Hm. Ohne zuviel von der Handlung vorweg nehmen zu wollen: Mit der diesem Bond-Film zugrunde liegenden Verschwörung habe ich doch so meine Probleme. Ich versuche jetzt einfach mal, die Story zusammenzufassen, was aber aufgrund der fehlenden Logik nicht einfach ist. Ein Medienunternehmer namens Carver, vielleicht Rupert Murdoch nachgebildet, wahrscheinlich aber noch mehr seinem verstorbenen Kollegen Ian Robert Maxwell, versucht mit Hilfe eines Stealth-Bootes, Großbritannien in einen Krieg mit China zu bringen. Nun liegt die letzte, erfolgreiche Invasion von China durch die Briten etwas zurück, nämlich 150 Jahre (die Opiumkriege), so dass man schon nicht versteht, wie dieser Krieg eigentlich funktionieren soll. Aber noch weniger versteht man die Motivation des Bösewichts Carver. Er sichert sich mit diesem Krieg die Exklusivrechte für Berichte aus China in den nächsten 50 Jahren. Ja, genau. Schon wirr, oder?
Na gut, dann verabschieden wir uns erst einmal von der Idee, dass ein Bondfilm eine überzeugende Story braucht. Schließlich war bei "Leben und Sterben lassen" die Geschichte auch nicht wirklich überzeugend und das ist trotzdem einer meiner Lieblingsbonds geworden. Aber da gab es wenigsten wirklich überzeugende, teils skurrile, teils wundervolle Charaktere. Aber bei "Der Morgen stirbt nie" fehlt mir auch das. Wozu war jetzt wirklich der Auftritt von Terry Hatcher gut? Und das zehnte Mal einen optisch perfekten, aber völlig ineffektiven, deutschen Schläger als Bösen zu sehen, fand ich auch irgendwie langweilig. Und Carver selbst hatte auch nicht mehr Charisma als ein typischer, amerikanischer Vertreter des mittleren Managements. Die einzige, wirklich interessante Gestalt, der Mörder von Paris Carver im Hotel Atlantik, durfte leider nur wenige Minuten auf der Leinwand erscheinen. Er hat auch den einzigen, wirklich witzigen Dialog. "Ich hätte sie auch aus Stuttgart erschießen können..."
Was bleibt dann noch? Wirklich gelungen ist das Produkt-Placement für den damals aktuellen BMW-7er, der im Film ferngesteuert werden kann. Auch das Motorrad der Firma wird gut in Szene gesetzt. Wir sehen ein bisschen Martial Arts, aber schlechter als in jedem aktuellen Hongkongfilm. Ich persönlich finde die Hauptdarstellerin nicht einmal wirklich hübsch. Und man hat auch das Gefühl, dass Bond selbst hier völlig austauschbar wäre. Brosnan kann kaum seine Eleganz, seinen Witz in den Film einbringen, wie er das im Film davor (Goldeneye) und auch im Film danach (The World is not enough) konnte.
Was bleibt also? Ein paar gute Tricks, insbesondere bei Verfolgungsjagden. Und sonst? Über den Rest schweige ich lieber.