Holger Janke schrieb keinen Reiseführer sondern einen sehr persönlichen Reisebericht, in dem er seine Reise zum Kap Fisterra, mit einer modifizierten BMW-Enduro, aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet.
Da ist der Ex-ZuFuß-Caminopilger, der seine Erinnerungen an eben diese Art den Jakobsweg zu gehen, einfließen lässt; der überzeugte Europäer, der den Weg als internationale Begegnungsmöglichkeit sieht; der evangelische Pfarrer, der seine, manchmal etwas zu viel Platz einnehmenden, Gedanken, Überzeugungen und Meinungen zu Gott und der Welt preisgibt; der Marathonläufer, der 50-jährige Mann, der Vegetarier, der Sohn, der Trauerbegleiter und natürlich der Motorradfahrer, der über seine Abenteuer, Alltäglichkeiten und besonderen Erlebnisse, seiner Biografie entsprechend, berichtet.
Auf diese Weise ergibt sich ein abwechslungsreiches Lesevergnügen, das den Leser, je nach Abschnitt mal mehr, mal weniger anspricht. Wie Holger Janke über den Jakobsweg ausführte: Sich auf den Weg zu machen (sich darauf einzulassen) ist die halbe Miete und erfordert anfangs ein wenig Mut (Eingewöhnungszeit), die Mitte (liest) geht sich meistens gut und ziemlich fließend, und die letzten Kilometer (Seiten) benötigen noch ein Mal ein etwas konzentrierteres Dabeibleiben und Durchhaltevermögen.
Vieles was Holger Janke beobachtete und erlebte, entspricht auch meinen Erfahrungen, die ich dieses Jahr(2010),auf den Jakobswegen, in Frankreich und Nordspanien (ebenfalls mit Motorrad gefahren)machte. Manches ließ mich schmunzeln, vieles nicken und nur sehr selten war ich erstaunt, oder konnte nicht mit dem Autor konform gehen. Auf jeden Fall war es streckenweise ein Nacherleben.
Fazit: Empfehlenswert,
auch wegen dem kleinen Preis,
auch für Nicht-Motorradfahrer und Nicht-Pilger, weil viele allgemeingültige Lebensweisheiten bedacht werden
und 1 EURO geht an die Biker-Helpline.