Im Jahr 1977 kam mit "Der Spion, der mich liebte" der dritte James Bond Film mit Roger Moore in der Hauptrolle in die Kinos. Er zählt bis zum heutigen Zeitpunkt als einer der gelungensten der ganzen Serie. Von der Story, über die Darsteller, bis hin zu den Schauplätzen stimmt hier einfach alles.
Zum Ende der 70er veränderte sich die Rolle der Frau nicht nur in den Bondfilmen, sondern auch auf der ganzen Welt. Mit diesem Film wurde zum ersten Mal eine weibliche Rolle die des Bonds nahezu gleichgestellt. Denn mit Major Amasova bekommt 007 eine russische Geheimagentin bei seinem neuesten Auftrag zu Hilfe. Die Idee, den Westen und den Osten zusammenarbeiten zu lassen, war etwas gänzlich neues, da es vorher zwischen diesen beiden damaligen "Supermächten" ja nicht nur auf der Kinoleinwand eine riesige Rivalität gab. Doch funktionierte das Ganze perfekt. Und natürlich war Barbara Bach, welche in die Rolle der russischen Agentin schlüpfte nicht nur Bonds Kollegin, sondern erlag selbstredend auch im Laufe der Geschichte dessen Charme. Vor Allem die Dialoge und das Umgehen der beiden miteinander finde ich fantastisch umgesetzt. Zuerst ist da, eine gewisse Abneigung aber auch Respekt, welcher später in Bewunderung, neckischen Anspielungen und einer Romanze endet.
Neben Roger Moore und Barbara Bach sind Curd Jürgens als Bösewicht Stromberg und Richard Kiel als dessen Handlanger "Beißer" vorrangig im Gedächtnis der Fans geblieben. Jürgens spielt seine Rolle kühl und irgendwie realitätsfern, genauso wie man sich einen übergeschnappten Fießling mit Hang zu Weltherrschaftsvorstellungen ausmalt. Doch selbst er konnte nicht die Beliebtheit eines Richard Kiel erreichen, dessen Figur ja auch im Nachfolger "Moonraker" noch einmal zu sehen war.
Lewis Gilbert hat hier wirklich einen top Film abgeliefert, welcher auch durch Bonds Gadgets, wie z.B. den tauchenden Lotus, und den wunderschönen Schauplätzen (Ägypten, Italien, Schottland, Bahamas) zu einem Meisterwerk wird. Auch die Filmmusik, diesmal von Marvin Hamlisch, und der Titelsong "Nobody Does It Better" von Carly Simon tragen zum Andenken des Filmes bei.
Neben dem Film an sich sind auf der zweiten Disc auch einige zusätzliche Features vorhanden. Unter anderem befinden sich dort eine Dokumentation über Ken Adam, einige Blicke hinter den Kulissen und kurze Aufenthalte am Set. Insgesamt eine schöne Abrundung zu einem klasse Film.