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Jane Austen's Sense & Sensibility (Sinn und Sinnlichkeit) (2 Disc Set)
 
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Jane Austen's Sense & Sensibility (Sinn und Sinnlichkeit) (2 Disc Set)

Hattie Morahan , Charity Wakefield , John Alexander    Freigegeben ab 6 Jahren   DVD
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (35 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Darsteller: Hattie Morahan, Charity Wakefield, Dan Stevens, David Morrissey, Janet McTeer
  • Regisseur(e): John Alexander
  • Komponist: Martin Phipps
  • Format: PAL, Dolby, Surround Sound, Widescreen
  • Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 2.0)
  • Untertitel: Deutsch
  • Region: Region 2
  • Bildseitenformat: 16:9 - 1.78:1
  • Anzahl Disks: 2
  • FSK: Freigegeben ab 6 Jahren
  • Studio: KSM GmbH
  • Erscheinungstermin: 4. Dezember 2008
  • Produktionsjahr: 2008
  • Spieldauer: 175 Minuten
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (35 Kundenrezensionen)
  • ASIN: B00171SVHK
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 2.396 in Filme & TV (Siehe Top 100 in Filme & TV)

Rezensionen

Produktbeschreibung

Seit fast 200 Jahren rührt uns die Geschichte der Schwestern Elinor und Marianne Dashwood. Ein Zeichen dafür, dass die Themenwahl und Erzählweise der englischen Erfolgsautorin Jane Austen bis heute noch großen Zuspruch finden. Die BBC hat sich nun daran gemacht, all ihren populären Werken ein neues Gesucht zu geben. Mit wundervoll inszenierten und teils neu gestalteten Adaptionen, zu denen auch diese Version von „Sense and Sensibility“ gehört. Nach dem großartigen Erfolg des gleichnamigen Werkes von Star-Regisseur Ang Lee, das 1995 mit einer prominenten Schauspielerriege um Emma Thompson, Hugh Grant, Kate Winslet und Alan Rickman verfilmt wurde, geht es hier weniger um große Namen, als um eine zeitgemäße und mutige Umsetzung der Liebesgeschichte. Dabei sind die Hauptakteure gleich geblieben. Die jüngere Marianne Dashwood (Charity Wakefield) gibt sich hemmungslos ihren Träumereien hin. Ganz das Gegenteil ist ihre Schwester Elinor (Hattie Morahan), rational, im Familiensinn handelnd, bekommt nicht nur ihre Schwester Zweifel an Mariannes Fähigkeit zu wahren Gefühlen. Doch ihre beherrschte Art ist zunächst einmal sehr hilfreich als es darum geht, das Familienleben der Dashwoods neu zu ordnen. Nach dem plötzlichen Tod des Familienoberhauptes stehen die beiden Frauen mit ihrer Mutter (Janet McTeer) und der jüngeren Schwester Margaret (Lucy Boynton) scheinbar vor dem Nichts. Das Erbe, Norland Park, fällt an ihren Stiefbruder John (Mark Gatiss), dessen Frau Fanny (Claire Skinner) die bisherigen Bewohner nicht schnell genug vertreiben kann. In einem kleinen Cottage in Devonshire soll die Familie nun ihr Dasein fristen. Aus der Traum von einem sorglosen Leben und vermögenden Heiratskandidaten für die Dashwood-Mädchen. Doch die Liebe geht eben stets ihre eigenen Wege und Geld spielt dabei nun keine Rolle. So geschieht es schon vor ihrem Umzug, dass Elinor den Bruder ihrer verhassten Schwägerin trifft, einen gut aussehenden Mann namens Edward Ferrars (Dan Stevens). Auch er kann die junge Frau nicht so schnell vergessen. Kaum in Devonshire angekommen, machen sie jede Menge neue Bekanntschaften. Unter anderem auch die von Colonel Brandon (David Morrissey) und dem jungen John Willoughby (Dominic Cooper). Beide machen der schönen Marianne Avancen und sie kann sich vor Gefühlstaumel kaum retten. Als sie sicher ist, dass Willoughby ihr Auserwählter sein soll, verschwindet dieser plötzlich nach London. Nun ist die Welt ein einziges Jammertal für Marianne und jeder soll es wissen. Ihre Schwester Elinor übt sich hingegen wieder einmal in Zurückhaltung. Obwohl auch sie von Liebeskummer geplagt ist, schließlich hat ihr Ferrars scheinbar falsche Versprechungen gemacht, kommt kein Wort der Klage über ihre Lippen. So müssen noch viele Tränen geweint und viele Nächte durchwacht werden, bis sich auch für die Dashwood-Schwestern das Glück einstellt.

