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Jakob schläft: Eigentlich ein Roman
 
 
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Jakob schläft: Eigentlich ein Roman [Gebundene Ausgabe]

Klaus Merz , Heinz Egger
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 80 Seiten
  • Verlag: Haymon Verlag; Auflage: N.-A. (8. August 1997)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3852182298
  • ISBN-13: 978-3852182292
  • Größe und/oder Gewicht: 21,3 x 13,4 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 653.493 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Klaus Merz
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

...es ist nicht die Geschichte vom Bruder Jakob, sondern der Roman von einem anderen Kind Renz, genannt 'Sonne'. Es hat einen Bruder Lukas mit Namen, der wünscht, daß anstelle des verstorbenen Bruders Jakob der lebende tot sei: Sonne, der Wasserkopf, der Klotz am Bein. In seinen Hinterkopf 'hatte sie ein paar Monate nach der Geburt zwei Löcher gebohrt. Bei Gegenlicht sah man im strubbigen Haar sein Herz schlagen'. Bei Gegenlicht sieht man auch das bange Herz des Erzählers klopfen. Später nämlich wird er diesen Bruder beinahe umbringen. Und so ist das Buch nicht nur das Stenogramm einer nachgetragenen Liebe, sondern auch das Zeugnis einer nagenden Schuld. Es bringt den gestockten Schmerz nicht zum Verschwinden. Aber es macht ihn wieder beweglich. Die anderen sind lange tot. 'Sie lassen die Beine ins Weltall baumeln. Und fürchten sich nicht'. Neue Zürcher Zeitung "Dieses schmale Buch gewinnt beim Lesen Umfang, Tiefe und Gewicht. Nichts Überflüssiges steht auf den wenigen Seiten des 22teiligen - von Heinz Egger mit suggestiven Tuschezeichnungen begleiteten - Textes, aber viel anfangs Rätselhaftes, das sich erst aus dem weiteren oder bei zweiter Lektüre erschließt. 'Jakob schläft' ist in der Tat, was der Untertitel verspricht: 'Eigentlich ein Roman'." Süddeutsche Zeitung "Der meisterhafte Prosaminiaturist hält sich auch hier an die sprachliche Konzentration, doch zwischendurch verhilft ihm das anekdotische Erzählen zu einem längern, epischen Atem. Weshalb sich dieser 'Mikroroman' etwas von der lakonischen Rätselhaftigkeit seiner andern Bücher abhebt...Vielmehr erteilt Klaus Merz, allen Lädierungen zum Trotz, darin licht und lächelnd die Lektion einer widerspenstigen Menschlichkeit, die ihn sein Vater gelehrt hat." Beat Mazenauer, Der Bund "Diese wenigen Seiten zeichnen ein umfassendes Bild, wie es sonst nur ein ausgewachsener Roman kann. Die kurzen Szenen sind von einer unglaublichen atmosphärischen Dichte und Zartheit, die einen immer wieder in ihren Bann ziehen." Ein Leser, Amazon "Klaus Merz erzählt mit einer Sprache, die nahe am Schweigen ihre Kraft entfaltet. Seine Sätze sind knapp, doch das Gegenteil von karg. Sie sind präzise Anklänge, aufs äusserste reduzierte Auslöser von Vergegenwärtigungen. Das macht, dass die Bücher von Klaus Merz, seine Geschichten, klein von Umfang, dabei voller