Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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121 von 149 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Er lebt und schwitzt, 11. Januar 2007
Vier Jahre (gefühlte acht) später ist es soweit: endlich wieder ein neuer Bond-Film! Und dann auch noch mit einem Blond Bond. Frevel! Aber was soll ich sagen: es funktioniert!
Nach gut zweieinhalb (gefühlten anderthalb) Stunden kann man nur feststellen, dass die Wiederbelebung und Reinvention des langlebigsten Seriencharakters der Filmgeschichte perfekt gelungen ist. Anstelle der smarten Womanizer vom Schlage Brosnan und Moore, die auch während der heftigsten Fights kaum einen Tropfen Martini verschütteten, erleben wir mit Daniel Craig einen blutenden, schwitzenden und kompromisslos grimmigen Bond. Ich gehe sogar soweit zu behaupten, dass Craig die physisch forderndste und erkennbar oft ohne Stuntdouble auskommende Performance der Serie abliefert. So kommt der erste Akt, der eine spektakuläre Actionsequenz nach der anderen in im Bond-Universum selten gesehener Rasanz aufbietet, über weite Strecken ohne viel Dialog aus.
Ab dem Schauplatzwechsel zum titelgebenden Casino macht sich dann die Verpflichtung des oscargekrönten Drehbuchautoren Paul Haggis (MILLION DOLLAR BABY, L.A. CRASH) bemerkbar, der eine Handvoll der (in den vergangenen 2-3 Bondstreifen vermissten) geschliffensten Dialoge der Serie geschrieben hat, die der Klasse eines bspw. GOLDFINGER in nichts nachstehen. So findet Bond in Kollegin Vesper Lynd (schön und klug: Eva Green) kein weiteres williges Laken-Opfer, sondern eine komplexe, zunächst undurchschaubare Persönlichkeit, deren für das Alphatier Bond ungewohnt abweisendes Verhalten umso anziehender wirkt. Ihr verbaler Schlagabtausch sprüht vor Ironie und tatsächlich Erotik. Ähnliche ironische Brechung sorgt auch dafür, dass eine für empfindsame Gemüter zu lang geratene Foltersequenz - der fiese Gegenspieler Le Chiffre traktiert den nackten Bond mit einem Schiffstau an des Mannes sensibelster Stelle - nicht die komplette Stimmung des bereits ernster als die unmittelbaren
Vorgänger ausgefallenen Films kippt.
Im Schlussakt werden noch einmal die Schauwerte aufgeboten, die der Fan erwartet und die für erhöhten Puls und freudigen Glanz in den Augen sorgen. Der Mann-gegen-Mann Schlussfight in einem zusammenstürzenden Gebäude hebt sich dabei wohltuend ab von den zu oft gesehenen, abgehobenen Materialschlachten in Raumstationen, Flugzeugen oder U-Booten, die bis dato zwangsläufig den Rahmen jedes 007 Showdowns bildeten. Und wenn in der letzten Filmsekunde endlich die magischen Worte "Mein Name ist Bond - James Bond" gesprochen werden, wird hoffentlich auch der letzte Zuschauer überzeugt sein, der ersten und sicher nicht letzten Mission des einzig wahren Doppelnullagenten mit dem Namen Craig, Daniel Craig beigewohnt zu haben.
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60 von 74 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Starke Wiedergeburt eines Kino-Mythos, 21. Februar 2007
Der neue Bond überzeugt fast auf ganzer Linie. Es ist schwer zu sagen, ob "Casino Royale" nun der beste Bond aller Zeiten ist, denn dann würde man Filmen wie "Goldfinger", "Dr. No" oder "Feuerball" u.a. Unrecht tun.
Dennoch schlägt dieser ganz andere Bond richtig ein, wie schon lange keiner mehr. Der Film ist im Prinzip genau das, was man erwartet hat: Ein roher, sachlich gemachter Actionfilm im Stil der "Bourne" Filme, der größtenteils ohne Spielereien auskommt und Figuren aufweist, mit denen man sich tatsächlich identifizieren kann. Trotzdem kommen, wie bei Bond-Filmen üblich, die Schauwerte definitiv nicht zu kurz.
Das Highlight des Films ist jedoch ganz unbestreitbar Daniel Craig, ein echter, maskuliner Charakterdarsteller mit unglaublich kantigen Gesichtszügen. Er bringt eine große Verletzlichkeit in die Rolle ein, man hat jedoch trotzdem immer das Gefühl, das er im nächsten Moment explodieren kann. Dies gibt ihm eine menschliche, aber zugleich auch ungemein gefährliche, animalische Aura. Im Grunde trägt er diesen Film mit seiner wuchtigen Präsenz und gerade deswegen überzeugt "Casino Royale" auch am meisten. Sein Gegenspieler Mads Mikkelsen ist allerdings ebenso faszinierend und der Film wirkt durch ihr Zusammenspiel ausgesprochen dynamisch. Auch er ist ein nachvollziehbarer, menschlicherer Bösewicht, der auch Schwächen hat und nicht nur Bond fürchten muss. Eva Green als Vesper Lynd überzeugt ebenfalls, obwohl sie trotzdem eher Beiwerk bleibt.