Die für einen Prime-Time-Emmy nominierte Neuauflage der BBC unter der Regie von John Alexander ist sowohl für Fans der Geschichte, als auch für Austen-Neulinge empfehlenswert. Andrew Davies, Drehbuchautor und Spezialist für historische Stoffe, hat der Geschichte einen ordentlichen Neuschliff verpasst, der das Werk aber keineswegs entstellt, sondern lediglich neue Akzente setzt. Schon jetzt herrscht Einigkeit, dass es sich um eine überaus gelungene Adaption handelt. Wie bei allen Inszenierungen zu diesem Thema, ist die liebevolle Ausstattung und die Detailgenauigkeit Ehrensache. Die historischen Kulissen und zeitgemäßen Kostüme machen den Film zu einem Fest für das Auge. Rundum gelungen und sehenswert.

Die Doppel-DVD von NewKSM präsentiert den Film in Deutsch (Dolby Digital 5.1) und Englisch (Dolby Digital 2.0) sowie im Bildformat 1.78:1 (16:9 anamorph). Untertitel sind in Deutsch verfügbar. Als Extras gibt es Interviews, Trailer, eine Bildergalerie sowie Filmo- und Biographien.



Jane Austen's Sense & Sensibility (Sinn und Sinnlichkeit)
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Movieman.de

Der Schlüssel, eine Buchadaption zu bewerten, liegt nicht darin, den Film mit vorherigen Verfilmungen zu vergleichen. Vielmehr sollte man auf das Quellmaterial blicken. Und genau darum hat diese Adaption von "Sense and Sensibility" auch Neues zu bieten, denn bei jeder Adaption fallen diese oder jene Elemente weg, so dass eine jede Verfilmung über ganz eigene Qualitäten verfügt. Hier fällt zum Beispiel auf, dass Elinor sehr gut besetzt ist, da Hattie Morahan rein äußerlich der Rolle gut entspricht und nicht zu alt für den Part erscheint. Die Umsetzung ist, wie man es von BBC-Produktionen gewohnt ist, aufwendig und wartet dementsprechend mit detailliert gearbeiteten Sets und einer schönen Inszenierung auf. Fazit: Die Geschichte mag bekannt sein, aber jede neue Umsetzung hat ihren eigenen Reiz.

Moviemans Kommentar zur DVD: Das Bild hat zurückhaltende Farben und wirkt etwas matt. Rauschen ist in erkennbarer Form vorhanden. Während Kompression und Kontrast gut wirken, scheint das Bild etwas unscharf. Bei 00:19:18 kann man in einer Totalen etwa sehr schön die Steine auf dem Boden und die Wiese dahinter sehen, doch detailreiche Feinzeichnung ist hier nicht wirklich gegeben. Bei Nahaufnahmen sieht das Ergebnis schon etwas besser aus. Die Vorlage ist frei von Schäden. Der Ton ist in der deutschen DD 5.1-Fassung am Besten, denn hier hat man auch schön eine Differenzierung der einzelnen Soundelemente. So hört man auf ansprechende Art etwa Vogelzwitschern, wenn sich Protagonisten im Freien bewegen. Im Deutschen fällt auf, dass der Hall der Stimmen im Hausinneren etwas stärker ausgeprägt ist. Das Bonusmaterial ist umfangreich ausgefallen. Der Audiokommentar wird vom Regisseur, der Produzentin und zwei Schauspielern bestritten, was Leerlauf großteils verhindert. Die Interviews mit dem Autor und der Produzentin geben tiefe Einblicke in die Produktion. Ansonsten gibt es mit schön geschriebenen Biographien, dem Trailer, einer Bildergalerie und einem Booklet fast übliche KSM-Standards. --movieman.de


