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Buchnotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.04.2002
Christine Tauber zeigt sich in ihrer außerordentlich sachkundigen Rezension beeindruckt von Yvonne Yius "im besten Sinne avancierten" Reflexionen über Jan van Eyck Arnolfini-Doppelbildnis. Sie hebt hervor, dass sich Yiu von der Fülle der Vormeinungen zu van Eycks Gemälde nicht einschüchtern lässt und es aufs neue zum "Prüfstein für die Tragfähigkeit kunsthistorischer Methodik" macht. Wie die Rezensentin ausführt, konzentriert sich Yiu bei ihrer Deutung - ausgehend von der These Rudolf Preimesbergers wonach kunsttheoretische Überlegungen bei van Eyck integraler Bestandteil der Bilder sind, die mit malerischen Mitteln die Malerei selbst reflektieren - auf den zentral angebrachten Konvexspiegel, die darin enthaltenen gemalten Reflexionen des Bildes und der von ihm abgebildeten Außenwelt. Yius "Deutungsschwerpunkt" ist laut Rezensentin das Spiegelmotiv in van Eycks Gemälde, das auf das eigentliche Bildthema verweist: das Sehen des Bildes durch den Betrachter. Die Rezensentin lobt die "gekonnte Analyse" des Bildes. Yius Versuch, den Konvexspiegel an der hinteren Bildwand des Bildes als Auge Gottes zu interpretieren, geht der Rezensentin dann allerdings zu weit. Hier wäre weniger mehr gewesen: Hätte Yiu ihren Text nach ihrer Analyse des Bildes enden lassen, wäre der Leser "rückhaltlos begeistert", meint die Rezensentin, mit ihrer Auge-Gottes-Interpretation aber mache Yiu leider "Teile ihrer Deutungsleistung selbst zunichte".
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