Der Roman:
James Bond soll in seinem ersten von Ian Fleming beschriebenen Fall am Spieltisch Politik machen. Noch ist es nicht so weit, dass er es mit einem Bösewicht zu tun hat, der die Macht über die Welt erringen will. Stattdessen ist sein Gegenspieler der von der Sowjetmacht unterstützte französische Gewerkschaftsboss Le Chiffre. Dieser hat in die - von den Sowjets gesponserte - Gewerkschaftskasse gegriffen und das mögen diese überhaupt nicht, weshalb sie ihm schon einen Killertrupp geschickt haben - die Smersch. Le Chiffre sieht nur noch einen letzten Ausweg - er muss das Geld im Casino zurückgewinnen. Dazu begibt er sich nach Royale-les-Eaux, und der britische Geheimdienst entsendet James Bond der (von CIA und dem französischen Geheimdienst unterstützt) am Bakkarat-Tisch verhindern soll, dass Le Chiffre seinen Hals aus der Schlinge zieht.
Vergleicht man diesen Roman mit den Filmen rund um 007, so findet sich weder technischer Schnickschnack noch besonders viel Action. Der Gegenspieler ist vergleichsweise harmlos, wenngleich äußerst brutal in seinen Umgangsformen. Als echte Katastrophe allerdings muss man Bonds Frauenbild einstufen (kochen, putzen, hübsch aussehen, Klappe halten).
Der Roman ist sprachlich durchaus ansprechend gefasst und vertieft sich öfters in äußerst detaillierte Beschreibungen der Szenerie. Stilistisch läuft das Geschehen sehr geradlinig ab, Rück- und Vorblenden gibt es nicht. Die Charakterisierung der Personen ist vergleichsweise flach, aber immerhin gibt es zumindest vereinzelte Charaktere die nicht schwarz-weiß gezeichnet sind.
Das Hörbuch:
Es handelt sich um eine gekürzte Lesung, die von Hannes Jaenicke äußerst ansprechend vorgetragen wird. Eine Lesung die Lust auf mehr macht.