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Kennen Sie Klaus Hugo Adam? Nein? So was. Aber den Aston Martin aus den James Bonds kennen Sie, mit Schleudersitz, elektrisch drehbaren Nummernschildern für alle Länder und einem ausfahrbaren Reifenschlitzer? Oder die Laserstrahl-Maschine aus Goldfingers Folterkammer und den verschiebbaren Vulkankratersee in
Man lebt nur zweimal? Der War Room aus Stanley Kubricks
Dr. Seltsam war sogar Ronald Reagan ein Begriff, den wollte er nämlich als Erstes sehen, als er damals im Weißen Haus sein Amt antrat. Und den Ingenieuren des KGB war die Bond-Serie scheinbar präsent genug, einen Kugelschreiber zu entwickeln, mit dem man schießen konnte. Es heißt auch, seit
Dr. No habe die Menschheit Angst vor Taranteln, auch wenn sie den Namen Belinda tragen.
Klaus Hugo Adam alias Ken Adam ist Schöpfer dieser Welten und Gadgets. Er ist der eigentliche Mister Q, Filmarchitekt und Designer der ersten sieben Bond-Filme, insgesamt über 80 Produktionen unterstanden bislang seiner Art Direction. Alexander Smoltczyk setzt dem Leben und der Arbeit dieses herausragenden Urbanisten des schönen Scheins nun endlich sein längst fälliges Denkmal. Informative Biografie und reich bebilderte Werkschau in einem, tritt das Porträt eines Mannes plastisch vor Augen, dessen Lebensmotto "Think big" war. Aufgewachsen im Berlin der 1920er-Jahre, vor den Nationalsozialisten nach England geflohen, danach Architekturstudium in London, Jagdflüge für die Royal Air Force, später dann zwei Oscars für die Ausstattung von Barry Lyndon und King George, lebt er heute in Los Angeles.
Es sind hoch interessante Geschichten von vor und hinter den Kulissen, die das Buch erzählt, für Adam jedoch scheinbar nicht interessant genug. Denn mehr als einmal sagte er, dass er die so genannte Wirklichkeit immer schon dröge und ziemlich unspannend fand -- weswegen er sie neu erfinden musste. Gut für ihn, gut für uns. --Mark Stöhr
Pressestimmen
Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 26.04.2002
"Lügner und Betrüger", "Angeber", "perfektionistischer Größenwahnsinniger": lustvoll schimpfend ehrt der Rezensent Gerhard Matzig den Filmarchitekten Ken Adam, dessen "gründlich recherchierte und liebevoll geschriebene" Biografie und Werkschau der Reporter Alexander Smoltczyk vorlegt. "Ein gutes Buch", so der Rezensent, in dem sowohl die großartigen Fiktionen der Filmstudios als auch das reale Leben des aus Berlin emigrierten Ken Adams, alias Klaus Hugo Adam, zur Geltung kommen: eine "aufregende Geschichte ... vom phantastischen Talent jenes Mannes mit der Montechristo-Zigarre im Mund und dem Flo-Master-Stift in der Hand", erinnert Matzig. Ist der 81-Jährige, heute in Los Angeles lebende Adam einfach ein Filmausstatter? Nein, noch immer ein "Weltausstatter, ein Welten-Erfinder, ein Schöpfer" - wie sein Vorbild Claude-Nicolas Ledoux, der Revolutionsarchitekt des 18.Jahrhunderts, meint Gerhard Matzig. Ken Adam habe noch siebzig andere teilweise weltberühmte Filme neben den sieben Bond-Filmen produziert, doch "die Haltung, der Stil, der Pop" des Bond seien das Wesentliche: gut ist "cool" und böse ist "nur kalt". Nicht immer ist deutlich, was der Biograf Alexander Smoltczyk sagt und was der Rezensent hingerissen beisteuert, aber unzweifelhaft ist, dass der Rezensent höchst zufrieden mit dem Biografen ist.
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