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Jakob der Lügner. Roman
 
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Jakob der Lügner. Roman (Taschenbuch)

von Jurek Becker (Autor)
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (41 Kundenrezensionen)
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Produktinformation


Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Jakob der Lügner
OA 1969 Form Roman Epoche Moderne
Jurek Beckers Erstlingsroman, in den persönliche Erfahrungen einflossen, gehört zu den gelungenen Versuchen, das Grauen der Judenvernichtung während des Zweiten Weltkriegs literarisch zu verarbeiten. Becker selbst wuchs im Warschauer Ghetto sowie in den Konzentrationslagern von Ravensbrück und Sachsenhausen auf. Von 1960 bis 1977 lebte Becker, der erst nach 1945 Deutsch lernte, in Ostberlin, wo auch der Roman entstand.
Inhalt: Der Ich-Erzähler, Überlebender eines polnischen Ghettos, schildert die Geschichte des Ghettobewohners Jakob Heym, der durch Zufall im deutschen Polizeirevier aus dem Radio Satzfetzen einer Meldung vernimmt, die fortan das Leben im Ghetto verändern sollte: »In einer erbitterten Abwehrschlacht gelang es unseren heldenhaft kämpfenden Truppen, den bolschewistischen Angriff 20 km vor Bezanika zum Stehen zu bringen.« Jakob kennt diesen Ort nur vom Hörensagen, doch weiß er, dass Bezanika nicht sehr weit vom Ghetto entfernt liegt. Gleichzeitig wird ihm bewusst, dass diese Nachricht den Ghettobewohnern einen konkreten Anlass zum Durchhalten und Weiterleben geben würde, denn mit dem sowjetischen Vormarsch näherte sich auch die Befreiung.
Um die Glaubwürdigkeit seiner Informationen zu erhöhen, behauptet Jakob, selbst über ein Radio zu verfügen, dessen Besitz streng verboten ist. Durch die Notlüge gerät er unversehens in die Zwangslage, ständig neue Nachrichten erfinden zu müssen; sein Lügengewebe führt zu tragikomischen Situationen und das technische Medium wird zum Symbol von Verheißung und Gefahr. Einerseits schöpfen die Ghettobewohner wieder Hoffnung; sie schmieden Pläne, die Selbstmordrate ist rückläufig. Andererseits befürchten einige seiner Leidensgenossen, dass die Entdeckung des Radios durch die deutschen Besatzer letztlich alle gefährden könne.
Jakob tritt seinen Kritikern entgegen, indem er die Wahrheit enthüllt, doch sein Eingeständnis wird nicht erkannt. Als die Lügen seine Kräfte zu übersteigen beginnen, vertraut er sich seinem Freund Kowalski an, der mit dem Geständnis scheinbar gleichgültig umgeht, in der Nacht aber Selbstmord begeht. Jakob begreift, dass er seine Leidensgenossen weiterhin mit Informationen über die bevorstehende Befreiung versorgen muss, doch schon am darauf folgenden Tag werden die Ghettobewohner ins Konzentrationslager abtransportiert. Der Roman bietet dem Leser zwei Schlüsse an: Das »blasswangige und verdrießliche, das wirkliche und einfallslose Ende« schildert den Abtransport aller Ghettobewohner. Doch gegen diesen Schluss erfindet sich der Erzähler ein hoffnungsvolles Ende aus eigener Fantasie: Zwar stirbt Jakob, der Lügner, bei seinem Fluchtversuch, aber das Ghetto wird von den russischen Truppen befreit.
Wirkung: Die außergewöhnliche Leistung des Romans liegt in seiner unpathetischen Darstellungsweise. Becker erzählt mit distanzierter Ironie vom Alltag der Ghettobewohner und verdeutlicht umso mehr Schrecken und Irrwitz der Situation im von Deutschen besetzten Polen. Der Roman wurde 1974 in der DDR verfilmt (Regie: Frank Beyer; Titelrolle: Vlastimil Brodsky); 1999 folgte eine weitere Verfilmung mit Robin Williams in der Hauptrolle (USA, Regie: Peter Kassovitz). J. R. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

Das Buch erzählt eine Geschichte aus dem Ghetto während des Krieges. Es ist nicht eine Geschichte vom Widerstand, sondern von einem Heldentum ganz anderer Art; eine melancholisch-heitere, leise, eine kunstvolle komponierte Geschichte ist es, die ohne Phantasie und Menschlichkeit nicht denkbar wäre und deren Held Jakob ein "Lügner aus Barmherzigkeit" ist.

