Auf das nunmehr 11. Kochbuch von Jamie Oliver habe ich mich schon seitdem es in England erschienen ist (ca. April 2010) gefreut, vor allem deswegen, weil ich gerne Speisen aus fremden Küchen koste.
Nun ist es endlich soweit und ich kann sagen, dass meine Erwartungen nicht enttäuscht wurden.
Ca. 100 Rezepte aus 6 verschiedenen Ländern werden wieder sehr bildgewaltig vorgestellt. An dieser Stelle muss ich wirklich einmal sagen, dieser David Loftus, der soweit ich weiß schon von Anfang an die Fotografien für Jamies Bücher macht, versteht sein Handwerk. Ich würde mir die Bücher auch ohne Rezepte und nur wegen der tollen Aufnahmen kaufen, die sind wirklich jedes Mal beeindruckend schön!
Jamie unterwegs bietet nun einen tollen Einblick in die Küchen von Marokko, Spanien, Italien, Frankreich, Griechenland und Schweden. Neben den Klassikern, die den meisten ein Begriff sein werden, wie die spanischen Patatas bravas, dem griechischen Bauernsalat und die französische Tarte Tatin, werden aber auch viele einheimische, dem breiten Publikum aber weniger bekannte Traditionsgerichte und Köstlichkeiten vorgestellt und schmackhaft gemacht. Besonders freue ich mich schon darauf, die marokkanischen Eintöpfe, die spanischen Kekse und die schwedischen Blaubeer-Hefebrötchen nach Jamies Rezepten nachzukochen.
Die Rezepte sind sehr abwechslungsreich und ich habe eigentlich bis auf die Risottos keine gefunden, die in einem anderen seiner Bücher schon einmal vorgekommen wären. Was mir besonders gut gefällt ist, dass Jamie bei einigen Klassikern seine kreativen Ideen einbringt und durch für das Gericht unkonventionelle Zutaten ein bisschen aufpeppt und seinen persönlichen Touch gibt (z.B. Schokolade im Tiramisu). Somit werden oft gesehene Rezepte interessanter. Auch ein paar selbst kreierte Gerichte, wie die marokkanischen Fish'n'Chips, sind mit dabei. Und zu Freude vieler gibt es Rezepte für 3 verschiedene Sorten Hackbällchen.
Was mir auch gut gefällt ist, dass Jamie bei den verschiedenen Länder-Kapiteln einen Überblick über die Hauptzutaten der jeweiligen Küchen gibt. Er stellt also z.B. bei Marokko Kichererbsen, eingelegte Zitronen etc. vor und beschreibt kurz, wie diese verwendet werden.
Mein einziger kleiner Kritikpunkt besteht darin, dass Jamie auch diesmal wieder einige Risotto-Rezepte ins Buch gepackt hat. Seine Obsession, muss man schon fast sagen, für die italienische Küche ist ja weithin bekannt, allerdings gab es bereits ein Italien-Kochbuch mit vielen Risotto-Rezepten und in nahezu auch allen seinen anderen Büchern sind Rezepte für diesen Reis zu finden. Ich hätte mir die Seiten gespart und anstelle einige andere, noch nicht vorgestellte Gerichte gedruckt.
Mein Fanbedingtes, aber trotzdem relativ unbefangenes Fazit: ein schönes Kochbuch, das von Klassikern über Selbstkreiertes und weniger Bekanntes reicht und das zu neuen Experimenten anregt. Es gibt einen schönen Überblick über die Vielfalt der Küchen der 6 verschiedenen Länder. Beim Überblick bleibt es allerdings, wer einen wirklichen Tiefgang in eine der Küchen haben will, sollte sich aber ein Fachwerk zulegen.
Achtung: Macht extreme Lust auf Reisen!