Grundsätzlich ist die Idee gut, einen Führer aufzulegen, in dem der gesamte Weg von Strasbourg bis nach Santiago de Compostella aufgezeichnet ist. Die geschichtlichen Informationen sind ja auch gut und wenn man sich eine gute Wanderkarte mitnimmt, kommt man mit den Streckenbeschreibungen schon ganz gut zurecht. Die Wanderkarte ist allerdings unerlässlich, denn die Karten in dem Buch sind sehr "high-level". Wenn man sich nur auf diese verlässt, bekommt man ein völlig falsches Gefühl betr. der Distanzen und man würde sich wahrscheinlich auch einige Male verlaufen. Was in diesem Buch allerdings fehlt, sind Angaben zu den Unterkünften (ob Pilgerherbergen oder andere Übernachtungsmöglichkeiten). Ein Beispiel ist hierfür der Teil, der über die Vogesen führt - gerade hier wären z.B. Angaben zu Berghütten und deren Öffnungszeiten dringend notwendig. Es nützt nichts, wenn der nächstliegende Ort im Tal mit Übernachtungsmöglichkeiten angegeben ist, man dazu aber an die 1000 Höhenmeter absteigen müsste, um dort hinzugelangen. Auch Bus- oder Zugverbindungsangaben für die grösseren Städte/Dörfer fehlen. Da ja nicht jeder den Weg in einem Stück zurücklegen kann, sind solche Informationen wichtig, wenn man die Teilabschnitte plant. Wie komme ich von A nach B bzw. welcher Bus bringt mich wohin, damit ich wieder Anschluss zu einem Zug Richtung Heimat habe? Das sind sehr grundsätzliche Dinge, die ich hier vermisst habe. Dem habe ich dann ab der 2. Etappe, mit Zelt, Isomatte & Schlafsack ausgerüstet, entgegengewirkt. Das nimmt auch den Stress, jeden Abend eine Übernachtungsmöglichkeit finden zu müssen. Wie gesagt - der Wegführer hat Vor- und Nachteile: er führt den Jakobspilger durch wirklich einsame und landschaftlich wunderschön gelegene Gegenden (speziell in Nordfrankreich) und ist für Abenteuerlustige und Individualisten geeignet, enthält aber unzureichende Angaben für all diejenigen, die gerne auf "Nummer sicher" gehen möchten betr. Unterkunft & An-/Abreise.