Vor zwei Jahren sind James Bonds Eltern bei einem Unfall in den Alpen ums Leben gekommen. Seitdem konnte er bei seinen Verwandten unterkommen, doch nun soll er das Internet der Eliteschule Eton besuchen. Schon an seinem ersten Tag gerät James jedoch mit dem "amerikanischen" Jungen George Hellebore, Sohn des Waffenhändlers Lord Randolph Hellebore, einem ehemaligen Konkurrenten von James Vater, aneinander, dessen Gang ihm und seinen neu gefunden Freunden von da an fortwährend Probleme bereiten wird. Gegen Hellebore ist allerdings nicht anzukommen, denn sein Vater besitzt beste Kontakte und stiftet sogar einen eigenen Hellebore-Cup, zu dem sich auch James anmeldet.
Eine vorübergehende Erlösung bringen die Schulferien, welche James bei seinem Onkel Max und seiner Tante Charmian am Land verbringen darf. Schon auf der Zugfahrt lernt James allerdings Red Kelly kennen, den Cousin eines der Umgebung von Loch Silberfin verschollenen Jungen. Wie James jedoch herausfinden muss wird er die Hellebores nicht so schnell los, denn Loch Silberfin, wohin alle Spuren des Verschwunden führen, ist der schwer gesicherte Besitz Lord Hellebores...
Über Jugendbücher und schriftstellerische Nachlassverwalter kann man zweifellos geteilter Ansicht sein, kommt beides noch zusammen und setzt ein Jugendbuchautor das Werk eines großen Schriftstellers fort indem er die Jugendjahre seiner Helden beleuchtet, lassen sich die üblichen Problemfelder schnell zusammenfassen: Aus dem Jungen wird irgendwann der Mann der sich für bestimmte Taten rechtfertigen muss, die Jugendbücher sollten also späteren charakterlichen Entwicklungen vorwirken und die Grundsteine legen; ein jedes bekanntes Jugendtrauma sollte Erwähnung finden und thematisiert werden, um die Kontinuität zu bewahren; der Jugendliche muss zudem als seine spätere Inkarnation erkennbar sein, wenn auch noch herrlich unschuldig und ohne dieses oder jenes Trauma; der Stil des Meisters sollte gewahrt bleiben, große Dramen dürfen nicht zu Komödien verkommen.
Mit Charlie Higson hat man zweifelsfrei den richtigen Mann für den Job gewonnen, James Bonds Jugendjahre in Worte zu fassen. Perfekt abgestimmt auf Ian Flemings Romane lässt er in seinem "Young Bond" bereits viel von jenem 007 erkennen, der später mehrfach die Welt retten wird. Außerdem bleibt ein gewisses Niveau gewahrt dass Young Bond nicht zu einem seichten Jugendbuch verkommen lässt, sondern auch dank der höheren Seitenzahl Spannung für ältere Semester garantiert. Atmosphärisch bedient sich Higson der Konzepte von Flemings ersten Romanen bzw. den kultigen Verfilmungen und so steht der erste James Bond seinen großen Brüdern in nichts nach. Ein sinistrer Gegenspieler, sprichwörtlich aalglatt, treibt skrupellose Experimente und Bond gerät mehr durch Zufall als Absicht hinter dessen Pläne.
Fazit:
Überzeugend und obwohl als Jugendbuch gedacht durchaus auch interessant für ältere Semester.