Kurzbeschreibung
Jakob Böhme gilt zurecht als der "philosophus teutonicus". Sein schwieriges und in Vielem einzigartiges Werk faszinierte und inspirierte zahlreiche Einzelne. Es gibt heute kein Wissenschaftsgebiet, in dem Böhme keine Spuren hinterlassen hätte. Dennoch bleibt er oft verborgen. Denn sein Verständnis erfordert einen Hintergrund, der Aufmerksamkeit, Muße und Seelenstille voraussetzt sowie eine starke Sehnsucht nach dem mystischen Ziel impliziert. Vorliegende Studie geht aus diesen Gründen nicht den akademischen Weg der Belehrung und intellektuellen Bedürfnisbefriedigung. Sie folgt vielmehr Böhme auf "seinem" Weg, d.h. "Philosophie" und "Methode" werden in ihrem ursprünglichen Sinn verstanden: als "Liebe zur Weisheit" und "Nachfolge". Demgemäß werden die Person Böhme und das Phänomen "Mystik" zunächst kurz in ihren Schwerpunkten skizziert. Der Hauptteil der Studie widmet sich dann dem konkreten mystischen Prozeß des Eintauchens in universale Zusammenhänge sowie den Konsequenzen des "Rück-Weges" als ethischem Anspruch Böhmes. Dem Autor, einem Landsmann des Mystikers, gelingt es, die Erkenntnisweise Böhmes in der Entwicklung von dessen Schriften nachzuzeichnen und dabei weder die mystische Intuition Böhmes zu verletzen, noch den wissenschaftlichen und methodischen Ansatz aufzugeben. Ein Meilenstein in der Böhme-Forschung und dennoch abseits der Reduktion auf "reine Wissenschaft". Ein Buch, das dem gebildeten Laien wie dem Fachmann Einblicke in das "System" der Gedankenwelt des Görlitzer Schuhmachers und Theosophen gewährt.
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Die Autorin Dr. Daniela Ziegler
[...] Im Philosophischen Wörterbuch als Mystiker und dialektischer Philosoph bezeichnet, gibt es keine "geistige Schublade", in die ... [Jakob Böhme] ... einzuordnen wäre. [...] Was ist Mystik? ""Mystik" ist eigentlich eine Bezeichnung, die sich als "Begriff" allen "Begriffen" entzieht. Sie ist weder reiner Vernunftbegriff (wie Ideen bzw. Gott) noch reiner Verstandesbegriff (wie z.B. Kategorien). ... Wer also über "Mystik" spricht, trifft nicht ihren Kern; wer mit ihr spricht, kann sich nicht ausdrücken; wer ohne sie spricht ..., versteht sie nicht etc. - in allen Fällen verlangt wirkliche Mystik: Schweigen!" Jedoch drängt die mystische Erfahrung nach Entäußerung, wie sowohl Jakob Böhmes Werke als auch Andreas Gaugers Dissertation beweisen. [...] Die zuweilen aufkommende Ratlosigkeit angesichts einer Materie, die zwar eloquent präsentiert wird, die sich aber gleichzeitig wegen ihrer Einzigartigkeit immer wieder entzieht, weicht stets einem Gefühl großer Sympathie: Denn selten war ein wissenschaftlicher Text so persönlich. Dr. Daniela Ziegler
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