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69 von 84 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Starke Wiedergeburt eines Kino-Mythos, 21. Februar 2007
Der neue Bond überzeugt fast auf ganzer Linie. Es ist schwer zu sagen, ob "Casino Royale" nun der beste Bond aller Zeiten ist, denn dann würde man Filmen wie "Goldfinger", "Dr. No" oder "Feuerball" u.a. Unrecht tun. Dennoch schlägt dieser ganz andere Bond richtig ein, wie schon lange keiner mehr. Der Film ist im Prinzip genau das, was man erwartet hat: Ein roher, sachlich gemachter Actionfilm im Stil der "Bourne" Filme, der größtenteils ohne Spielereien auskommt und Figuren aufweist, mit denen man sich tatsächlich identifizieren kann. Trotzdem kommen, wie bei Bond-Filmen üblich, die Schauwerte definitiv nicht zu kurz. Das Highlight des Films ist jedoch ganz unbestreitbar Daniel Craig, ein echter, maskuliner Charakterdarsteller mit unglaublich kantigen Gesichtszügen. Er bringt eine große Verletzlichkeit in die Rolle ein, man hat jedoch trotzdem immer das Gefühl, das er im nächsten Moment explodieren kann. Dies gibt ihm eine menschliche, aber zugleich auch ungemein gefährliche, animalische Aura. Im Grunde trägt er diesen Film mit seiner wuchtigen Präsenz und gerade deswegen überzeugt "Casino Royale" auch am meisten. Sein Gegenspieler Mads Mikkelsen ist allerdings ebenso faszinierend und der Film wirkt durch ihr Zusammenspiel ausgesprochen dynamisch. Auch er ist ein nachvollziehbarer, menschlicherer Bösewicht, der auch Schwächen hat und nicht nur Bond fürchten muss. Eva Green als Vesper Lynd überzeugt ebenfalls, obwohl sie trotzdem eher Beiwerk bleibt. Die Actionszenen sind hervorragend und routiniert inszeniert, ganz besonders die erste Verfolgungsjagd, die eine regelrecht atemlose Intensität besitzt. Der Film wirkt alles in allem ernster und clever konstruiert, auch wenn manche Wendungen vielleicht etwas vorhersehbar sind. Der Unterhaltungswert ist natürlich enorm hoch, die stattliche Laufzeit von 145 Minuten verfliegt eigentlich ganz schnell und man ist nicht eine Sekunde gelangweilt. Großartig sind auch die vielen komischen Momente, die zu keiner Zeit aufgesetzt wirken, sondern die Handlung unterstützen. Vielleicht hätte der Film noch etwas härter sein können, dennoch ist "Casino Royale" eine starke Wiedergeburt der Reihe, auch wenn einige Fans vielleicht zurecht kritisieren, dass dies zwar ein guter Actionfilm ist, aber dafür ein weniger guter Bond. Aber diese neu eingeschlagene Richtung ist meiner Meinung nach sehr willkommen.
