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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
James Bond Reloaded!, 5. Juni 2008
Rezension bezieht sich auf: James Bond 007 - Casino Royale (Einzel-DVD) (DVD)
James Bond der Inbegriff des charmanten, gut-gekleideten, irgendwie unnahbaren Top-Agenten des britischen Geheimdienstes ist mit "Casino Royal" in eine neue Dimension vorgestoßen. Was mit Sean Connery begann und mit Pierce Brosnan endete, war der Stil des klassischen Agentenfilms. Mit relativ steifen Schemas in der Handlung. Hier pflegte der Agent nicht minutenlang hinter einem Bösewicht herzurennen, wenn überhaupt nur mit dem Auto. Zweikämpfe waren meistens nach dem gleichen Muster gestrickt, erst bekommt Bond einen auf die Nase, bevor er zum Gegenschlag ausholt. Sofern es überhaupt zu einem richtigen Kampf kam. Getötet wurde mit einem gewissen "Stil". Ganze Privatarmeen hat er zum Teufel gejagt, um am Ende eine hübsche Lady in seinen Armen zu halten.
"Casino Royal" ist für den Bond-Fan wohl ein wahrer "Schlag ins Gesicht". Daniel Craig spielt den Agenten mit einer nie-dagewesenen Intensität. Brutal und skrupellos geht er gegen seine Feinde vor - das gewisse Feeling der alten Bond-Filme sucht man die meiste Zeit vergebens. Aber ist das wirklich so schlecht?
Ich finde dieser Bond ist erfrischend anders. Er wirkt nicht mehr so unnahbar und aalglatt, sondern menschlisch, realitätsnäher. Oder wer hat nicht mit ihm gelitten, als er da so nackt auf dem Stuhl saß...
Dieses "menschliche" an Bond sorgt aber gleichzeitig dafür, dass die Handlung viel eindringlicher wahrgenommen wird. Vor allem zeigt sie einen kompromisslosen James Bond, der ohne mit der Wimper-zu-zucken Gegner umlegt, um sein Ziel zu erreichen. Dabei sind ihm alle Mittel recht - keine Spur mehr von Geradlinigkeit und Stil. Auch die Fronten scheinen zu verschwimmen - wer ist gut? Wer ist böse? Die Alten Bond-Filme haben das relativ schnell offenbart - aber dieser hier. Als ich dachte der Film ist zu Ende (kurz nach besagter Stuhl-Szene), setzt er noch einen drauf. Absolut fesselnd.
Die letzten Szenen schaffen es, eine gelungene Verknüpfung zu den alten Filmen herzustellen - oder wer sah im Geiste nicht einen Sean Connery im Anzug da stehen und den Satz sagen: "Mein Name ist Bond - James Bond."
Ich freue mich auf jedenfall riesig auf den nächsten Bond-Film, denn dieser Bond 2.0 bringt ordentlich Schwung mit, um eine ganz neue Ära des Agentenfilms einzuläuten.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Sehr harte Neuinterpretation!, 29. Dezember 2009
Rezension bezieht sich auf: James Bond 007 - Casino Royale (Einzel-DVD) (DVD)
Nach einem ebenso erfolgreichen wie beispiellos brutalen und skrupellosen Einsatz wird James Bond zum "00"-Agenten befördert. Er erhält von M, der Chefin des MI 6 die Aufgabe, den gewissenlosen Bankier Le Chiffre bei einem Pokerspiel im "Casino Royale" zu besiegen. Ihm zur Seite gestellt wird Vesper Lynd, die spröde und unnahbare Angestellte des Schatzamtes.
Die Pokerparty wird zu einem Psychoduell zwischen Le Chiffre und James Bond. Immerhin einhundertfünfzig Millionen Dollar stehen auf dem Spiel. Bald wird klar, dass es ein Spiel auf Leben und Tod ist, und Bond begeht den Fehler, seinen Gegner zu unterschätzen. Da ihm Vesper Lynd weitere Gelder des Schatzamtes verweigert, geht Bond einen Deal mit dem ebenfalls beteiligten Felix Leitner ein. Er ist sich sicher, dass er den Saal als Sieger verlassen wird.
Der neue Bond war eine Überraschung für die Kinobesucher. Nicht nur der neue Bond-Darsteller war von völlig anderem Zuschnitt als die bisherigen, auch die Story war eine komplett andere.
Zunächst fällt der Darsteller aus dem bisherigen Schema völlig heraus. Daniel Craig ist härter, muskulöser, wirkt völlig humorlos und zeigt nicht den Bond-typischen Charme. Doch er spielt genau den Bond, den das Drehbuch verlangt. Es ist der Ur-Bond, der Anfänger, der Mann, der erst zu einem "Doppelnull-Agenten" werden will, der mit Frauen und der High Society keinen Kontakt hatte und ihn auch noch nicht sucht. Diese Rolle fällt Craig bewundernswert aus. Seine Energie, seine maskuline Ausstrahlung, seine brutale Härte sind jederzeit spürbar.
