Leider kenne ich kaum jemanden, der JAMES AND THE GIANT PEACH kennt, dabei ist er meiner Meinung nach ein kleines Juwel, dass mehr Aufmerksamkeit verdient hätte.
Basierend auf Roald Dahl's Buchvorlage beginnt der Film zunächst als normaler Spielfilm. Er erzählt die Geschichte des jungen James, der seine Eltern verliert und daraufhin zu seinen bösen und sadistischen Tanten ziehen muss, bei denen er Tag für Tag schuften muss, die ihm nichts zu essen geben außer ranzigen Fischköpfen und die ihn bei jeder sich bietenden Gelegenheit niedermachen und beschimpfen.
James träumt davon, auszubrechen. Er will, so wie es eigentlich sein Vater vor seinem Tod geplant hatte, nach New York. Dort, so glaubt James, lebten alle Menschen in Frieden und Gerechtigkeit. Doch sein großer Traum scheint in weiter Ferne.
Bis er von einem mysteriösen alten Mann eine Tüte verzauberter Krokodils-Zungen geschenkt bekommt. Diese sollten seine Träume wahr machen, doch James ist unaufmerksam und verschüttet die Tüte. Alle Zungen hüpfen davon und verschwinden.
Am nächsten Tag jedoch geschieht etwas Wunderbares:
Ein alter Pfirsich-Baum auf dem Grundstück der Tanten trägt plötzlich wieder einen Pfirsich. Und der wächst und wächst, bis er so groß ist, wie ein ganzes Haus! Während die Tanten so viel Geld wie möglich aus dem Riesen-Pfirsich schlagen wollen kann James einfach nicht widerstehen und probiert von dem Pfirsich.
Und als er ein Stück von ihm herausbricht öffnet sich plötzlich ein Tunnel in das Innere des Pfirsichs. James krabbelt hinein....
Hier macht der Film eine Wendung. Im Inneren des Pfirsichs angelangt wird der Film als Stop-Motion-Film weiter erzählt.
In dem Pfirsich leben ein paar Insekten, die durch die Zauberkraft der Krokodils-Zungen auf Menschengröße angewachsen sind.
Es sind ein Tausendfüßler, eine Marienkäfer-Dame, ein Regenwurm, ein Grashüpfer, ein Glühwurm und eine Spinne.
Der Pfirsich gerät, während James darin steckt, ins Rollen und kullert unaufhaltsam Richtung Ozean. Und hier beginnt die außergewöhnliche Reise von James und den Insekten-Freunden gen New York.
Jedes der Insekten zeigt im Laufe der phantasievollen und spannungsgeladenen Geschichte besondere Eigenschaften und Charakterzüge, jedes verkörpert eine andere Art von Individuum. Und schließlich müssen sich die verschiedenen Charaktere zusammenraufen, um diese außergewöhnliche Reise zu überstehen.
Der Film besticht durch seine phantasievolle Inszenierung, er ist je nach Stimmung der Szenen entweder düster und gespenstisch, dann wieder bunt und heiter.
Die Figuren, die James begleiten, sind sehr liebevoll ausgearbeitet und animiert, zwar sind sie jeder auf seine Weise anders und manchmal auch sehr eigentümlich, doch im Endeffekt liebenswert und herzlich.
Henry Selick's Inszenierung gelingt es glaubhaft zu machen, wie ein paar sehr unterschiedliche Charaktere sich zusammenraufen, um ein Abenteuer zu bestehen. Zwar ist der Film als Stop-Motion-Film gemacht, doch ist er so gut und phantasievoll inszeniert, dass keine der durchzustehenden Situationen allzu absurd oder lächerlich wirkt, im Gegenteil.
Nach kurzer Zeit hat man sich auf die Geschichte eingelassen und ist einfach gebannt von der Story und von den Schwierigkeiten und gefahren, die es für James und seine Freunde zu überwinden gilt.
Und wie bei einem Film für ein jüngeres Publikum darf natürlich auch ein Happy End nicht fehlen!
Selick's Perle des Stop-Motion-Films ist großartig und liebevoll inszeniert und birgt eine spannende und gefühlvolle Geschichte, die zwar hin und wieder recht kitschig ist, aber gerade dadurch ihre Spannung erhält.
Der Film ist vielleicht wegen einiger düsterer und gruseliger Szenen für Kinder unter sechs Jahren nicht geeignet, dafür ist es ein Film, an dem sowohl kleine, als auch großgebliebene Kinder jenseits der 20 ihre Freude haben werden!