Jan Delay


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jaaaaaaaaaaaaa!!! davie selke, fussballgott!! #nurdersvw


Biografie

Jan Delays Rockalbum ist da. “Hammer ... Lesen Sie mehr

Jan Delays Rockalbum ist da. “Hammer & Michel” ist Gitarrenmusik zum Tanzen, mit gerecktem Mittelfinger und Melodien für Millionen. Gleichzeitig ist es ein Lehrstück darüber, wie man sich auf seine Wurzeln besinnen und gleichzeitig Neuland betreten kann. Welcome to Ham-Rock!

Jan Delay hat ein neues Album aufgenommen. Es ist sein insgesamt viertes. Wieder hat er das Genre gewechselt: Reggae und Funk sind tot, jetzt ist Rock dran. So geht die einfache Lesart. Wer den Musiker und Menschen Jan Phillip Eißfeldt über die vergangenen 20 Jahre hinweg verfolgt hat, aber weiß, dass die einfache Lesart seine Sache nicht ist. Jan Delay war nie nur so oder so. Er hat mit Discokugeln auf Babylon geworfen und gegen die Maschine angetanzt. Er hat abends Anzug getragen und spätabends Air Max. Die vermeintliche Widersprüche hat er dabei nie erklärt, sondern sie einfach in sich vereint – so selbstverständlich, dass sie sich irgendwann in Luft aufgelöst haben.

Fast acht Jahre ist es mittlerweile her, dass Jan Delay erstmals den Zündschlüssel seines funkelnden Mercedes-Dance drehte. Er hatte kein Ziel damals, vermutlich nicht mal eine Ahnung, wohin ihn diese Ausfahrt führen könnte. Aber er fuhr los. Zum Bahnhof Soul. Zu zwei Mal Platin. Zu einer epochalen Ehrenrunde auf der Hamburger Trabrennbahn. Zu “Wetten, dass…?”, zum Eurovision Song Contest, zu diversen ECHOs, Cometen und Kronen und zu ziemlich genau allen anderen Ritterschlägen, die das Entertainmentwesen in diesem Land so bereit hält. Er, der einst nicht wollte, dass man seine Lieder singt, wurde, beinahe unbemerkt, ohne dass man sich je darüber Gedanken gemacht hätte, zur wichtigsten Pop-Stimme seiner Generation. Wenn er sich nun Leder und Nieten an den Maßanzug heftet, um dem ganzen verdammten Haufen eine ordentliche Ladung Feuer in den Arsch zu pusten, ist das also nur auf den ersten Blick eine Überraschung. Es ist vielmehr die einzig logische Konsequenz. Denn im Grunde ist alles wie immer: Jan Delay hat seine Lieblingsplatten gehört, die besten Momente in den Flashwolf geworfen, sich manisch in die Materie gefuchst – und dann locker-easy einen Welthit nach dem anderen aus dem Ärmel geschüttelt.

“Hammer & Michel” ist ein lupenreines Rock-Album. In den zwölf Stücken stecken Rage und Ramones, Lenny und Lemmy, Nina und Udo, Punkrock und Powerpop, der Sound der frühen Arctic Monkeys und der Geist der Hamburger Schule. Die Verstärker brutzeln, die Saiten flirren, die Drums kicken, und wenn irgendwo Funken fliegen, dann kommen sie nicht aus einer Wunderkerze, sondern davon, dass Tropf im Mix noch mal ein paar Regler nach oben geschoben hat.

Vor allem aber ist “Hammer & Michel” ein lupenreines Jan-Delay-Album. Da sind seine Stimme und das über die Jahre perfektionierte Zusammenspiel mit der Disko No. 1, die die Platte zusammenhalten und sie klar im Kontinuum von “Mercedes-Dance” und “Wir Kinder vom Bahnhof Soul” verorten. Da ist die Bessenheit und der Drang, sich eine neue Welt zu eigen zu machen, ohne deren Pioniere zu vergessen. Und da ist die Attitüde, die so nahtlos an “Searching For The Jan Soul Rebels” anschließt, als seien seitdem nicht 13 Jahre, sondern maximal ein paar Wochen vergangen: mal angriffslustig und ätzend, mal alles umarmend und voller Liebe.

