»Kraft hat eine lesenswerte Biografie über den beinahe vergessenen Schriftsteller Jakob Wassermann geschrieben, den Marcel Reich-Ranicki treffend als ›radikalen Moralisten, aber mit einer Schwäche für billigen Pomp‹ und als ›passionierten Psychologen mit dem Drang zur handfesten Kolportage‹ charakterisierte. Gleichzeitig zeichnet er ein stimmungsvolles Bild des beginnenden 20. Jahrhunderts bis zum aufkeimenden Nationalsozialismus.«
sandammeer.at 07.04.2009»Kraft aktualisiert Wassermann nicht, sondern überlässt es weitgehend dem Leser, die für ihn relevanten Schlussfolgerungen aus den Darstellungen seiner Lebensumstände zu ziehen. In diesem Verfahren wird das schriftstellerische Vermögen Krafts erkennbar, das mehr auf die Urteilsermöglichung setzt als auf die Überredung seiner Leser.«
literaturkritik.de 16.03.2009»Mit einem Vortrags- und Filmabend des Germanisten Thomas Kraft im ausverkauften Uferpalast würdigte die Stadt Fürth am Donnerstag einen ihrer bedeutendsten Söhne: Jakob Wassermann. Mit einem Vortrag und einem Film voll seltener Bilddokumente versucht nun Thomas Kraft, Leben und Werk des Schriftstellers den Literaturfreunden wieder näherzubringen.«
Nürnberger Nachrichten 23.02.2009»Kraft verliert nirgendwo die Distanz zu seinem Gegenstand, enthält sich aller unbegründeten Spekulationen und jedes biographischen Voyeurismus und bietet das eingängig geschriebene Lebensbild eines Autors, der nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland, Österreich und Italien, wo sein Werk während des Faschismus bekämpft wurde, noch immer viel gelesen wird.«
Frankfurter Allgemeine Zeitung 11.02.2009»Jakob Wassermann war der Johannes Mario Simmel seiner Zeit. [...] Wie Simmel war auch Wassermann besser als sein Ruf. Trotz einer gewissen barocken Opulenz beeindruckt der 1873 in Fürth geborene Schriftsteller und radikale Moralist durch einen Ideenreichtum, der bis heute kaum zu finden ist. [...] Wer sich über Jakob Wassermann sachkundig machen will, der ist bei Kraft gut aufgehoben. Er erfährt viel über das Leben dieses notorisch von Geldsorgen geplagten Bestseller-Autors, der die Frauen liebte, doch zeitlebens unter seinen Ehen litt.«
Die Welt 20.12.2008»Einer der meistgelesenen Autoren der Weimarer Republik droht in Vergessenheit zu geraten. [...] Der Literaturwissenschaftler Thomas Kraft hat jetzt eine die Lebensgeschichte und das Werk Wassermanns gut ausgeleuchtete Biografie geschrieben, die dem Vergessen entgegenwirkt.«
Mannheimer Morgen 17.12.2008»Kraft stellt Leben und Werk des von Thomas Mann als Weltmeister des Romans titulierten Autors prägnant und präzise dar und ortet beides vor dem zeitgeschichtlichen Hintergrund zwischen Erfolgsstory (1,5 Millionen Gesamtauflage in der Zeit von 1910 bis 1933) und antisemitischen Exzessen.«
Fränkischer Tag 06.12.2008»Die umfangreiche, gut bebilderte Biografie basiert auf gründlichen Recherchen und fundierter Kenntnis des literarhistorischen Hintergrunds, ohne dabei einen wissenschaftlichen Tonfall anzuschlagen. Einfühlsam folgt Kraft dem Lebensweg Wassermanns und macht damit dessen Werk wohl zum ersten Mal seit langem wieder einer großen Öffentlichkeit zugänglich.«
Süddeutsche Zeitung 19.11.2008»Ein faszinierendes Sachbuch über einen privat nicht unproblematischen Mann und radikalen Moralisten, der aber auch eine Schwäche für billigen Pomp hatte.«
Hallo München 24.06.2009»Thomas Krafts Biografie über Jakob Wassermann, die erste ausführliche Biografie überhaupt,... die einen Literaten wieder auf jenen Boden zurückholt, den man ihm gerade in den letzten Jahren zeitweilig entzogen hatte. ... Das Leben Wassermanns zwischen der Geburtstadt Fürth und dem Exilort Altaussee, wo er 1934 starb, ist - vor allem wie Kraft es mit Distanz und Respekt nachforscht und -erzählt - schon selber der Roman, den der Autor nicht schrieb. Thomas Kraft weiß die Person, die mit aller Macht dazugehören wollte, einzuordnen in ihre Zeit; er spricht mit staunender Bewunderung über die Irrwege dieses unsteten Menschen, dem die Nazis schließlich auch noch am hintersten österreichischen See die ersehnte Ruhe zu rauben wussten; er versteht es mit Bedacht, das üppige, oft genug der Sensation nacheilende Werk nach wirklichen Inhalten abzuklopfen, es klug zu vergleichen mit der enormen Vielschichtigkeit, experimentellen Aufmüpfigkeit, politischen Eindeutigkeit und sprachlichen Qualität der deutschen Literatur vor 1933, zu der es denn doch nicht so recht passen mochte. Thomas Kraft trägt mit dieser Biografie zum Verständnis eines populären Unbekannten bei.«
Bayerische Staatszeitung 19.06.2009»Thomas Kraft gelingt eine wissenschaftlich fundierte, gleichzeitig gut lesbare Betrachtung eines bemerkenswerten Schriftstellerlebens. Er präsentiert uns Jakob Wassermann als ehemals erfolgreichen Autor, als jemanden, der mit einem Bein im 19. Jahrhundert und mit dem anderen in der literarischen Moderne steht, als einen wichtigen Schriftsteller aus Franken und als Menschen, der in seinem Bemühen zwischen Judentum und Deutschsein die Brücke zu schlagen eine gewisse Tragik verkörpert.«
Dirk Kruse, Bayerischer Rundfunk Online 06.11.2009
Jakob Wassermann (1873-1934), Sohn eines jüdischen Spielwarenfabrikanten aus Fürth, war einer der meistgelesenen Autoren in der Weimarer Republik. Viele seiner Romane wurden zu internationalen Bestsellern, wie Caspar Hauser oder Der Fall Maurizius. Henry Miller schrieb über Der Fall Maurizius, er habe es so oft und so erschüttert gelesen wie kein anderes Buch.
Thomas Kraft beschreibt Leben und Werk dieses »Weltstars des Romans« und bezieht dabei den Zeitkontext, die politischen, aber auch die literarischen Umbrüche, genauso mit ein wie prägende persönliche Aspekte, so zum Beispiel Wassermanns Wurzeln im Fränkischen, seine problematische Ehe und den allgegenwärtigen Antisemitismus.
Thomas Kraft legt hier die erste klassische Biografie Wassermanns vor.