Stoff sind. Die Nähe zum Schweigen gibt diesem Stoff, mehr als jede Redseligkeit es vermöchte, den Raum zu einer Intensität, die nicht ausschweift, sondern nach innen sich konzentriert. An der Leserin, am Leser liegt es, solche Konzentrationen zu beleben, mit dem Eigenen in Bezug zu setzen, aus der fremden Erfahrung des Autors die eigenen anzureichern." (Neue Luzerner Zeitung ) "Die Schicksalsfülle und die Welthaltigkeit in diesem jüngsten Buch des zweiundfünfzigjährigen Klaus Merz, der Gedichte und Prosa in schmalen Bänden veröffentlicht hat, hätte in der Tat für einen Roman ausgereicht. Aber Merz macht etwas anderes damit; er malt nicht in Öl, sondern läßt die Erinnerung in Bildern wie Tusche- und Buntstiftzeichnungen zu Literatur werden, von der man sich in deutscher Sprache mehr wünschen würde - mit ebensoviel Sinn für Sentiment wie für Witz, den geglückten Ausdruck, die 'richtige' Kleinigkeit. Er weiß, wie es zuging, und er weiß, auf welche Weise man davon erzählen kann. Er weiß, wie man das Schwierige einfach sagt. Selten wird die kleine Form zu so großer Kunst." (Stuttgarter Zeitung) "... Aber nicht nur die ungewöhnliche Verschränkung von Leidens- und Glücksbericht läßt diese Familiengeschichte einnehmen und merkwürdig werden. Dafür sorgt auch der poetische, beiweilen fast lyrische Ton, in dem diese Abbreviatur eines Romans gehalten ist. Für alle 'Bresten' und Unglücksfälle, für die Anfälle des Vaters wie für den Wasserkopf des Bruders, findet der Erzähler Namen und Bilder von eindrucksvoller, wenn auch beklemmender Schönheit. Das weckt zunächst ein gewisses Unbehagen. Man fürchtet, daß es dem Verfasser nur um die ästhetische Ausbeutung des Leids oder um den aufmerksamkeitsheischenden Effekt der Groteske gehen könnte. Doch immer deutlicher wird spürbar, daß sich die Poesie dieses Büchleins unbefangener Zuwendung verdankt und Ausdruck liebevollen Eingedenkens ist." (Frankfurter Allgemeine Zeitung) "Ein Buch, das sowohl profunder wie leichter Lektüre standhält. Die Literaturkritik begrüßte das Buch und die Leserschaft liebt es." (Beat Mazenauer, Freitag, Die Ost-West-Wochenzeitung) "... Für die Schnellen ist Merz' Geschichte von Kindheit und Krankheit ohnehin nichts. Alle anderen spüren ab der ersten Seite, daß dieses Buch, das im Untertitel 'Eigentlich Roman' heißt, eigentlich ein Gedicht ist. Nicht weil es Reime hätte, Wortgymnastik oder strapaziöse Dunkelheiten - es liest sich alles leicht, fast wie von selbst. Aber viele Wendungen und Bilder haben eine Ladung und Strahlkraft wie sonst nur in Gedichten, ein Wort von Merz ist wie der kleine Finger dieser Wundmasseure, die eine unauffällige Stelle an der Fußsohle antippen, und der ganz Rücken wird uns warm. Oder kalt. ... Man liest diese Bilder einer Kindheit, man hält den Atem an und atmet auf (denn man liest hier körperlich), aber mehr als all das - strahlt man, schmilzt man, lacht. Mag auch der Tod in manchen Seiten stecken, es steckt in allen Liebe, ... ." (Die Weltwoche)