“Immer wenn ich gepisst bin vom Popstartum und den nervigen Dingen, die es mit sich bringt, besinne ich mich darauf, wo ich herkomme. Wenn man die ganze Zeit nur der Glam-Vogel mit der Bigband im Rücken sein soll, nervt das irgendwann. Ich habe das alles wahnsinnig gerne gemacht. Ich liebe das, die großen Hallen, eine gute Show. Aber irgendwann dachte ich mir trotzdem: Ich will euch allen ins Gesicht schreien. Und wenn ihr dann dazu tanzt, is’ cool.”

Damit sind die Koordinaten des Albums akkurat abgesteckt. “Hammer & Michel” ist Rock zum Raven, Jungsmusik für Mädchen, Punk für die Stadien. Es ist getragen von kleinen Spitzen und einem überlebensgroßen "Dicke-Titten-Sound" (© Delay, J., 2013), von einer latenten Verweigerungshaltung und von jenen magischen Momenten, in denen Wumms und Wahrheit auf wundersame Weise miteinander verschmelzen. Auf der einen Seite stehen die typischen Jan-Delay-Momente: etwa wenn er “Dicke Kinder” zum Verzehr von Gemüse anhält, Traumfrauen mit Tanzproblem bedauert, Uli Hoeneß hinterlistig mit Zuneigung übergießt, tätowierten FDP’lern eine Hand mit zehn Mittelfingern reicht und auch sonst einen recht amtlichen Vollfick gibt. Auf der anderen Seite aber steht eine bislang ungekannte Fähigkeit als Texter, alle Wirrungen dieser Erde mit einer einzigen Zeile in Wohlgefallen aufzulösen. “Die Lichter gehen aus, die Träume an” singt er auf der ersten Single “St. Pauli”, die nur vordergründig eine Hamburg-Hymne ist und in ihrem Innersten eine Liebeserklärung an das Leben und die Macht der Nacht. In einer anderen Strophe heißt es: “Sie kommen, um Erinnerungen zu löschen – die schönsten aber werden hier geboren.” Und damit ist wirklich alles gesagt, was es in diesem Moment zu sagen gibt.

Der Soundtrack zu all dem speist sich aus den unterschiedlichsten Epochen und Spielarten des Gitarren-Spektrums. Wenn man mit Jan Delay über Mucke spricht, kann schon mal passieren, dass die Rede innerhalb von drei Minuten auf Slime, Deep Purple, Die Goldenen Zitronen, Wolfmother, System Of A Down, Mando Diao, Blumfeld, Body Count, Jet, Jimi Hendrix, Queens Of The Stone Age, den “Judgement Night”-Soundtrack und REO Speedwagon kommt. Genau so klingt “Hammer & Michel”. Jan Delay entstammt keiner Rock-Szene; er ist niemandem Rechenschaft schuldig und keiner Schule verhaftet außer jener des Feierns, Stylens, Machens. Das gibt ihm die Freiheit, sich komplett unvoreingenommen all jener Versatzstücke zu bedienen, die ihn über die Jahre begeistert und beeinflusst haben – und daraus gemeinsam mit seinem Co-Produzenten Kaspar "Tropf" Wiens, etwas komplett Neues und Eigenes zu schaffen.

Eine waschechte “Scorpions-Ballade” über das verwirrende Verbleichen alter Feindbilder (“Faschos hören Tupac, Bullen Bob Marley”) hat dabei ebenso ihren Platz wie ein gerapptes Intro, ein Metal-Moment oder ein Country-Rock-Song über die Reise in das Land, in dem “die Glückskekse wachsen" und "die Lachfalten blühen”. Er kann mal ACAB Rocky sein und mal Angus Jan, mal den inneren Noel raushängen lassen und mal die Inkarnation des jungen Udo. Und er kann sich dabei immer treu bleiben.

“Hammer & Michel” versöhnt Wacken mit Woodstock und eine ganze Generation mit der Gitarre. Vielleicht ist es aber auch einfach nur das geilste Jan-Delay-Album des Universums. No Reinhold Beckmann. Er ist back, Mann!