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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Vielleicht das beste Buch zu diesem Thema!, 30. August 1999
Von Ein Kunde
Die Zeit nähert sich dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Die Deutschen sind auf allen Fronten auf dem Rückmarsch; die vernichtenden Niederlagen in Stalingrad und El Alamein haben dazu beigetragen.

In diese Zeit aus Bewegung und Umbruch, die Angst vor der Niederlage und Hoffnung auf Befreiung, hat Jurek Becker seinen Roman plaziert. Der Protagonist Jakob lebt in einem Ghetto, das sich weiter östlich befindet. Als er einmal gegen die Sperrstunde verstößt und daraufhin zum Revier muß, hört zufällig die verstümmelte Nachricht, daß die Deutschen bis kurz vor Bezanika zurückgeschlagen wurden. Zwar kennt er die genaue Lage des Ortes nicht, weiß aber, daß er nicht unendlich weit sein kann. Eine ungeheulich hoffnungsvolle Nachricht für Jakob, denn Ghettobewohnern wird der Zugang zu Informationen verwehrt.

Er erzählt heimlich Mischa davon, und so erfährt es das ganze Ghetto. Doch um die Nachricht glaubwürdig erscheinen zu lassen, damit sie keine vergebliche Hoffnung weckt, erzählt Jakob, er habe sie mit seinem eigenen Radio gehört, was unter Strafe verboten ist.

Und so wird Jakob zu einem vermeintlichen Lügner: Um den anderen Hoffnung auf Rettung zu verleihen, muß er immer wieder neu Erfundenes von sich geben. Doch inwieweit stimmen Jakobs Berichte? Kommen die Russen wirklich näher?

Geschildert wir auch sehr gut das alltägliche Leben der Ghettobewohner mit Zwangsarbeit, Züchtigungen, den Wohnverhältnissen.

Das Buch ist unbedingt lesenswert. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)

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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen großartiger Roman über das Leben im Getto, 12. Januar 2000
Von Ein Kunde
Jurek Becker, selbst Überlebender des Holocaust und aufgewachsen in Getto und KZ, hat mit „Jakob der Lügner" einen der gelungensten Versuche, die nationalsozialistische Judenvernichtung literarisch zu bewältigen, vorgenommen. Die Geschichte erzählt die Geschichte des Gettobewohners Jakob Heym, der zufällig eine Nachricht aus dem Radio mitbekommt, nach der russische Truppen die deutschen im Rahmen einer Schlacht zurückgedrängt hätten. Da diese Nachricht Hoffnung auf eine Errettung gibt, erzählt Jakob sie weiter und behauptet - um die Glaubwürdigkeit zu unterstreichen- er hätte ein (verbotenes) Radio, in dem er die Nachricht vernommen habe. Durch diese Notlüge gerät Jakob aber in die missliche Lage, immer neue Nachrichten erfinden zu müssen, da er den anderen Gettobewohnern, die wieder beginnen, Zukunftspläne zu schmieden, ja die Hoffnung nicht nehmen kann. Ein überaus interessanter Roman, der ohne viel Pathos und Sentimentalität den Alltag im Getto beschreibt. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Jakob der Lügner oder die paradoxe Wahrheit, 26. November 2002
Von Francis Pierquin (Vernouillet, France - fspierqu@club-internet.fr) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Unversehens gerät der Gettoinsasse Jakob Heym ins deutsche Polizeirevier, schnappt dort die Meldung auf, die Russen seien auf dem Vormarsch und kommt ungesehen heil wieder heraus. Und steht somit vor dem Dilemma : Wie denn seinen Leidensgenossen diese erfreuliche Nachricht mitteilen, ohne sich selbst zu gefährden ? Schließlich hat ja noch kein Jude das Revier lebend wieder verlassen, es sei denn, er sei ein Spitzel. Unter dem Siegel der Verschwiegenheit gibt Jakob also vor, einen Radioapparat zu besitzen und Fremdsender abgehört zu haben. Unter dem Siegel der Verschwiegenheit deshalb, weil einen solchen Apparat zu besitzen strengstens verboten ist und unter Todesstrafe steht. Somit lässt sich Jakob aber auf ein Spiel mit unabsehbaren Folgen ein. Denn statt - gefährlich genug - eine einmalige Nachricht zu übermitteln, erlegt er sich selbst den Zwang auf, von nun an neue Nachrichten von der Front und den anrückenden Befreiern immer wieder zu streuen. Ob unmittelbar oder über Drittmänner, bald hängt das ganze Getto an seinen Lippen, es wird wieder gehofft, und sogar die Selbstmorde hören auf. Verkehrte Welt : Der einzige, der an diesen neuen Zuständen leidet und mitunter verzweifelt, weil sie ihm über den Kopf zu wachsen drohen, ist Jakob selbst, ausgerechnet er, der den anderen soviel Hoffnung einflößt. Eine durch und durch verzwickte und verstrickte Lage, und eine doch ach wie einfühlsame, feinfühlige, und packende Erzählung, die, obwohl von Lügen nur so strotzend, den Nagel auf den Kopf trifft und der Getto-Wahrheit wohl sehr nahe kommt. Nicht der Wahrheit im historischen Sinne mit Daten, Zahlen, Fakten usw..., sondern der subjektiven und emotionalen Wahrheit derer, die ins Getto gezwungen wurden. Vielleicht war kein anderer berufener, dieser einen Wahrheit auf die Spur zu kommen, als Jurek Becker, der als Kind ins Getto von Lodz eingewiesen wurde, in der Nachkriegszeit aber keine bewusste Erinnerung daran bewahrt hatte. Dafür aber sicherlich ein Einfühlungsvermögen, das ihn hinterher befähigen sollte, solch einen unter die Haut gehenden Roman zu schreiben. Literatur im besten Sinne des Wortes : Erfinden - mitunter sogar lügen -, um der inneren Wahrheit Ausdruck zu verleihen. In einem ergänzenden und gleichwohl unentbehrlichen Atemzug zu lesen mit „Der Pianist" von Wladyslaw Szpilman und „Das Getto kämpft" von Marek Edelman.
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5.0 von 5 Sternen Jakob der Notlügner
Der erste Roman Jurek Beckers erzählt die Geschichte des Juden Jakob Heyms, der gemeinsam mit anderen Juden in einem Ghetto nahe einer polnischen Stadt lebt. Lesen Sie weiter...
Vor 6 Monaten von Sagxulo veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen Schönes Buch
Das Buch ist sehr schön gebunden und sogar noch in Folie verpackt.
Für Buchliebhaber zu empfehlen.
Vor 6 Monaten von E. Vogl veröffentlicht

