GoldenBoy ist der dritte Teil der Young Bond Serie und der zweite, den ich mir angehört habe. Beim Vorgänger Zurück kommt nur der Tod musste ich noch mit meiner Erwartungshaltung kämpfen, mir fehlte ein wenig das Bond-Feeling. Inzwischen begreife ich die Young Bond Reihe als willkommene Ergänzung der Geschichten über den englischen Superagenten.
An GoldenBoy hatte ich sehr viel Freude. Atmosphäre, Spannung und Tempo! Fein dosierter Humor, Anspielungen auf Literatur und Weltgeschichte. Der Held benutzt die beste Waffe, die es gibt: seinen Verstand! Die Phantasie des Hörers wird angeregt. Und dazu gibt es dann noch die Botschaft: Bildung ist spannend und die Welt ist gross und aufregend!
Gelesen wird Charlie Higsons (Autor von The Fast Show) Geschichte erneut von Rufus Beck. Man kann die hervorragende Arbeit dieses Schauspielers nicht oft genug loben! Beck ist ein Garant für qualitativ hochwertige Lesungen. Und er zeigt, dass Schauspiel eben nicht etwas ist, was jeder kann. Er verwandelt ein Hörbuch in ein Hörspiel, passt seine Stimmlage den unterschiedlichen Figuren und Stimmungen an.
Young Bond hat also alles was eine gute Hörbuch-Reihe braucht (wer zu faul zum hören ist - die Geschichten sind auch als Bücher erschienen), aber einen Schnitzer hat man sich doch erlaubt: die Covergestaltung! Optisch wird die Serie leider unter Wert verkauft. Das ist schade! Sieht irgendwie selbstgemacht und billig aus, schnell am Computer entworfen. Eine ansprechende Zeichnung oder ein gutes Foto würden den Titeln mehr von der Aufmerksamkeit verschaffen, die diese Serie zweifellos verdient hat.
Zur Handlung: der 17-jährige Internatsschüler James Bond ist dieses Mal auf der Suche nach dem Leiter der Kreuzworträtselgesellschaft (die Briten mit ihren liebenswerten Spleens ;-)), der anscheinend an einer wichtigen Erfindung getüftelt hat. Als Hinweis hat er den Schülern lediglich einen chiffrierten Brief hinterlassen. Mit Kombinationsgabe allein löst ein James Bond aber seine Abenteuer nicht. Autoverfolgungsjagden, Gangster mit geladener Waffe in der Hand und Spionageeinsätze (im Lehrerzimmer), sowie Kartenspiele, die Bond mit Pokerface (Hommage an Casino Royale?) übersteht - hier gibt es genug James Bond, so wie man ihn kennt. Das ganze spielt in den spannungsgeladenen Jahren vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs.
Mit einer dampfenden Tasse Tee zurücklehnen und mehr als 5 Stunden in die spannenden Abenteuer von James Bond eintauchen. Ein grosser Spass!