Die Presse

Am Endes dieses intensiven und schönen Buches stellt die Leserin mit Vergnügen fest, daß der Untertitel doch stimmt: "Jakob schläft" ist tatsächlich "Eigentlich ein Roman". Weder Autor noch Verlag haben zuviel versprochen.

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
24 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Wirklich lesenswert! 4. November 2008
Von M. Polo+
Format:Gebundene Ausgabe
Ich bin eher durch Zufall auf diesen schweizer Autor gestossen und habe es wirklich nicht bereut, ihn "entdeckt" zu haben.
Jakob Schläft ist eines der besten Bücher, die ich in den letzten Jahren gelesen habe, und sogar zu einem meiner Lieblingsbücher avanciert. Erzählt wird die Geschichte einer schweizer Familie aus der Sicht des mittleren Sohnes Lukas. Sein älterer Bruder Jakob ist gestorben und der jüngere, "Sonne" behindert, obwohl Lukas möchte, dass es umgekehrt wäre. Erzählt wird vom Leid, aber auch vom kleinen Glück dieser Familie, in einer intensiven Sprache. Das Buch ist gerade einmal knappe 80 Seiten dick, doch es braucht nicht mehr, um das zu sagen, was es sagen will, während andere Autoren auch bei 300 Seiten auch noch nicht zum Punkt gekommen sind. Jeder Satz ist Lesevergnügen pur, "geballte Literatur" wie es so schön heißt.
Ich empfehle dieses Buch unbedingt weiter an jene, die gute Literatur zu schätzen wissen und denen es wie mir, enorme Freude bereitet, ausdrucksstarke Sätze zu lesen (die ich doch gar nicht meiner Gewohnheit entsprechend sogar mit Bleistift gekennzeichnet habe).
War diese Rezension für Sie hilfreich?
31 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
"Eigentlich ein Roman" nennt der Autor Klaus Merz (geb. 1945) im Untertitel seinen nur 75seitigen Text. Aber diese wenigen Seiten zeichnen ein umfassendes Bild, wie es sonst nur ein ausgewachsener Roman kann. Die ganze ärmliche Welt einer Schweizer Dorfbäckerfamilie in den sechziger Jahren wird mit wenigen Worten zum Leben erweckt. Aber wie reich ist diese materiell arme Welt, denn sie wird aus der Sicht des jungen Lukas, des mittleren Sohnes der Familie Renz erzählt. Unter seinem kindlichen Blick bekommen die Katastrophen der Familie eine ganz neue Bedeutung; aber der erwachsene Leser durchschaut die verharmlosende kindliche Sicht und erahnt das ganze Ausmaß des Unglücks, das über die Familie hereingebrochen ist: Tod des ersten Kindes bei der Geburt, Wasserkopf des jüngsten Kindes, Depressionen der Mutter und epileptische Anfälle beim Vater. Nur der Ich-Erzähler Lukas Renz - ein kaum verschlüsseltes Anagramm des Autorennamens - ist vom Kreislauf der Krankheiten verschont. Solche Familientragödien aus dem österreichischen oder Schweizer Hinterwald gibt es viele, man denke nur an Peter Handkes "Wunschloses Unglück". Diese hier fasziniert vor allem durch ihren Stil. Denn aus dem Meer der Geschwätzigkeit in Alltag und auch Literatur ragt dieser Kurzroman wie eine Insel der Seligen heraus. In völlig ungewohnter - und auch unkindlicher - Lakonie erzählt Lukas so knapp und andeutend, dass kaum eines der 22 Kapitel länger als drei, vier Seiten ist. Aber die kurzen Szenen sind von einer unglaublichen atmosphärischen Dichte und Zartheit, die einen immer wieder in ihren Bann ziehen. Aber natürlich wird bei einem solchen Erzählen ein sehr aufmerksamer Leser gebraucht, der nicht auf "action", heftige Nervenkitzel und schnelle Unterhaltung aus ist. Wer sich aber auf die assoziationsreich erzählte Welt von Lukas Renz alias Klaus Merz einlässt, dem wird ein liebenswert-eindrucksvolles Wort-Bild gemalt, das die gleichen Farben ausstrahlt wie die Krawatte, die Lukas' Vater trägt: "Pastellfarben ohne Glanz, aber voll von Wärme."
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Nachteule
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
Ein dünnes Bändchen in schöner poetischer Sprache. Leise, einfache Sätze, die mich nachdenklich stimmten und in meinen Gedanken die 50-er und 60-er Jahre auferstehen ließen. Damals waren Menschen, die behindert oder krank waren, Geschöpfe, die man teilweise versteckte, aber die oft auch ganz selbstverständlich in der Gemeinschaft integriert waren oder im schlimmsten Fall, verspottet wurden. Lukas hat in seiner Familie gleich drei Exemplare außer der Norm, einen Bruder mit "Wasserkopf", einen Vater, der an Epilepsie leidet und eine Mutter, die schwermütig ist. Trotzdem ist das Buch nicht trostlos, es sind Aneinanderreihungen von schönen und lebendigen Momenten und Gedanken eines jugendlichen Lebens.
Als Beispiel hier ein Auszug, in dem Lukas über seinen Vater schreibt: "Er war im Halbschlaf in einen Hinterhalt geraten. Die Ärzte nannten es Epilepsie."
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