Seit 40 Jahren arbeitet der Pop Art Künstler James Rizzi in Soho, NY NY. Seine Wimmelbilder für Erwachsene konnte ich schon in den 80ern im Bezirk South of Houston Street (= SoHo) vor Ort bewundern, sie haben mich zutiefst fasziniert, drücken sie den Melting-pot New York doch bunt und fröhlich aus. Seine Stadt ist die Quelle für dieses ungewöhnliche Werk, verrückt, nie schlafend, rastlos, immer aktiv, pausenlos hektisch, heiter und wahnsinnig. Die naiv einfachen Sujets signalisieren urbane Lebensfreude und schönsten Optimismus. Rizzi wird von den Medien oft als 'Urban Primitive Artist' beschrieben.
In diesem Buch sind mehr als 450 Werke Rizzis abgedruckt, ergänzt mit 1000 Tipps und Adressen (von James Rizzi und Peter Bührer), bestückt mit CDs, Postkarten, Kofferanhängern und Lesezeichen. Das Buch ist einfach überbordend schön, ein blätternder Gang durch New York, am besten Sie gehen zunächst auf die Vorschau hier oben beim Buch. Seite 256 zeigt ein Sujet zu Buchläden in New York, knallbunt lesende New Yorker, einfach schön anzusehen, vor allem auch in den überraschenden, versteckten Details.
Es gibt bei Rizzi keine besseren oder schlechteren Sujets/Werke. Wer diesen Maler kennt, weiß, dass jedes Einzelne Details in Hülle und Fülle beinhaltet, die zu bewundern sind, so wie die Straßenbahn in Heilbronn, die er vor einigen Jahren bemalen konnte. Umfassende Reiseführer langweilen mich, aber die Konzentration auf Wesentliches, wie hier geschehen, macht Lust darauf, das Weniger als Mehr zu besuchen.
Ob jemand bedeutend ist oder nicht, überlasse ich den Personen, die glauben, dies beurteilen zu können. Für mich war und ist dieser Künstler bedeutend, mehr als viele anderen, vor dessen Werken ich stehe und rätsele. Wenn Kunst dazu beitragen kann, gute Gedanken zu bekommen, erreicht sie schon viel. Den selbst ernannten Kunstkritikern empfehle ich dieses Buch Was ist Kunst?: Positionen der Ästhetik von Platon bis Danto, um wenigstens 1 oder 2 Kriterien nennen zu können, um nicht ganz im selbst gewählten Nebel der Bedeutungslosigkeit zu stochern.
Es ist einfach, Rizzi vorzuwerfen, er sei Volkskünstler gewesen und von der professionellen Kunstkritik nicht wahrgenommen worden. Das mag sein. Die Kraft seiner fröhlichen Werke geht jedoch weit über die Tempel der Möchtegern-Kritiker hinaus, deren Verständnis von Kunst zunehmend elitär und eingeengt scheint. Diese Kritik lässt sich zudem gerne vom Markt überzeugen und die Preise für Rizzis werden dramatisch steigen.
Aufgabe dieses Reiseführers ist zudem nicht, das gesamte Werk Rizzis abbilden zu wollen, sondern Lust zu machen auf seine Stadt. Eine Gesamtübersicht zu Rizzi steht noch aus, alleine wegen der überbordenden Fülle seiner Werke wird dies ein schweres Unterfangen. Dass Rizzi primär farbenfroh und dicklippig gemalt hat, schließt nicht aus, dass er davon auch mal abwich, entscheidend ist jedoch die generell sonnig überdrehte HappyXart seiner Kunst. Dies ist der Kern seines Schaffens und sie ist deckungsgleich zum freundlichen Wesen dieses sympathischen Menschen, der leider zu früh von uns gehen musste.
Ach ja, für alle, die sich dafür interessieren: nach Zimmermann Heitmann Rizzi googlen und die wunderbare Vielfalt möglicher Rizzi Käufe durchstöbern. Besonders gefallen hat mir die Wounded Vase, die mich an jemand erinnernt. Man würde diesem Jemand das Bild "Touch someone with your thoughts" wünschen.