Diese Biografie wurde von den Künstlern oder deren Vertretern bereitgestellt.

Jan Delays Rockalbum ist da. “Hammer & Michel” ist Gitarrenmusik zum Tanzen, mit gerecktem Mittelfinger und Melodien für Millionen. Gleichzeitig ist es ein Lehrstück darüber, wie man sich auf seine Wurzeln besinnen und gleichzeitig Neuland betreten kann. Welcome to Ham-Rock!

Jan Delay hat ein neues Album aufgenommen. Es ist sein insgesamt viertes. Wieder hat er das Genre gewechselt: Reggae und Funk sind tot, jetzt ist Rock dran. So geht die einfache Lesart. Wer den Musiker und Menschen Jan Phillip Eißfeldt über die vergangenen 20 Jahre hinweg verfolgt hat, aber weiß, dass die einfache Lesart seine Sache nicht ist. Jan Delay war nie nur so oder so. Er hat mit Discokugeln auf Babylon geworfen und gegen die Maschine angetanzt. Er hat abends Anzug getragen und spätabends Air Max. Die vermeintliche Widersprüche hat er dabei nie erklärt, sondern sie einfach in sich vereint – so selbstverständlich, dass sie sich irgendwann in Luft aufgelöst haben.

Fast acht Jahre ist es mittlerweile her, dass Jan Delay erstmals den Zündschlüssel seines funkelnden Mercedes-Dance drehte. Er hatte kein Ziel damals, vermutlich nicht mal eine Ahnung, wohin ihn diese Ausfahrt führen könnte. Aber er fuhr los. Zum Bahnhof Soul. Zu zwei Mal Platin. Zu einer epochalen Ehrenrunde auf der Hamburger Trabrennbahn. Zu “Wetten, dass…?”, zum Eurovision Song Contest, zu diversen ECHOs, Cometen und Kronen und zu ziemlich genau allen anderen Ritterschlägen, die das Entertainmentwesen in diesem Land so bereit hält. Er, der einst nicht wollte, dass man seine Lieder singt, wurde, beinahe unbemerkt, ohne dass man sich je darüber Gedanken gemacht hätte, zur wichtigsten Pop-Stimme seiner Generation. Wenn er sich nun Leder und Nieten an den Maßanzug heftet, um dem ganzen verdammten Haufen eine ordentliche Ladung Feuer in den Arsch zu pusten, ist das also nur auf den ersten Blick eine Überraschung. Es ist vielmehr die einzig logische Konsequenz. Denn im Grunde ist alles wie immer: Jan Delay hat seine Lieblingsplatten gehört, die besten Momente in den Flashwolf geworfen, sich manisch in die Materie gefuchst – und dann locker-easy einen Welthit nach dem anderen aus dem Ärmel geschüttelt.

“Hammer & Michel” ist ein lupenreines Rock-Album. In den zwölf Stücken stecken Rage und Ramones, Lenny und Lemmy, Nina und Udo, Punkrock und Powerpop, der Sound der frühen Arctic Monkeys und der Geist der Hamburger Schule. Die Verstärker brutzeln, die Saiten flirren, die Drums kicken, und wenn irgendwo Funken fliegen, dann kommen sie nicht aus einer Wunderkerze, sondern davon, dass Tropf im Mix noch mal ein paar Regler nach oben geschoben hat.

Vor allem aber ist “Hammer & Michel” ein lupenreines Jan-Delay-Album. Da sind seine Stimme und das über die Jahre perfektionierte Zusammenspiel mit der Disko No. 1, die die Platte zusammenhalten und sie klar im Kontinuum von “Mercedes-Dance” und “Wir Kinder vom Bahnhof Soul” verorten. Da ist die Bessenheit und der Drang, sich eine neue Welt zu eigen zu machen, ohne deren Pioniere zu vergessen. Und da ist die Attitüde, die so nahtlos an “Searching For The Jan Soul Rebels” anschließt, als seien seitdem nicht 13 Jahre, sondern maximal ein paar Wochen vergangen: mal angriffslustig und ätzend, mal alles umarmend und voller Liebe.

