Anlässlich des Todes von Luise Rinser am 17.03.02 griff ich nach einem frühen Werk (Erstausgabe 1948 Kassel) der Autorin. Ich las es in einem Stück durch. Der Stil ist ganz schlicht, niemals emphatisch und doch so vielsagend in seiner Knappheit. Jeder einzelne Satz hat eine große Aussagekraft und spiegelt die Zeit kurz vor und nach dem Kriegsende (2. Weltkrieg) wider. Man spürt die Isoliertheit und Apathie der Menschen in dieser bemerkenswerten Erzählung durch die kurz gefasste Beschreibung und kann alles nachvollziehen, d. h. man ist beim Lesen mit dem Herzen dabei.
Carl Zuckmayer schreibt: "Die stärkste Prosadichtung, die ich überhaupt seit Kriegsende aus Deutschland in die Hand bekam." (Klappentext)
Kurz zum Inhalt:
Ein junger Mann, in den letzten Wochen des Zweiten Weltkrieges einem Transport von KZ-Häftlingen entkommen, halb verhungert und tief verstört, wird von einer Gärtnersfrau aufgenommen und versteckt. Seine Anwesenheit bringt die Menschen in der Gärtnerei in höchste Gefahr und durchbricht ihre Isolation, sie provoziert die unterschiedlichsten Reaktionen.