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79 von 84 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von bearuth
Der Film:
Für mich ist dieser Film ein wunderschönes und traumhaft adaptiertes Meisterwerk - auf jeder Ebene und absolut jeden Cent wert! Das möchte ich gleich voraus schicken.
Durch die angenehme Länge des Filmes (satte 180 Minuten) jagt nicht ein Geschehen das andere, sondern die Geschichte wird langsam, detailreich und in unglaublich schönen Bildern, aufgerollt. Die Kameraführung, die Farben, die Musik, die Übergänge der Szenen, die Landschaften und die ausgezeichneten Schauspieler - alles ist harmonisch. Der Film ist neben der ja ohnedies bekannten und beliebten Geschichte, ein Augen und auch Ohrenschmaus. Die Musik ist edel und schön, niemals vordergründig, doch immer präsent. Jede Szene wird einem direkt entgegen gehoben, wunderschön musikalisch präsentiert. Meisterlich!!
Dieser Streifen ist nicht so sehr 'fröhlich-bunt-beschwingt' und die Darstellung der Marianne (Charity Wakefield) ist nicht ganz so intensiv, wie in dem Ang Lee/Emma Thompson Film von 1995, als vielmehr der ganze Film eher getragen ist, vielleicht etwas ernster - ohne natürlich den Humor zu vergessen. Man sollte aber nicht den Fehler begeht, diesen Film nur oberflächlich oder/und im Vergleich mit den anderen Adaptionen sehen, denn dann entgeht einem die Tiefe und Pracht der Geschichte, mit ihren, fast möchte ich sagen, opulenten Bildern. Ich finde, dass der Film im Ganzen gesehen, eine sehr gute Adaption des Buches ist, er liegt in 'Feeling' und Athmosphäre absolut in der Welt der J.A. und auch großteils genau an der Romanvorlage.
Aber es sind einige Freiheiten darinnen, die sehr behutsam dazugefügt wurden, gut hinein passen oder/und dem leichteren Verständnis der Figuren dienen. Szenen, die J.A. im Buch nicht hat, aber die wunderbare Übergänge schaffen oder das Gefühlsleben besser ausdrücken. Wie z.B. eine Szene in der Edward wild Holz hackt, um seinen Frust und die aufgestauten Gefühle unter Kontrolle zu bringen. *grins* Diese Szene hat mich in der Aussage an den 1980 erschienenen überaus witzigen Film, ,Der Gezähmte Widerspenstige', mit dem unvergesslichen Raubein Adriano Celentano und der aufgegenden Ornella Muti erinnert! Aber auch natürlich an Colin Firth in einem ähnlich nassen Hemdchen..:D!
Oder die Szene wo Willoughby mit Marianne in der Kutsche schnell den anderen davonfährt (Gartengesellschaft). Da nimmt er sie in das leerstehende Haus (Schloss) seiner Großmutter mit und zeigt ihr die Räume innen. Natürlich baut sich da auch eine leise sinnliche Athmorphäre auf, die dann in einem zarten Kuss endet. Die Szene ist nicht im Buch, skizziert aber das Wesen und den Charakter von Marianne sehr gut und natürlich auch die des jungen Mannes. Auch Elinor darf am Ende ihren Edward ganz liebevoll küssen, eine süße, saubere Szene die, wenn der Roman nicht in der berühmt-schönen aber auch kussfreien Regency Zeit geschrieben worden wäre, unsere allseits so verehrte und geliebte Jane Austen sicher eingebaut hätte. Die Geschichte von Elinor und Edward wird hier überhaupt ganz besonders lieblich dargestellt.

Die Figuren und ihre Darsteller:
Ich beschränke mich hier nur auf 4 Figuren, sonst würden die Ausführungen zu lange werden.

Ganz besonders berührt hat mich Hattie Morahan und ihre Darstellung der Elinor, die hier so wohltuend passt, wie meiner Meinung nach, in keinem anderen Film zuvor. Endlich ein junges Gesicht, frisch, sehr hübsch und trotzdem die Beherrschtheit in Person. Sie hat mich wirklich sehr tief beeindruckt! Wenn sie dann einmal weinte und die Gefühle doch an die Oberfläche kamen, füllten sich auch meine Augen mit Tränen. Sie hat einfach grossartig gespielt, alles spiegelt sich in ihren klaren Gesichtszügen wider. So sehr ich Emma Thompson mag und bewundere - diese junge Lady war perfekt für die Rolle.

