenen festen Glauben zu entwickeln, unbeeindruckt durch das fanatische und heuchlerische Verhalten von Mr. Brocklehurst. Nach zehn Jahren in Lowood gelingt es ihr durch eine Annonce eine Stelle als Erzieherin von Thornfield Hall zu übernehmen, ein düsteres und beeindruckendes Anwesen, das von Mrs. Fairfax verwaltet wird und dem zunächst abwesenden Mr. Rochester gehört. Jane gefällt es in ihrer neuen Stellung und sie unterrichtet das Mündel des Hausherrn, die kleine Adele mit Freude. In einer nebligen Stunde, als wie aus dem Nichts ein Reiter auf seinem Pferd vor Jane auftaucht, trifft unsere Heldin Mr. Rochester zum ersten Mal. Der Hausherr entwickelt ein Interesse an dem jungen Mädchen mit der alten Seele. Obwohl er oft ungehobelt und beinahe grob auftritt, ist auch Jane von dem seltsamen Herrn fasziniert. In einer Nacht wird Jane durch seltsame Geräusche aufgeweckt. Sie findet eine Kerze vor ihrer Tür und sieht Rauch aus Mr. Rochester Zimmer kommen, dessen Bett bereit in Flammen steht. Beherzt rettet sie sein Leben. Dieses Ereignis scheint die Verbindung der beiden auf seltsame Weise zu verstärken und Jane erlaubt sich erstmals auf Liebe zu hoffen, doch am nächsten Tag ist Mr. Rochester abgereist und die beunruhigen Geschehnisse auf Thornfield bleiben zunächst ungeklärt...

Das Schwarz-Weiß-Bild trägt in diesem Fall sehr zu der spannenden und etwas unheimlichen Stimmung der Geschichte bei. Licht und Schatten werden sehr effektvoll eingesetzt. Kerzenlicht ist das einzige Leuchtmittel in der eindrucksvollen Burg und lenkt den Blick des Zuschauers sehr geschickt. Auch wird die Aufmerksamkeit auf einen einsamen Turm des Gebäudes gelenkt, wo eine seltsame Person ihr Unwesen treibt. Als Mr. Rochester in der Brandnacht diesen Teil des Hauses aufsucht, folgen wir Janes Blick als nach einander die einzelnen Fenster erleuchtet werden und wieder in Dunkelheit liegen. Die Musik wirkt manchmal vielleicht schon etwas zu dramatisch, was jedoch leicht zu verzeihen ist.
Wie bereits erwähnt, arbeitet die Kamera oft mit Nahaufnahmen der Hauptdarsteller, die in solchen Szenen wirklich alles geben. Natürlich kann nicht verborgen bleiben, dass Joan Fontaine eigentlich viel zu schön für ihre Rolle ist, aber sie trägt das Gewand der bescheidenen und aufrechten Armen mit großer Würde, was besonders augenscheinlich ist, als auf Thornfield eine große Gesellschaft mit Damen in exquisiter Kleidung statt findet. Auch die Darstellung durch die Kinder in diesem Film ist bemerkenswert, weil sie insgesamt sehr natürlich wirken und wirklich wie Kinder sprechen dürfen, sogar die altkluge Jane. Von der zauberhaften Schönheit Liz Taylors hätte man natürlich gerne noch mehr gesehen und in diesem Fall ist es auch bedauerlich, dass der Film ohne Farbe ist, denn die veilchenblauen Augen müssen hier der Phantasie überlassen werden.
Die Geschichte weicht vor allem nach Janes verpatzter Hochzeit stark von der Buchvorlage ab. Charlotte Bronte war es sehr wichtig, ein bestmögliches Gleichgewicht zwischen Jane und Edward herzustellen, auch in materieller Hinsicht. Dies wurde hier nicht berücksichtigt. Aber mit dieser Alternative werden vor allem eher romantische Gemüter auch gut leben können.
Während das Bild sehr angenehm und deutlich ist, kann der Ton nicht ganz überzeugen. Ein etwas unangenehmes Rauschen begleitet die Dialoge und die Musik, was natürlich dem Alter des Films geschuldet ist. Nichtsdestoweniger ist dieser Film aber für Liebhaber dramatisch-romantischer Geschichten und natürlich für alle Jane Eyre Fans uneingeschränkt zu empfehlen.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Tonio Gas TOP 1000 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Charlotte Brontës Roman "Jane Eyre" hat in meiner Ausgabe 592 Seiten, bei einem Layout, das mancher Verlag locker auf 800 Seiten strecken würde. So etwas auf gut 90 Minuten zu komprimieren, erfordert Geschick. Die vorliegende Verfilmung wird dieser Aufgabe zumeist gerecht. Eins-zu-eins-Verfilmungen sind sowieso meist die schlechtesten, weil Literatur und Film eine ganz eigene Sprache sprechen. Im vorliegenden Falle wurde ein Roman mit bewusst "filmischen" Mitteln adaptiert, und das steht der Geschichte gut an. Die zehnjährige Waise Jane kann ihrem Martyrium bei der Adoptivfamilie entkommen, nur um ein neues kennenzulernen, ein Internat. Dennoch wird sie die Zähne zusammenbeißen, um genug zu lernen, um in der Welt zurechtzukommen. Später gelangt sie (nunmehr von Joan Fontaine gespielt) als Gouvernante auf den Sitz des Sir Rochester (Orson Welles), der hinter seiner schroffen Art ein Geheimnis zu verbergen scheint.

