Zurück zu den Wurzeln, das war ganz eindeutig das Motto bei Produktion dieses Films.
Zuvor hatte man geklotzt, nicht gekleckert: "Der Spion, der mich liebte" war großformatiges, teuer produziertes Unterhaltungskino für die ganze Familie gewesen, "Moonraker" hatte den Helden samt Action in erdferne Sphären entrückt. Beide Filme versehen mit einem "Beißer", ein menschlich-technisches Frankenstein-likes Ungetüm, das Stahl durchbeißen konnte und alle Angriffe selbst mit tödlichsten Waffen überleben würde. Beide Filme daher beihnahe "over the top" (je nach Facon).
Dieser: erdig. Hart. Kompromisslos.
Moore zeigt - wohl erstmals und das auch einzige Mal - jenen Bond in der Schöpfungstradition des Ian Fleming, der Sean Connery wesentlich nähersteht als etwa Lord Brett Sinclair, dem adeligen Dandy aus "Die Zwei".
Und: dem Film tut das gut.
Auch sowohl Story als auch Dramaturgie werden "geerdet":
Klar, fasslich, ohne verspielte Wendungen, kommt dieser Film ganz gut ohne inszinatorische Verstiegenheit aus. Die Story wird nüchtern erzählt, mehr nicht (allerdings möglicherweise etwas leidenschaftslos).
Allererste Güte natürlich abermals die Sets (Cortina D'Ampezzo!), die Stuntchoreografie und Produktion an sich.
Besonderes Lob verdient die Musik: von Bill Conti ("Rocky") stammend, transportiert diese vergnüglich Early-Eighties-Feeling, ohne jedoch auf die Wurzeln des Themas zu vergessen. Heute zwar wohl nicht mehr angesagt (Synthie pur), als Kind der Zeit jedoch gerade richtig.
Etwas eigenschaftslos leider der Bösewicht, interessant kühl-erotisch die Hauptdarstellerin, für den Rezensenten eher ärgerlich die Rolle der verwöhnten Göre "Holly".
Insgesamt: guter Bonddurchschnitt mit noch einem "amtstüchtigen" Roger Moore.