Jane Austen Verfilmungen, von denen es mittlerweile eine beachtliche Menge gibt, sehe ich immer wieder gerne. Bei diesen Filmen geht es vorwiegend um leichte Unterhaltung, etwas, was man sich selbst am Sonntagnachmittag mit einer Portion Eis und eventuell einigen guten Freundinnen gönnt, etwas zum Träumen und Entspannen. Der Anspruch? - Nicht sonderlich hoch. Nicht, dass die Bücher selbst anspruchslos wären.
Die Geschichten, die Austen erzählt, können als Lehrbeispiel für die Wichtigkeit der Emanzipation angesehen werden, schließlich wurden sie in einer Zeit geschrieben, als Frauen zum Teil nicht erben durften, eine außereheliche Affäre die Ehre der gesamten Familie zerstörte, als sie heiraten mussten, wen sie kriegen konnten, schließlich blieb die Hälfte der Damen der feineren Gesellschaft unverheiratet. Als unliebsame alte Jungfern wurden sie unter den Verwandten herumgereicht und waren nicht immer wohlmeinenden Menschen hilflos ausgesetzt. Austen thematisierte diese wichtigen Themen und karikierte alltägliche charakterliche Schwächen wie Gier, Hochmut oder Vorurteil.
Die DVD enthält drei Verfilmungen (Englisch und Deutsch, deutsche Untertitel), wobei die Extras unterschiedlich ausfallen: Stolz und Vorurteil bietet in der Hinsicht am meisten, etwa einen Audiokommentar des Regisseurs und Behind the scenes, Emma allerdings fast gar keine, was schade ist. Diese Edition enthält die drei Filme Mansfield Park, Emma und Stolz und Vorurteil.
Stolz und Vorurteil gehört zu dem Jugendwerk der Autorin und wurde von ihr im Alter von circa 20 Jahren verfasst, allerdings viel später veröffentlicht. Stolz und Vorurteil ist der absolute Liebling vieler Jane Austen Fans. Die Schriftstellerin selbst sagte einmal, sie könne Menschen nicht leiden, die ihre Hauptprotagonistin Elizabeth Bennet nicht zumindest mögen würden. Verständlich, denn Lizzy ist eine hervorragende Beobachterin, intelligent, gewitzt, ironisch, selbstbewusst und eigensinnig im positiven Sinne. Die Verfilmung ist wundervoll ausgestattet, die Figuren mit namhaften Darstellern wie Keira Knightley, Brenda Blethin und Donald Sutherland prominent besetzt. Manche halten Keira Knightley und Gwyneth Paltrow als Elizabeth beziehungsweise als Emma für eine Fehlbesetzung und die Verfilmungen für zu modern, aber ich finde, dass die Filme gut geeignet ist, um eine neue Generation an Austens Werk heranzuführen und sie vielleicht zum Lesen zu animieren.
Ebenso hervorragend ausgestattet sind die anderen beiden Filme. Emma erzählt die Geschichte der ebenso hübschen wie reichen, etwas zu sehr von sich selbst eingenommenen jungen Frau und ist mit Hollywood-Stars Gwyneth Paltrow, Toni Collette sowie Greta Scacchi ebenfalls prominent besetzt. Die Verfilmung ist sympathisch und gut gelungen, die Darsteller machen ihre Sache gut und sind sichtlich gut aufgelegt.
Mansfield Park ist am wenigsten bekannt, was an der blassen Hauptfigur der Fanny Price liegt, die im Alter von nicht mal 18 Jahren bereits über einen ausgereiften, eher langweiligen Charakter verfügt. Fanny wächst als Mündel ihrer wohlhabenden Verwandten auf und liebt ihren Cousin, doch sie hat das gesamte Buch über Liebeskummer und Ärger mit fiesen Angehörigen. Auch diese Verfilmung ist großartig gelungen, ich finde in diesem Fall den Film sogar besser als das Buch.
Alles in allem, finde ich die drei Filme wunderbar gelungen, man kann sie sich immer wieder mal ansehen.