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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Das Kind & der Tod,
Von
Rezension bezieht sich auf: Jakob (Gebundene Ausgabe)
Vom Umgang mit dem Tod handelt dieses Werk von Felix Mertikat und Benjamin Schreuder.Der kleine Jakob bekommt von einem Geistlichen die Nachricht, daß seine Mutter 'gegangen' ist. Damit kann er wenig anfangen, und macht sich auf die Suche nach ihr. Wie in einem Märchen oder z.B. in 'Der Zauberer von Oz' trifft er dabei verschiedene Wesen, die ihm dabei behilflich sind oder zumindest so tun. Wird Jakob jemanden finden, der ihm den Weg zu seiner Mutter weist? Optisch ist das ganze ein Leckerbissen. Verträumt und sanft wurde die Geschichte bebildert, was auch vom Breitformat unterstützt wird, da die Bilder besonders gut in Szene gesetzt werden. Und als Hardcover wirkt der Band sehr hochwertig. Im Anhang gibt es noch einige Skizzen mit Erläuterungen. Ähnlich wie z.B. 'Der kleine Prinz' oder 'Meine Mutter ist in Amerika, und hat Buffalo Bill getroffen' (beschäftigt sich ebenfalls mit dem Tod der Mutter) sollte man nicht von einem Kinderbuch ausgehen, denn die kindliche Optik wird als Stilmittel eingesetzt. Man kann Cross Cult nur beglückwünschen, daß sie bei ihrer ersten Eigenproduktion aus Deutschland gleich ein so glückliches Händchen bewiesen haben. Volltreffer! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die Gebrüder Grimm wären stolz...,
Von
Rezension bezieht sich auf: Jakob (Gebundene Ausgabe)
Jetzt mal ehrlich, wann hat man schon einmal so ein reifes Debüt in so jungen Jahren, noch dazu in einem Genre-fremden Gebiet erlebt?Beide Künstler sind Studenten der Filmakademie Baden-Württemberg, aber das merkt man dem Werk glücklicherweise in jeder Phase an. Starke Winkel und Fokus auf bestimmte Körperpartien, flüssige Übergänge zwischen den kaum, und wenn dann weiß-gerahmten Panels und optische Spielereien wie Gleichzeitigkeit auf Bildern, die zeitliche Grenzen verschwinden lassen. Illustrator Felix Mertikat hat da etwas ganz eigenes geschaffen. Einziges Manko in der Optik sind die etwas zu harten, dunklen Lettern auf den zarten Pastell-Tönen. Man orientiert sich stark an den großen Vorbildern aus dem Bereich der Erwachsenenmärchen. Da wären die Motive der Sinnsuche aus "Der kleine Prinz", die düstere Moral eines "Struwwelpeter" oder das Etablieren starker Nebenfiguren auf wenigen Seiten, wie es Neil Gaiman unter anderem in "Coraline" oder "Wölfe in den Wänden" betreibt. Die Geschichte bezieht ihren Reiz aus dem Kontrast kindlicher Erwartung, die sich gut in der freundlichen Farbgebung wiederfindet, mit der verschrobenen, mitunter brutalen Umwelt, in die sich permanent der Tod einschleicht. Die Figuren, denen der kleine Jakob auf der Suche nach seiner toten Mutter begegnet, antworten sehr kryptisch und in den seltensten Fällen zufriedenstellend, meist aber sehr Zitate-reich, Autor Benjamin Schreuder scheint hier sehr reflektiert mit der Traditionsreichen Geschichte der Märchen umzugehen. Das zeigt sich auch am Ende, welches ohne zu viel zu verraten, die Erwartungshaltung derer erfüllt, die die Klassiker mögen. Ein wunderbares, morbides Buch, das vor allem in erwachsenere Kinderhände gehört. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Nur die Raben kennen den Weg,
Rezension bezieht sich auf: Jakob (Gebundene Ausgabe)
Was muss sich ein kleiner Junge dabei denken, wenn ihm ein Pfarrer sagt, seine Mutter sei 'von uns gegangen'? Wenn es heißt, sie sei fort, 'auf einer langen Reise'? Offenbar nicht in erster Linie daran, das als Todesnachricht zu interpretieren, sondern vielmehr als Aufforderung, sich auf den Weg zu machen und nach ihr zu suchen. Wenn jemand weggegangen ist, so kann man ihn bestimmt wiederfinden, scheint sich der kleine Jakob zu denken. Nur wie? Und wo? Das wüssten die Raben, so sagt man ihm noch, bevor er losgeht: 'Nur die Raben kennen den Weg, nur die Raben'. Die Tragweite dessen, was der kleine Held dann erlebt, seine schöne, doch zutiefst traurige Geschichte, erfasst man als Leser/Betrachter nicht in erster Linie über den Verstand, sondern vor allem über das Gefühl. Denn weder Text noch Bild bieten einem eine strikt linear verlaufende und alles erklärende Geschichte an; vielmehr ist die eigene Phantasie gefragt, wenn sich einem der tiefere Sinn von Bild und Text erschließen soll. Wer sich darauf einlässt, der bekommt eine wunderbare Geschichte über das Leben, die Sehnsucht und den Tod erzählt.
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