“Immer wenn ich gepisst bin vom Popstartum und den nervigen Dingen, die es mit sich bringt, besinne ich mich darauf, wo ich herkomme. Wenn man die ganze Zeit nur der Glam-Vogel mit der Bigband im Rücken sein soll, nervt das irgendwann. Ich habe das alles wahnsinnig gerne gemacht. Ich liebe das, die großen Hallen, eine gute Show. Aber irgendwann dachte ich mir trotzdem: Ich will euch allen ins Gesicht schreien. Und wenn ihr dann dazu tanzt, is’ cool.”

Damit sind die Koordinaten des Albums akkurat abgesteckt. “Hammer & Michel” ist Rock zum Raven, Jungsmusik für Mädchen, Punk für die Stadien. Es ist getragen von kleinen Spitzen und einem überlebensgroßen "Dicke-Titten-Sound" (© Delay, J., 2013), von einer latenten Verweigerungshaltung und von jenen magischen Momenten, in denen Wumms und Wahrheit auf wundersame Weise miteinander verschmelzen. Auf der einen Seite stehen die typischen Jan-Delay-Momente: etwa wenn er “Dicke Kinder” zum Verzehr von Gemüse anhält, Traumfrauen mit Tanzproblem bedauert, Uli Hoeneß hinterlistig mit Zuneigung übergießt, tätowierten FDP’lern eine Hand mit zehn Mittelfingern reicht und auch sonst einen recht amtlichen Vollfick gibt. Auf der anderen Seite aber steht eine bislang ungekannte Fähigkeit als Texter, alle Wirrungen dieser Erde mit einer einzigen Zeile in Wohlgefallen aufzulösen. “Die Lichter gehen aus, die Träume an” singt er auf der ersten Single “St. Pauli”, die nur vordergründig eine Hamburg-Hymne ist und in ihrem Innersten eine Liebeserklärung an das Leben und die Macht der Nacht. In einer anderen Strophe heißt es: “Sie kommen, um Erinnerungen zu löschen – die schönsten aber werden hier geboren.” Und damit ist wirklich alles gesagt, was es in diesem Moment zu sagen gibt.

Der Soundtrack zu all dem speist sich aus den unterschiedlichsten Epochen und Spielarten des Gitarren-Spektrums. Wenn man mit Jan Delay über Mucke spricht, kann schon mal passieren, dass die Rede innerhalb von drei Minuten auf Slime, Deep Purple, Die Goldenen Zitronen, Wolfmother, System Of A Down, Mando Diao, Blumfeld, Body Count, Jet, Jimi Hendrix, Queens Of The Stone Age, den “Judgement Night”-Soundtrack und REO Speedwagon kommt. Genau so klingt “Hammer & Michel”. Jan Delay entstammt keiner Rock-Szene; er ist niemandem Rechenschaft schuldig und keiner Schule verhaftet außer jener des Feierns, Stylens, Machens. Das gibt ihm die Freiheit, sich komplett unvoreingenommen all jener Versatzstücke zu bedienen, die ihn über die Jahre begeistert und beeinflusst haben – und daraus gemeinsam mit seinem Co-Produzenten Kaspar "Tropf" Wiens, etwas komplett Neues und Eigenes zu schaffen.

Eine waschechte “Scorpions-Ballade” über das verwirrende Verbleichen alter Feindbilder (“Faschos hören Tupac, Bullen Bob Marley”) hat dabei ebenso ihren Platz wie ein gerapptes Intro, ein Metal-Moment oder ein Country-Rock-Song über die Reise in das Land, in dem “die Glückskekse wachsen" und "die Lachfalten blühen”. Er kann mal ACAB Rocky sein und mal Angus Jan, mal den inneren Noel raushängen lassen und mal die Inkarnation des jungen Udo. Und er kann sich dabei immer treu bleiben.

“Hammer & Michel” versöhnt Wacken mit Woodstock und eine ganze Generation mit der Gitarre. Vielleicht ist es aber auch einfach nur das geilste Jan-Delay-Album des Universums. No Reinhold Beckmann. Er ist back, Mann!