Brontë schildert Jane als von Anfang an klug, selbstbewusst - es ist eigentlich eine Emanzipationsgeschichte. Genau so mutig stellt sich die Autorin gegen Bigotterie und "schwarze Pädagogik", und das Bewundernswerte an dem Roman ist, dass da eine Frau über etwas hellsichtig schrieb, als es von der Gesellschaft überhaupt noch nicht in Frage gestellt wurde. Der größte Fehler einer Verfilmung wäre, ihr den edlen Hauch eines Historienfilmes zu geben. Der Roman ist ja kein historischer Roman! Die Ich-Erzählerin Jane blickt zwar in der Anfangsphase um zwei, später um ein Jahrzehnt zurück, aber das ist eine sehr junge Vergangenheit, und die Aussagen waren beim Erscheinen des Buches ungemein modern. Eine Verfilmung, die 1944 um gut hundert Jahre zurückblickt, kann dem Buch nur gerecht werden, wenn sie ebenfalls modern aussieht, obwohl sie natürlich die Geschichte nicht ins Jetzt verlegen muss. Der vorliegende Film erreicht dies durch künstliche, expressionistische Verfremdungen statt eines Versuches originalgetreuer Authentizität einer Epoche. Der Beleuchter hätte einen Oscar bekommen müssen, er wirft nicht nur noir-artige Schatten (an den Bildrändern oft stark durch Weitwinkelobjektive vergrößert), sondern zaubert auch auf den Gesichtern mit Licht. Die kluge, emanzipierte Jane ist die Lichtgestalt. Das Gesicht des schwermütigen Rochester ist oft schwach ausgeleuchtet oder teils von Schatten bedeckt, die sich über die Wangen zum unteren Zentrum des Gesichts zu bohren scheinen und ihm die Kehle zuzuschnüren drohen. Die Kontraste sind scharf, die Gegensätze zwischen Hell und Dunkel extrem, ganz anders, als man noch wenige Jahre zuvor filmte. Schattengitter legen sich allenthalben auf die Figuren, heller Nebel wabert vor dunklem Hintergrund, die Außenaufnahmen sind klar Studiokulisse und die Innenbauten sind immer genau so groß oder erdrückend niedrig, wie es eher zum Drama als zur Authentizität passt. Der Film kann sich mit den großen expressionistischen Dickens-Verfilmungen von David Lean durchaus messen - und das von Robert Stevenson, einem nicht als eigenwilligen Auteur, sondern als späteren Disney-Zulieferer bekannten Regisseur! (Was keine Kritik sein soll, denn die Disney-Arbeiten sind wunderbar, in denen er seine gewisse Künstlichkeit unter ganz anderen Vorzeichen beibehalten hat, z.B. bei "Mary Poppins".)

