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»Wer etwas von unserem Land begreifen will, der lese und sehe ›Jakob der Lügner‹! ... ein literarischer Durchbruch in einer Zeit des gesellschaftlichen Aufbruchs ... eines der berührendsten und menschlichsten Bücher über das unsagbare Verbrechen des Holocaust.«
(Frank-Walter Steinmeier Die Welt )In diese Zeit aus Bewegung und Umbruch, die Angst vor der Niederlage und Hoffnung auf Befreiung, hat Jurek Becker seinen Roman plaziert. Der Protagonist Jakob lebt in einem Ghetto, das sich weiter östlich befindet. Als er einmal gegen die Sperrstunde verstößt und daraufhin zum Revier muß, hört zufällig die verstümmelte Nachricht, daß die Deutschen bis kurz vor Bezanika zurückgeschlagen wurden. Zwar kennt er die genaue Lage des Ortes nicht, weiß aber, daß er nicht unendlich weit sein kann. Eine ungeheulich hoffnungsvolle Nachricht für Jakob, denn Ghettobewohnern wird der Zugang zu Informationen verwehrt.
Er erzählt heimlich Mischa davon, und so erfährt es das ganze Ghetto. Doch um die Nachricht glaubwürdig erscheinen zu lassen, damit sie keine vergebliche Hoffnung weckt, erzählt Jakob, er habe sie mit seinem eigenen Radio gehört, was unter Strafe verboten ist.
Und so wird Jakob zu einem vermeintlichen Lügner: Um den anderen Hoffnung auf Rettung zu verleihen, muß er immer wieder neu Erfundenes von sich geben. Doch inwieweit stimmen Jakobs Berichte? Kommen die Russen wirklich näher?
Geschildert wir auch sehr gut das alltägliche Leben der Ghettobewohner mit Zwangsarbeit, Züchtigungen, den Wohnverhältnissen.
Das Buch ist unbedingt lesenswert. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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