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131 von 161 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Er lebt und schwitzt, 11. Januar 2007
Vier Jahre (gefühlte acht) später ist es soweit: endlich wieder ein neuer Bond-Film! Und dann auch noch mit einem Blond Bond. Frevel! Aber was soll ich sagen: es funktioniert! Nach gut zweieinhalb (gefühlten anderthalb) Stunden kann man nur feststellen, dass die Wiederbelebung und Reinvention des langlebigsten Seriencharakters der Filmgeschichte perfekt gelungen ist. Anstelle der smarten Womanizer vom Schlage Brosnan und Moore, die auch während der heftigsten Fights kaum einen Tropfen Martini verschütteten, erleben wir mit Daniel Craig einen blutenden, schwitzenden und kompromisslos grimmigen Bond. Ich gehe sogar soweit zu behaupten, dass Craig die physisch forderndste und erkennbar oft ohne Stuntdouble auskommende Performance der Serie abliefert. So kommt der erste Akt, der eine spektakuläre Actionsequenz nach der anderen in im Bond-Universum selten gesehener Rasanz aufbietet, über weite Strecken ohne viel Dialog aus. Ab dem Schauplatzwechsel zum titelgebenden Casino macht sich dann die Verpflichtung des oscargekrönten Drehbuchautoren Paul Haggis (MILLION DOLLAR BABY, L.A. CRASH) bemerkbar, der eine Handvoll der (in den vergangenen 2-3 Bondstreifen vermissten) geschliffensten Dialoge der Serie geschrieben hat, die der Klasse eines bspw. GOLDFINGER in nichts nachstehen. So findet Bond in Kollegin Vesper Lynd (schön und klug: Eva Green) kein weiteres williges Laken-Opfer, sondern eine komplexe, zunächst undurchschaubare Persönlichkeit, deren für das Alphatier Bond ungewohnt abweisendes Verhalten umso anziehender wirkt. Ihr verbaler Schlagabtausch sprüht vor Ironie und tatsächlich Erotik. Ähnliche ironische Brechung sorgt auch dafür, dass eine für empfindsame Gemüter zu lang geratene Foltersequenz - der fiese Gegenspieler Le Chiffre traktiert den nackten Bond mit einem Schiffstau an des Mannes sensibelster Stelle - nicht die komplette Stimmung des bereits ernster als die unmittelbaren Vorgänger ausgefallenen Films kippt. Im Schlussakt werden noch einmal die Schauwerte aufgeboten, die der Fan erwartet und die für erhöhten Puls und freudigen Glanz in den Augen sorgen. Der Mann-gegen-Mann Schlussfight in einem zusammenstürzenden Gebäude hebt sich dabei wohltuend ab von den zu oft gesehenen, abgehobenen Materialschlachten in Raumstationen, Flugzeugen oder U-Booten, die bis dato zwangsläufig den Rahmen jedes 007 Showdowns bildeten. Und wenn in der letzten Filmsekunde endlich die magischen Worte "Mein Name ist Bond - James Bond" gesprochen werden, wird hoffentlich auch der letzte Zuschauer überzeugt sein, der ersten und sicher nicht letzten Mission des einzig wahren Doppelnullagenten mit dem Namen Craig, Daniel Craig beigewohnt zu haben.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Gelungener "Neustart" der Bond-Reihe, 12. April 2007
Casino Royale bietet dem Zuschauer einen "neuen" Bond. Härter, schneller, direkter. Vorbei sind (hoffentlich) die Zeiten der Alt-Herren-Witze (Filme mit P. Brosnan) und des furchtbaren Klamauk (Filme mit R. Moore). Der erste Bond-Film mit Daniel Craig untescheidet sich gänzlich von den bisherigen Bond-Filmen. Zum einen ist die Story temporeicher inszeniert, zum anderen bricht dieser Bond mit alten Gewohnheiten. Es kommen z.B. so gut wie keine technische Gimmicks (welche bei den Filmen mit Brosnan langsam Überhand nahmen) vor. Auch spielen in diesem Bond-Film die "Bond-Girls" keine zentrale Rolle. Daniel Craig als Bond ist ein kantiger, zuweilen ungehobelter Klotz (Bond: "Einen Wodka-Martini." - Barkeeper: "Geschüttelt oder gerührt?" - Bond: "Seh ich so aus als ob mich das interessiert!"), aber das ist erfrischend. Die Bond-Reihe ist mit diesem Film in der aktuellen Zeit angekommen, in welcher sich Serienhelden wie Jack Bauer anschicken kompromisslos mit allen notwendigen Mitteln (Folter) die Welt zu retten. Es fehlt dem Film zwar ein charismatischer Bösewicht (dafür ist Mads Mikkelsen in der Rolle des Le Chiffre doch etwas zu blass geraten) und das Ende ist etwas zu langatmig, dennoch wird man aber insgesamt gut unterhalten. Und wenn Daniel Craig am Schluss der letzten Szene "Mein Name ist Bond, James Bond" sagt und die Bond-Musik einsetzt, dann kann man zu Recht feststellen: So ist es und es ist gut so.
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