Der entscheidende Gesichtspunkt ist demzufolge nicht die Wahl des Darstellers, sondern die des Drehbuchs. Hier hat Regisseur Martin Campbell eine solch abstruse, teils lächerlich unlogische, teils rein effektorientierte Umsetzung versucht, die Fans der Filmreihe abschrecken muss.
Er verlässt sich so sehr auf die Action-Elemente, qualvolle Folterszenen und unangemessen lange romantische Sequenzen, dass die zugrunde liegende Story zerhackt, unglaubwürdig und lächerlich erscheint.
Die Grundidee, einen internationalen Waffenschieber und einen Bankier über einen Poker-Spieltisch an Geld kommen zu lassen, ist so dämlich wie hanebüchen unwahrscheinlich.
Da die Protagonisten am Tisch nicht überzeugen und ansonsten die Handlung rein aus Action-Elementen besteht, fällt der Film im Bereich Drehbuch und Umsetzung durch.
Der dritte Aspekt, der den Machern dieses Streifens perfekt gelingt, ist die psychologische Entwicklung der Figur Bond. Hier gelingt es verständlich zu machen, wer Bond am Anfang war und wie er zu dem wurde, was in späteren Drehbüchern und Filmen die Grundlage des Welterfolgs war. Der Zynismus der Figur, sein Umgang mit Frauen und Gegnern wird in diesem Film transparent und überraschend nachdenklich gestaltet. Hier beweist Craig sein Können. Ihm ist dieser brutale Bond, der über Leichen gehende, skrupellose Bond jederzeit abzunehmen.
Auch das völlige Fehlen von Computertricks, fast fantasyartigen Waffen und Gimmicks, die in den letzten Bonds überhand nahmen, und der humorlose Ton fallen auf und machen diesen Bond zu einem aus der Reihe weit herausragenden, sie gleichzeitig aber auch konterkarierenden Film.
Hätte man den Film um dreißig Minuten gekürzt, ein wenig mehr Logik in die Handlung gebracht und auf die Fähigkeiten der Darsteller mehr vertraut als auf Action-Kino, dieser Bond wäre fantastisch geworden. So ist er ein etwas seltsamer, teils langweiliger, teils überdrehter Bond, der ein Nicht-Bondfilm sein will.
Da die Umsetzung auf DVD ordentlich ist - allenfalls das Bild ist ein wenig dunkel -, Extras aber leider gänzlich fehlen, stört nur der Bond-typisch sehr hohe Preis der Scheibe - aber vielleicht ist es ja nur eine Frage der Zeit, bis die DVD günstiger zu haben ist. Wer auf Extras nicht verzichten will, sollte sich die Special Edition zulegen, deren Preis jedoch liegt wiederum deutlich höher.
Stefan Erlemann
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27 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Verspätet endlich ein angemessener Bond fürs Neue Millennium, 23. Juli 2007
Rezension bezieht sich auf: James Bond 007 - Casino Royale (Einzel-DVD) (DVD)
Mein Vater hat mich als kleiner Junge ins Kino geschleppt, um 007 Filme zu sehen und dadurch begleitet mich diese Figur nun über 20 Jahre. Ich war ziemlich enttäuscht, dass ein bereits verfilmtes Werk der neue Bond Film wird. Und ich war geradezu entsetzt, als feststand, dass Daniel Graig der neue Bond wird. Relativ unbekannt, blond, mit Segelohren und wohl nicht gerade der Typ, auf den Frauen fliegen. Die Medien hatten ebenfalls schon weit vor Filmstart mit ihren Lästerschriften angefangen und Stimmung gegen Craig gemacht. Sogar Anti-Craig Webseiten entstanden! Der lange als Favorit gehandelte Clive Owen wäre von der Erfahrung, dem Bekanntheitsgrad und auch optisch sicherlich die weitaus bessere Wahl gewesen. Mein Interesse war gleich Null.
Doch bereits nach dem ersten Trailer wollte ich den Film unbedingt sehen! Als der Film dann ins Kino kam, vollzogen selbst die Medien eine 180 Grad Wendung. Auf einmal hieß es, es wäre der beste Bond aller Zeiten. Nur warum eigentlich?
Der Film beginnt am Anfang von Bonds Karriere, als er noch kein Doppel-Null Agent mit der Lizenz zum Töten ist. Diese muss er sich erst durch zwei Tötungen verdienen. Daher beginnt der Film auch in schwarz/weiß, was eine optische Veränderung gegenüber allen Bondfilmen bedeutet. Außerdem gibt es erstmals Rückblenden zu sehen.
Eine weitere größere optische Veränderung ist, dass (im gesamten Film) der Tod nicht mehr verharmlost dargestellt wird. Kein einfacher Schuss, kein kurzer (unblutiger) Abgang. Hier wird das Sterben vielfach in seiner langsamen, grausamen Realität gezeigt.