Sicherlich ist der Verknappung geschuldet, dass die oben genannten Themen nicht immer so scharf akzentuiert werden können wie im Buch. Beispielsweise ist Janes Schulfreundin Helen (die junge Elizabeth Taylor) im Buch deutlicher als eine widersprüchliche Figur gezeichnet. Ihr gibt der christliche Glaube Kraft, alle Demütigungen zu ertragen, aber derselbe Glaube hat ihr das gesamte Selbstbewusstsein ausgetrieben, so dass sie gerade deswegen die ganzen Schusseligkeiten begeht, derentwegen sie gemaßregelt wird. Was sie also durch ihren Glauben zu ertragen gelernt hat, müsste sie ohne diesen Glauben gar nicht erst ertragen! Das war für eine Verfilmung in God's Own Country dann wohl doch zuviel. Leider neigt der Film stattdessen gelegentlich zum Überdeutlichen, wenn etwa in einem markanten Moment Gott quasi spontan kommentierend eingreift und mit einem Blitz einen Baum spaltet. Doch große Teile der kritischen, auch der religionskritischen Aussagen (Unauflöslichkeit der Ehe!) sind erhalten geblieben. Leider unter den Tisch gefallen ist eine herrliche Szene, in der Rochester als Zigeunerin verkleidet einer teils recht unsympathischen weiblichen Gesellschaft wahrsagt und ihr mit der nötigen Rochester-Mischung aus Zynismus, scharfsinniger Menschenkenntnis und schonungsloser Ehrlichkeit den Spiegel vorhält. Wenn ich auch bei allen anderen Kürzungen gnädig bin - was für eine Steilvorlage wäre das gewesen für den großen Orson Welles, das Allroundtalent, den charismatischen Magier! Ein echter Gewinn ist hingegen die Verknappung und Veränderung beim Tod der kleinen schwindsüchtigen Helen. Während im Buch Jane Abschied von ihr nimmt, bei ihr einschläft, um am nächsten Morgen woanders aufzuwachen, bleibt sie im Film bei Helen. Morgens sehen wir nur die beiden Hände, wie sie sich halten, dann drückt Janes Hand diejenige von Helen, um sie aufzuwecken - und wir ahnen dann schon, dass dies nicht mehr möglich sein wird. Jane schreit auf und rennt aus dem Zimmer - die Kamera ist die ganze Zeit nur auf den Händen bzw. dann nur noch auf Helens heller, schöner, toter Hand. Das ist eine mit Bedacht vorgenommene Änderung, die etwas sehr knapp und auf diese eine Einstellung reduziert erzählt, aber eine viel größere Wirkung hat, als wenn jemand Jane vom Tode Helens ERZÄHLEN müsste. Wir sehen nur, was Helen fühlt, wir sind Helen, erleben unmittelbar mit ihr mit.

Orson Welles hat als Rochester seine Paraderolle gefunden, und auch Joan Fontaine ist herausragend, von einer schlichten Schönheit, die der Rolle angemessen ist. Dabei gleitet das nie ins Statuarische ab. So hat sie beispielsweise sehr schön geformte Brauen, bei denen der Make-up-Artist sicherlich ein bißchen nachgeholfen hat. Doch anders als bei vielen Hollywood-Diven der damaligen Zeit sind sie nicht so gnadenlos ausgerissen und nachgezogen, dass an dieser ausdrucksstarken Stelle jegliche nuancierte Mimik unmöglich gemacht wurde. Achten Sie einmal auf die Brauen! Sie sind nicht lebloser Rahmen des Gesichts, sondern noch Teil der oft in bedeutungsvoller Bewegung befindlichen Partie zwischen Augen und Stirn. Jane Eyre, die emanzipierte Frau, die oft Haltung bewahren oder auch schlicht kuschen muss, sie wird in dieser Mischung aus Contenance und doch individueller Stärke und Emotion hervorragend von Jona Fontaine verkörpert (nicht nur wegen der Brauen!). Bemerkenswert gut ist ferner, wie eigentlich immer, die Musik von Bernard Herrmann. Wie in seinen bekannten Hitchcock-Soundtracks liebt er beispielsweise synkopische, beunruhigende Rhythmen, die zur Geschichte passend eingesetzt werden (kurz lang - kurz kurz lang - kurz kurz lang..., das "lang" wird betont und kommt jeweils eine Achtel vor den Zählzeiten zwei und vier. Damit ist es eine Synkope, d.h. eine betonte Note auf einem unbetonten Taktteil). Wenn ein Feuer von einer geisteskranken Person gelegt wird, fügt Herrmann den hohen Streichern immer neue in immer schrilleren Höhen hinzu, dass sich das fast schon wie das elektronische "Theremin" anhört, dessen hohes Vibrieren wenige Jahre später das Standardinstrument für "Verrückte" oder "unbekannte Gefahren" (oft aus dem All) wurde. Auch hier ist der Film also bemerkenswert modern!

Die DVD bietet eine gute Bildqualität, der deutsche Ton rauscht etwas, nennenswerte Extras gibt es keine, dafür aber auf Wunsch deutsche Untertitel. Ein lieber Dank an Tanja Heckendorn, deren Rezension mich zum Gucken des Filmes (und Lesen des Buches) inspiriert hat. Gerade Tanjas Ausführungen zur innovativen Lichtsetzung kann ich nur zustimmen!
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