Ich habe in letzter Zeit nicht so gute Erfahrungen mit Zusammenstellungen der Arbeiten eines einzelnen Künstlers gemacht, denn ich konnte mich nicht des Eindrucks erwehren, dass hier Material zu einem zugegeben günstigen Preis auf den Markt geworfen wird, das einem aber nur Lagerplatz im CD-Regal wegnimmt.
Als ich jedoch das Concerto No.3 in D-Dur von Vivaldi hörte, das ich schon in drei unterschiedlichen Interpretationen im Schrank habe, war mir nach dem ersten kurzen Solo klar, hier höre ich etwas Exzeptionelles: Ich sah Il cardellino (der Diestelfink), wie dieses Konzert genannt ist, lebendig vor mir, voller Vitalität von Ast zu Ast hüpfend und seine Lebensfreude hinaus trillernd - mitreißend. Und das gelingt nur, wenn man sein Instrument so meisterhaft wie James Galway beherrscht.
Es würde nun zu weit führen, auf alle 12 CDs, die in der Kassette enthalten sind, einzeln einzugehen, wobei ich über die 3. CD nichts sagen kann, da in dieser Hülle die CD Nr. 12 enthalten war, die dann im richtigen Umschlag noch einmal auftauchte. Schade, aber kein Beinbruch.
Das Repertoire beginnt bei Vivaldi und J.S. Bach, führt über Quantz (für mich als "Preussen" erfreulich), Mozart, Danzi (Man hat das Vergnügen, auch Sabine Meyer lauschen zu dürfen!) und italienische Komponisten des 18. Jahrhunderts bis in das 20. Jahrhundert, dem die letzte CD gewidmet ist. Auf ihr kann der Künstler zeigen, dass er auch zeitgenössische Stücke souverän zu Gehör bringen kann.
Fazit: Für alle Freunde der Flötenmusik ein Muss - und alle anderen, die das noch nicht sind, werden es werden, wenn sie diese Musik hören.