Inhaltlich liegt die große Veränderung darin, dass man die Bond typische Figuren Mrs Moneypenny und Q ersatzlos gestrichen hat. Die Actionsequenzen beruhen dadurch aber auch nicht mehr auf den Gimmicks, die Bond in jedem Abenteuer erneut von Q erhält. Stattdessen stehen sehr viel handgemachte Action und die Protagonisten selbst im Vordergrund (u. nicht vermehrt Computergraphik). Dadurch sind endlich auch die Kämpfe mal auf einem Niveau, das an eine echte Nahkampfspezialausbildung eines Agenten erinnert. Super!!!
Sehr angenehm ist auch, dass Bond nicht schon wieder die gesamte Welt vor irgendeinem visionären Spinner oder einer aggressiven Gruppierung retten muss. Hier ist das Ziel "nur" einer der größten Finanziers für das Terroristenmilieu. Das kommt aber wohl der Realität eines Geheimagenten wesentlich näher.
Obwohl alle Bondfilme stets (sehr) unterhaltsam waren, kann dieser mit einer weiteren neuen Facette aufweisen: Es ist der erste (!!!) Bondfilm, der tatsächlich mal echte Spannung aufbaut! Die über 140 Minuten Länge merkt man zu keinem Zeitpunkt. Das Geschehen wird überwiegend von Dialogen und Atmosphäre bestimmt. Es gibt eigentlich nur 3-4 längere Actionsequenzen. Aber die haben es wirklich in sich - denn wenn es erst mal zur Sache geht, dann kracht es richtig und ausgiebig! ;-)
Und der neue Bonddarsteller selber?
Der Charme früherer Bondfilme und insb. ihrer Darsteller ist sicherlich irgendwie verflogen. Dieser Bond hat Schwächen, er hat Angst, er schwitzt, er blutet, er leidet, wird gefoltert, er liebt und er ist sogar für ein paar Sekunden klinisch tot. Er ist viel weniger der Übermensch, zu dem Bond in den letzten Filmen geworden ist und der schon fast Klamauk pur war. (Man denke da nur an Pierce Brosnan, der in "Stirb an einem anderen Tag" schlecht animiert auf einer Motorhaube auf einer Welle surft - wie kurz zuvor Vin Diesel als "xXx".) Wenn man ehrlich ist, dann wirken viele Bondfilme mit ihren Figuren und Welteroberungsszenarien und den dazugehörigen Unterwasserbauten etc. heute geradezu peinlich.
Die gesamte schauspielerische Leistung von Craig hebt sich deutlich von allen anderen vorherigen Darstellern ab. Am meisten erinnert er an Timothy Dalton in "Lizenz zum Töten".
Auch die Flirtdialoge sind frivoler und direkter und der Humor ist ein anderer. So antwortet Bond auf die Frage ob er seinen Martini gerührt oder geschüttelt haben möchte mit " Sehe ich so aus, als wenn mich das jetzt interessiert?" Und er trifft damit genau den richtigen Ton in der Situation!
Muss ein Bond zwangsläufig dunkle Haare haben? Wenn die blonden Haare so schlimm gewesen wären, dann hätte man Daniel Graig diese ja schwarz färben können. Vermutlich war das aber genau die Intention der Produzenten. Mit der optisch so anderen Fassung des Bonddarstellers schien man von vornherein klar zeigen zu wollen, dass eine neue Ära anfängt und man neue Wege geht! Und das ist voll und ganz gelungen. Daniel Graig ist der coolste, charismatischste und menschlichste der 007-Agenten.
Klar ist er brutaler und kein Charmeur wie insb. Sean Connery. Aber dabei darf man nicht vergessen, dass selbst der Autor Ian Flemming mal sagte, dass er nie vor hatte, aus Bond eine besonders liebenswerte Person zu machen! Leider hat man sich in den Filmen dann immer mehr von der Ursprungsversion entfernt.
Sicherlich sind einige Szenen immer noch übertrieben, aber längst nicht so sehr, wie das in den letzten Bonds der Fall war.
Das einzige, was ich persönlich an dem Film wirklich bemängeln kann ist, dass man es versäumt hat, die Pokerregeln kurz zu erläutern, denn nicht jeder Zuschauer kennt diese. Dazu gehören insb. auch die verwendeten Begriffe wie Call, Check etc. Die max. 1-2 Minuten die dafür nötig gewesen wären, hätte man ruhig opfern können.
Abschließend man kann sich sicherlich darüber streiten, ob ein Film ohne Moneypenny, ohne Q und ohne seine technischen Spezialausrüstungen ein echter Bond ist - oder nur ein ganz normaler Action-/Agentenfilm. Ich persönlich habe (überraschenderweise!) das Fehlen dieser drei typischen Merkmale zu keinem Zeitpunkt vermisst. Dieser Film ist spannender als alle anderen Bonds zuvor, basiert viel mehr auf schauspielerischen Leistungen und weist grandiose, fulminante (handgemachte) Actionsequenzen auf.
Und so lautet mein Fazit: Bond ist tot, es lebe Bond!
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