Die junge Charity Wakefield spielt die Marianne ganz bezaubernd, natürlich und hingebungsvoll. Man (Frau) kann ihr die Lebensfreude und Leidenschaft abspüren, die sie so manchen Schritt fast zu weit gehen lässt. Ich finde aber, sie erinnert nur in der Frisur, ein wenig an Kate Winslet. Charity Wakefield ist vielleicht nicht ganz so ebenmäßig hübsch, wie diese. Doch das tut der Darstellung dieser Figur nicht den geringsten Abbruch, im Gegenteil, so wirkt sie fast noch authentischer. Auch wird hier in diesem Film sehr schön gezeigt, dass Marianne nach all ihren Irrungen und Wirrungen Colonel Brandon nicht nur als ,Notnagel' sieht, sondern durch ihren Reifungsprozess eine andere Sichtweise bekommt und ihn wirklich zu lieben beginnt.

Dan Stevens mimt den schüchternen und gebundenen Edward sehr gut, obwohl man seine Darstellung wirklich sehr vergnüglich mit der von Hugh Grant vergleichen muß. Die beiden sind vom Typ her ähnlich, nur dass mir persönlich dieser junge Schauspieler weit besser gefällt. Allerdings gab es gravierende schauspielerische Entgleisungen, denn die ,Grant-igen Augenblinzler' und sonstige physiognomisch gespielten Gleichheiten hätten nicht sein müssen. Dan Stevens hat selbst eine sehr anziehende Persönlichkeit und bräuchte sich nicht hinter Hugh Grant verstecken. Aber sei es drum, so sieht man ihn eben in diesem Film und nichtsdestotrotz gefällt er mir in der Rolle sehr gut.

David Morrissey, der blauäugige, über 1,90cm große britischer Schauspieler spielt den stillen aber doch so starken Colonel Bandon ganz wunderbar. Kenner der BBC haben ihn viellecht noch als gruseligen Schullehrer Bradley Headstone in ,Our Mutual Friend' von Charles Dickens in Erinnerung. Der ja meistens im Hintergrung agierende Brandon, wird hier sehr gut von David Morrissey als zuverlässiger und treuer Freund dargestellt, der durch seine Beständigkeit, Marianne die Sicherheit und auch Führung gibt, die sie in ihrem Leben braucht.

Alle anderen Rollen haben mir ebenso sehr gut gefallen. Das Ehepaar Palmer hat hier nur eine Randexistenz, aber sie sind mir auch nicht wirklich abgegangen. Die Zeit wurde mehr auf die beiden Schwestern und ihr Umfeld gelegt.

Fazit:
Für Austen Fans der buchgetreuen Linie ist der Film vielleicht nichts, oder nicht so gut, aber für Austen-Liebhaber und Romantikerinnen ist er etwas ganz besonderes. Es ist ein wundervoller und sehr wertvoller Film. Er gehört für mich zu den obersten 5 meiner Period-Lieblinge. Ich werde mir diesen Film am ehersten ansehen und ihn öfters aus dem Regal nehmen, als die anderen beiden S&S Versionen. Die mag ich zwar auch sehr, aber dieser ist - für mich - um einiges besser, tiefer und gehaltvoller! Alles in allem eine unverkrampfte und wunderschöne Übertragung des Buches in prachtvollen und stilvollen Bildern!! Und das Ganze nun in einer deutschen Synchronisation - das ist wirklich wundervoll!...:))))
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41 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
"Gefühl und Verstand" war für mich immer einer der Romane, der viele wichtige Handlungen nur grob beschreibt. Dadurch vermisste ich die Tiefe der Hauptpersonen. So wurde zum Beispiel die stetig wachsende Beziehung zwischen Elinor und Edward nur kurz erwähnt, ohne großen wörtlichen Schlagabtausch zwischen den beiden, den ich bei "Stolz und Vorurteil" so bezaubernd fand. Genauso verhält es sich bei Marianne und Colonel Brandon. Vielmehr beschreibt Jane Austen in ihrem Roman die hiesige Gesellschaft, in denen sich die beiden Frauen bewegen und das Leben auf dem Land.