Diese Biografie wurde von den Künstlern oder deren Vertretern bereitgestellt.

Jan Delays Rockalbum ist da. “Hammer & Michel” ist Gitarrenmusik zum Tanzen, mit gerecktem Mittelfinger und Melodien für Millionen. Gleichzeitig ist es ein Lehrstück darüber, wie man sich auf seine Wurzeln besinnen und gleichzeitig Neuland betreten kann. Welcome to Ham-Rock!

Jan Delay hat ein neues Album aufgenommen. Es ist sein insgesamt viertes. Wieder hat er das Genre gewechselt: Reggae und Funk sind tot, jetzt ist Rock dran. So geht die einfache Lesart. Wer den Musiker und Menschen Jan Phillip Eißfeldt über die vergangenen 20 Jahre hinweg verfolgt hat, aber weiß, dass die einfache Lesart seine Sache nicht ist. Jan Delay war nie nur so oder so. Er hat mit Discokugeln auf Babylon geworfen und gegen die Maschine angetanzt. Er hat abends Anzug getragen und spätabends Air Max. Die vermeintliche Widersprüche hat er dabei nie erklärt, sondern sie einfach in sich vereint – so selbstverständlich, dass sie sich irgendwann in Luft aufgelöst haben.

Fast acht Jahre ist es mittlerweile her, dass Jan Delay erstmals den Zündschlüssel seines funkelnden Mercedes-Dance drehte. Er hatte kein Ziel damals, vermutlich nicht mal eine Ahnung, wohin ihn diese Ausfahrt führen könnte. Aber er fuhr los. Zum Bahnhof Soul. Zu zwei Mal Platin. Zu einer epochalen Ehrenrunde auf der Hamburger Trabrennbahn. Zu “Wetten, dass…?”, zum Eurovision Song Contest, zu diversen ECHOs, Cometen und Kronen und zu ziemlich genau allen anderen Ritterschlägen, die das Entertainmentwesen in diesem Land so bereit hält. Er, der einst nicht wollte, dass man seine Lieder singt, wurde, beinahe unbemerkt, ohne dass man sich je darüber Gedanken gemacht hätte, zur wichtigsten Pop-Stimme seiner Generation. Wenn er sich nun Leder und Nieten an den Maßanzug heftet, um dem ganzen verdammten Haufen eine ordentliche Ladung Feuer in den Arsch zu pusten, ist das also nur auf den ersten Blick eine Überraschung. Es ist vielmehr die einzig logische Konsequenz. Denn im Grunde ist alles wie immer: Jan Delay hat seine Lieblingsplatten gehört, die besten Momente in den Flashwolf geworfen, sich manisch in die Materie gefuchst – und dann locker-easy einen Welthit nach dem anderen aus dem Ärmel geschüttelt.

“Hammer & Michel” ist ein lupenreines Rock-Album. In den zwölf Stücken stecken Rage und Ramones, Lenny und Lemmy, Nina und Udo, Punkrock und Powerpop, der Sound der frühen Arctic Monkeys und der Geist der Hamburger Schule. Die Verstärker brutzeln, die Saiten flirren, die Drums kicken, und wenn irgendwo Funken fliegen, dann kommen sie nicht aus einer Wunderkerze, sondern davon, dass Tropf im Mix noch mal ein paar Regler nach oben geschoben hat.

Vor allem aber ist “Hammer & Michel” ein lupenreines Jan-Delay-Album. Da sind seine Stimme und das über die Jahre perfektionierte Zusammenspiel mit der Disko No. 1, die die Platte zusammenhalten und sie klar im Kontinuum von “Mercedes-Dance” und “Wir Kinder vom Bahnhof Soul” verorten. Da ist die Bessenheit und der Drang, sich eine neue Welt zu eigen zu machen, ohne deren Pioniere zu vergessen. Und da ist die Attitüde, die so nahtlos an “Searching For The Jan Soul Rebels” anschließt, als seien seitdem nicht 13 Jahre, sondern maximal ein paar Wochen vergangen: mal angriffslustig und ätzend, mal alles umarmend und voller Liebe.