4.0 von 5 Sternen gute Hintergrundsinfos
sowohl der historische, als auch der persönliche Hintergrund des Autors wird gut beleuchtet und das Gesamtgeschehen auf dem Boden der DDR-Literatur eingeordnet. Lesen Sie weiter...
Vor 9 Monaten von Beate veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen Beckers Lagerroman - ein unglaublich gutes Buch
Marcel Reich-Ranicki, wortgewaltiger Chefkritiker der deutschen Literatur, hat den 1969 erstmals erschienenen Lagerroman "Jakob der Lügner" 2001 im "Spiegel" in den Kanon... Lesen Sie weiter...
Vor 11 Monaten von Pimpek veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen Unglaublich gefühlvoll und tiefsinnig
Als erstes, Beckers Roman ist mit Abstand eines der besten Bücher das ich je gelesen habe. Es ist spannend, gut lesbar udn verständlich aber hat trotzdem eine sehr tiefe... Lesen Sie weiter...
Vor 22 Monaten von Tokee veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen zeitloses werk
es bedarf gewiss einer bestimmten reife, dieses werk zu lesen. ich wollte es vor jahren, bzw sollte es und wollte es nicht. Lesen Sie weiter...
Vor 24 Monaten von Moses veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen Bewegend und anrührend
So eine bewegende und anrührende Geschichte!
Hier ist jedes weitere Wort zuviel!
BITTE unbedingt selber lesen!
Veröffentlicht am 10. Februar 2008 von Bookoholic

2.0 von 5 Sternen Gutes Thema
Das Thema des Buches wurde vom Autor unumstritten gut in Worte gefasst, dennoch sind mir selbst während des vorangeschrittenen Lesens viele Figuren suspekt und auch etwas fremd... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 20. Oktober 2007 von Poisengirl666

5.0 von 5 Sternen Tolles Buch! Unbedingt lesen!
Jurek Beckers "Jakob der Lügner", der 1969 in der DDR erschien, zählt zu den großen Werken der deutschen Literatur, die sich mit der Zeit des Nationalsozialismus beschäftigen. Lesen Sie weiter...
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3.0 von 5 Sternen Ghetto und Hoffnung - geht das?
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Veröffentlicht am 11. Dezember 2006 von B. Kugler

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