Anders in der Kinoversion von 1995. Dort wurde der Versuch unternommen, die Beziehung zwischen Elinor und Edward herauszuarbeiten und der Zuschauer konnte sich vorstellen, warum sich die beiden ineinander verlieben. Etwas zu kurz geraten war aber für mich die plötzlich aufkeimende Liebe von Marianne zu Colonel Brandon. Sie kam zu plötzlich und ich hatte immer das Gefühl, dass sie ihn innerlich gebrochen nur aus Pflichtgefühl nimmt. Hier fehlte mir das offene Geständnis ihrer Liebe zu ihm.

In der Verfilmung von 2007 ist dies anders. Hier verhält sich Marianne nicht abweisend gegenüber Colonel Brandon, wie in der Kinoversion, sondern sie gibt sich offen und spielt z. B. die Klavierstücke, die er ihr gegeben hat. Während sie eines der Stücke spielt lächelt sie ihn an und freut sich offensichtlich, dass sie das anspruchsvolle Stück fehlerfrei spielen kann. Sie nimmt erst dann Abstand von ihm, als sie erfährt, dass er für sie als Heíratskanditat auserkoren wurde. Obwohl sie ihn nicht unsympathisch findet, möchte sie ihn nicht mehr daheim antreffen und geht ihm aus dem Weg. Sie ist der Überzeugung, dass er viel zu alt für sie ist. Und dann tritt auch schon Willoughby in ihr Leben, so dass sie keinen Gedanken mehr an Colonel Brandon verschwendet, weil sie überzeugt ist, dass er der richtige Mann für sie ist, mit dem sie glücklich werden würde. Ein fataler Fehler. Der Charakter des Willoughby wird hier viel unsympathischer angelegt als in der Kinoversion. Und das ist auch gut so, denn in der Kinoversion kam er mir dann doch zu gut herüber und ich hatte manchmal sogar Mitleid mit ihm, besonders in der Schluss-Sequenz, hoch zu Ross und mit tieftraurigen Blick der Hochzeit von Marianne zuschauend. Nein, einem Mann Mitleid zu zollen, der eine fünfzehnjährige verführt, die von ihm schwanger und verlassen wird, geht eigentlich nicht und das hat diese Version wunderbar umgangen, weil er bis zum Schluss nichts dazu lernt, außer vielleicht etwas Reue und er eher über sich selbst bekümmert ist, als zu begreifen, dass er Marianne zutiefst verletzt hat. Als dann Marianne begreift, dass Willoughby nicht der Mann ist für den sie ihn gehalten hat, nimmt Colonel Brandon wieder eine zentrale Rolle bei ihr ein. Sie fühlt sich zu ihm hingezogen und gesteht Elinor das sie ihn liebt. Das finde ich eine ganz bezaubernde und wichtige Szene, denn so ist der restliche Zweifel beim Zuschauer gänzlich erloschen, dass sie für ihn nur Dankbarkeit empfindet. Charity Wakefield spielt die Marianne erfrischend, offen und weniger leidenschaftlich, als Kate Winslet es tat. Ich finde sie ist auch mehr im Hier und Jetzt. Das hat mir sehr gut gefallen.

Kommen wir nun zu Elinor und Edward. Ich finde es wohltuend, dass der Schauspieler Dan Stevens den Edward nicht so trottelig dargestellt hat, wie es Hugh Grant getan hat. Er ist sogar recht redegewandt und sehr gutaussehend und der Zuschauer kann sich so bestens vorstellen, warum sich Elinor in ihn verliebt hat. Er zeigt hier auch seine traurige Seite und der ganze Frust, den er in sich trägt, entlädt sich in der "Holzhackszene" vollends. Das finde ich sehr gelungen, denn es zeigt einen Mann, der innerlich seine Kämpfe austragen muss und in Gesellschaft den beherrschten Mann mimen muss. Mir hat er viel besser gefallen, als Hugh Grant, der wie immer in seinen Filmen schusselig gespielt hat und vor Augenklimpern seine Angebetete wahrscheinlich nie richtig gesehen hat. Hattie Morahan hat der Gestalt Elinor ein neues Gesicht gegeben. Sie wirkt zwar vor anderen Personen auch sehr beherrscht, aber sie darf in Momenten, in denen sie alleine durch die raue Landschaft spaziert, dass sein was sie ist: Eine empfindsame Frau, die durch ihre unerfüllte Liebe sehr leidet und ihre Trauer niemanden zumuten möchte. Wunderbar.