“Immer wenn ich gepisst bin vom Popstartum und den nervigen Dingen, die es mit sich bringt, besinne ich mich darauf, wo ich herkomme. Wenn man die ganze Zeit nur der Glam-Vogel mit der Bigband im Rücken sein soll, nervt das irgendwann. Ich habe das alles wahnsinnig gerne gemacht. Ich liebe das, die großen Hallen, eine gute Show. Aber irgendwann dachte ich mir trotzdem: Ich will euch allen ins Gesicht schreien. Und wenn ihr dann dazu tanzt, is’ cool.”

Damit sind die Koordinaten des Albums akkurat abgesteckt. “Hammer & Michel” ist Rock zum Raven, Jungsmusik für Mädchen, Punk für die Stadien. Es ist getragen von kleinen Spitzen und einem überlebensgroßen "Dicke-Titten-Sound" (© Delay, J., 2013), von einer latenten Verweigerungshaltung und von jenen magischen Momenten, in denen Wumms und Wahrheit auf wundersame Weise miteinander verschmelzen. Auf der einen Seite stehen die typischen Jan-Delay-Momente: etwa wenn er “Dicke Kinder” zum Verzehr von Gemüse anhält, Traumfrauen mit Tanzproblem bedauert, Uli Hoeneß hinterlistig mit Zuneigung übergießt, tätowierten FDP’lern eine Hand mit zehn Mittelfingern reicht und auch sonst einen recht amtlichen Vollfick gibt. Auf der anderen Seite aber steht eine bislang ungekannte Fähigkeit als Texter, alle Wirrungen dieser Erde mit einer einzigen Zeile in Wohlgefallen aufzulösen. “Die Lichter gehen aus, die Träume an” singt er auf der ersten Single “St. Pauli”, die nur vordergründig eine Hamburg-Hymne ist und in ihrem Innersten eine Liebeserklärung an das Leben und die Macht der Nacht. In einer anderen Strophe heißt es: “Sie kommen, um Erinnerungen zu löschen – die schönsten aber werden hier geboren.” Und damit ist wirklich alles gesagt, was es in diesem Moment zu sagen gibt.

Der Soundtrack zu all dem speist sich aus den unterschiedlichsten Epochen und Spielarten des Gitarren-Spektrums. Wenn man mit Jan Delay über Mucke spricht, kann schon mal passieren, dass die Rede innerhalb von drei Minuten auf Slime, Deep Purple, Die Goldenen Zitronen, Wolfmother, System Of A Down, Mando Diao, Blumfeld, Body Count, Jet, Jimi Hendrix, Queens Of The Stone Age, den “Judgement Night”-Soundtrack und REO Speedwagon kommt. Genau so klingt “Hammer & Michel”. Jan Delay entstammt keiner Rock-Szene; er ist niemandem Rechenschaft schuldig und keiner Schule verhaftet außer jener des Feierns, Stylens, Machens. Das gibt ihm die Freiheit, sich komplett unvoreingenommen all jener Versatzstücke zu bedienen, die ihn über die Jahre begeistert und beeinflusst haben – und daraus gemeinsam mit seinem Co-Produzenten Kaspar "Tropf" Wiens, etwas komplett Neues und Eigenes zu schaffen.

Eine waschechte “Scorpions-Ballade” über das verwirrende Verbleichen alter Feindbilder (“Faschos hören Tupac, Bullen Bob Marley”) hat dabei ebenso ihren Platz wie ein gerapptes Intro, ein Metal-Moment oder ein Country-Rock-Song über die Reise in das Land, in dem “die Glückskekse wachsen" und "die Lachfalten blühen”. Er kann mal ACAB Rocky sein und mal Angus Jan, mal den inneren Noel raushängen lassen und mal die Inkarnation des jungen Udo. Und er kann sich dabei immer treu bleiben.

“Hammer & Michel” versöhnt Wacken mit Woodstock und eine ganze Generation mit der Gitarre. Vielleicht ist es aber auch einfach nur das geilste Jan-Delay-Album des Universums. No Reinhold Beckmann. Er ist back, Mann!

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