Die Actionszenen sind hervorragend und routiniert inszeniert, ganz besonders die erste Verfolgungsjagd, die eine regelrecht atemlose Intensität besitzt. Der Film wirkt alles in allem ernster und clever konstruiert, auch wenn manche Wendungen vielleicht etwas vorhersehbar sind.
Der Unterhaltungswert ist natürlich enorm hoch, die stattliche Laufzeit von 145 Minuten verfliegt eigentlich ganz schnell und man ist nicht eine Sekunde gelangweilt. Großartig sind auch die vielen komischen Momente, die zu keiner Zeit aufgesetzt wirken, sondern die Handlung unterstützen.
Vielleicht hätte der Film noch etwas härter sein können, dennoch ist "Casino Royale" eine starke Wiedergeburt der Reihe, auch wenn einige Fans vielleicht zurecht kritisieren, dass dies zwar ein guter Actionfilm ist, aber dafür ein weniger guter Bond. Aber diese neu eingeschlagene Richtung ist meiner Meinung nach sehr willkommen.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Bond mit Herz und (vergleichsweise) hohem Gewaltgrad, 2. April 2007
Im Vorfeld wurde ja viel über den Bondfilm geschrieben. Während der Dreharbeiten las man immer wieder, was für ein Weichei und eine Fehlbesetzung Daniel Craig in der Rolle des Geheimagenten doch sei und als der Film schließlich raus gekommen ist, konnten sich einige Kritiker wohl gar nicht mehr zusammenreißen und sprachen vom "besten Bond-Film aller Zeiten!" (so oder so ähnlich heißt es ja auch auf dem DVD-Cover). Der Film wirkt irgendwie gar nicht wie ein richtiger Bond-Film, aber was ist schon ein "richtiger" Bond-Film?! Abgesehen vom Wechsel in der Besetzung hat Bond hier keine Q-Spielereien, die Anfangssequenz wurde verändert und alles wirkt etwas roher und (auf seine Art) realistischer als noch bei den letzten Vorgängern, in denen er ja u.a. in einem unsichtbaren Auto herumgekurvt ist. Der Gewaltgrad ist teilweise auch ziemlich hoch. Ich würde (im Vergleich zu anderen Filmen) nicht wirklich von gewalttätig reden, aber es geht schon ordentlich zu Sache und ich wundere mich etwas darüber, dass der Film ab 12 freigegeben ist. Wer mich kennt der weiß, dass ich kein Fan von überzogenem Jugendschutz bin, aber andere Film mit dem selben Gewaltgrad wurden erst ab 16 oder gar 18 freigegeben. Aber das untermauert nur wieder meine Meinung, dass man die Altersfreigaben nicht wirklich ernst nehmen kann. Aber nun wieder zurück zum Film ;)) Mich nervt ehrlich gesagt die vielen Poker-Events, die zur Zeit im TV laufen und daher freut es mich, dass das Glücksspiel zwar eine zentrale Rolle im Film einnimmt, jedoch nicht zu lange ausgefallen ist. Die Handlung hat für einen Bond-Film erfreulicherweise viel Herz und Bond selbst kommt menschlicher rüber. Überhaupt finde ich Daniel Craig eine sehr gute Besetzungswahl und seine Verkörperung des Geheimagenten gelingt ihm sehr gut. Genauso passt auch die Action und einige der Stunts sehen wirklich stark aus (wenn auch etwas überzogen). Einige Elemente wie etwa der Vergiftungsszene fand ich außerordentlich gelungen und sorgen für Spannung. Einzig die ersten Minuten fand ich etwas daneben, da darin der Hauptdarsteller total unsympathisch gezeichnet wird und irgendwie unnötig wirkt. Viel besser wäre es gewesen, gleich zu Anfang die Verfolgung des Bombenlegers inkl. Stürmung der Botschaft zu zeigen und dann zur Musik überzublenden. Aber dann bitte eine andere, denn das Titellied ist wirklich kein Hit.
Insgesamt hat mit der Film wirklich gut gefallen, auch wenn natürlich wieder viele sagen werden, dass es neben Sean Connery eh keinen besseren Bond gibt. Aber ich bin wohl zu jung um das sagen zu können ;)
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