Der Film ist etwas ernster angelegt, aber die Personen um Elinor und Marianne sind manchmal zu köstlich. So zum Beispiel die Schwester von Lucy Steele, die durch ihren Blick und ihr wasserfallartiges Geschwafel einen zu amüsieren vermag. Fanny ist herrlich böse und der kleine Henry würzt das ganze noch. Etwas schade fand ich, dass die Rolle des Mr. Palmers sehr dürftig angelegt wurde. Außer einem Augenverdrehen im Hinblick auf seine Frau Charlotte und einem zynischen Satz, war sonst von ihm nichts weiter zu sehen und zu hören. Aber ich glaube man darf die Rolle nicht so sehr mit der Kinoversion vergleichen, da Andrew Davies es bestimmt nicht darauf angelegt hat auf alle Charaktere einen gewissen Schwerpunkt zu legen. Er hat es vielmehr geschafft dieser Verfilmung ein komplett anderes Gesicht zu geben. Verglich ich in den ersten Minuten noch den Film mit der Kinoversion, so ertappte ich mich schnell dabei, dass ich keine Vergleiche mehr machte, weil der Film sich eigenständig entwickelte.

Die Schauplätze sind einzigartig. Gefiel mir zum Beispiel das Cottage in der 1995 Verfilmung schon sehr gut, wurde es durch diesen Film noch getoppt. Wildromantisch liegt es eingebettet, umgeben von Hügeln und dem wilden rauen Meer. Die kärglichen Räume spiegeln die Armut der Schwestern wieder und der Zuschauer spürt, dass es unter diesen Voraussetzungen kein leichtes Leben werden kann und wird. Die Filmmusik schmiegt sich wunderbar in diese Landschaft an und der Zuschauer kann förmlich den Wind und die Seeluft spüren und riechen.

Ich hätte nie gedacht, dass es eine Verfilmung schaffen könnte, auf gleicher Stufe wie "Stolz und Vorteil" von 1995 zu stehen. Diese Version von "Gefühl und Verstand" hat es durch seine wunderbaren Schauspieler, Schauplätze, Filmmusik, dass einzigartige Drehbuch und einem hochbegabten Regisseur geschafft, dass genau das geschehen ist. Ich bin begeistert. Ich hoffe Andrew Davies nimmt sich als nächstes den Stoff von "Mansfield Park" vor. Ich bin überzeugt, dass er den Jane Austen Roman virtuos und bewegend verfilmen würde, mit einer Heldin, die den Zuschauer zu fesseln vermag.

P. S. Die Synchronisation ist diesmal sehr gut gelungen und wie ich finde passen alle Stimmen zu den jeweiligen Schauspielern.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Meiner Meinung nach übertrifft diese BBC-Verfilmung die Hollywoodverfilmung (meine 4 erwachsenen Töchter sind übrigens gleicher Meinung) Die Schauspieler sind ausserordentlich gut ausgewählt und spielen oft sogar noch besser als ihre Vorbilder.

Die Dashwood-Familienmitglieder gefallen mir durchweg besser als in der Hollywood-Verfilmung, Dominic Cooper als Willoughby trifft vielleicht nicht ganz meinen Geschmack, dafür gefällt mir persönlich David Morrissey besser als Brandon und Gott sei Dank hat Dan Steevens Edward Ferrers nicht als solchen Gimpel gespielt, wie Hugh Grant ihn darstellt (Wir haben Hugh Grant in Sense and Sensibility zum ersten Mal spielen sehen und waren einhellig der Meinung, noch nie einen so grottenschlechten Schauspieler gesehen zu haben, so dass wir nie wieder einen Film mit ihm sehen wollten! Sorry für alle Hugh Grant-Fans)

Das Tempo dieses Films ist etwas langsamer als bei seinem Vorgänger, mit diesen fantastischen Landschaftsaufnahmen und der guten Kameraführung aber ein wirklicher Genuss.

Was die Holywoodverfilmungen aber meistens fast besser hinbekommen sind die überspitzten, aber dennoch äusserst witzigen Nebenrollen, dieses Mal in der Palmerfamilie, die mit ihrem Verhalten einfach herrlich komisch sind.

Aber alles in Allem ist diese Verfilmung die beste von allen (ich habe auch die ältere BBC-Verfilmung gesehen und fand sie so öde, dass ich sie weggeworfen habe.)
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