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Jahrmarkt der Eitelkeit: Ein Roman ohne Helden Gebundene Ausgabe – 1. Januar 2007


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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 916 Seiten
  • Verlag: Artemis & Winkler; Auflage: 1 (1. Januar 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3538063273
  • ISBN-13: 978-3538063273
  • Originaltitel: Vanity Fair
  • Größe und/oder Gewicht: 12,6 x 4,8 x 19,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (14 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 898.423 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

Beginnt man, diesen Roman zu lesen, wird man sofort in die Vergangenheit, genauer ins London der viktorianischen Zeit, katapultiert. Allein schon das Vorwort gibt einen kleinen Vorgeschmack auf das, was einen in diesem neunhundert Seiten dicken Wälzer erwartet.

»Dieses Buch ist ein üppiger, oft sarkastischer Gesellschaftsroman – allein seine Schilderung der Schlacht von Waterloo aus der Perspektive der Etappe ist ein historischer wie erzählerischer Leckerbissen.«
Katharina Döbler, rbb Kulturradio, Bücher für den Sommer 2009

-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Rezension

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Jahrmarkt der Eitelkeit
OT Vanity Fair, or, A Novel without a HeroOA 1848 (Vorabdruck 1847/48 in Monthly Numbers)DE 1849 Form Roman Epoche Viktorianismus
Der erste Sittenroman von William Makepeace Thackeray, der im Untertitel Ein Roman ohne einen Helden heißt, entwirft ein panoramisches Bild der englischen Gesellschaft zur Zeit der napoleonischen Kriege. Wie in seinen frühen satirischen Romanen werden Heuchelei, Eitelkeit und Snobismus vorgeführt und auf ingeniöse Art durch die Interaktion von Erzählerkommentar und Figurenrede entlarvt. Der ursprünglich als Titel geplante Untertitel macht Thackerays programmatische Ablehnung der romantischen Konzeption des Helden deutlich.
Inhalt: Im Zentrum des Romans stehen die unterschiedlichen Biografien der zwei Schulfreundinnen Amelia Sedley und Becky Sharp. Amelia, passiv und selbstlos, entspricht dem konventionellen idealisierten Frauentypus. Die selbstbewusst und egoistisch agierende Verführerin Becky verkörpert eine Variation der Femme Fatale. Um sie gruppieren sich mehrere andere Figuren, die für verschiedene Liebeskonzeptionen und Lebensentwürfe stehen. Amelia heiratet den Kaufmannssohn George Osborne, der seine Frau mit der attraktiven Becky betrügt, die mittlerweile den Offizier Rawdon Crawley geehelicht hat, fällt im Krieg. Amelia idealisiert ihren Mann und ist nicht bereit, auf die ehrlichen Absichten Dobbins einzugehen. Die Wende führt ausgerechnet Becky herbei, die nach einer Affäre mit dem Aristokraten Lord Steyne von ihrem Mann verstoßen wurde. Als sie Amelia den wahren Charakter ihres verstorbenen Mannes offenbart, willigt diese in eine Hochzeit mit Dobbin ein. Dobbin heiratet Amelia, obwohl er längst erkannt hat, dass sie nichts weiter ist als ein »kleiner Parasit«.
Aufbau: Zusammengehalten werden die einzelnen Episoden und Handlungsstränge durch die Figur des Erzählers, der sich immer wieder kommentierend in das Geschehen einmischt. Auf den vom Autor angefertigten Skizzen stellt sich der Erzähler als Narr da, der das Geschehen, wie im Prolog angedeutet, präsentiert wie ein Puppenspieler. Der Erzähler ist zwar allgegenwärtig, nicht aber allwissend. Durch seine zahlreichen Versuche, die Handlung zu bewerten, wird der Leser selbst angeregt, sich ein Bild zu machen. Eine thematische Konstante der einzelnen satirischen Charakterskizzen ist die menschliche Eitelkeit, die Thackeray dem Werk Die Pilgerreise (1678–1684) von John R Bunyan entlehnt hat.
Wirkung: Das Buch wurde Anfang des 20. Jahrhunderts im Zuge neuerer Romantheorien als veraltet zurückgewiesen, da es Thackeray weniger um ein szenisches Erzählen ging. Später wurden Autor und Werk jedoch rehabilitiert. Der Roman zählt seitdem zu den Klassikern der Weltliteratur. Das zentrale Thema des Romans, die satirisch-humoristische Darstellung menschlicher Eitelkeit, wurde 1987 von dem amerikanischen Schriftsteller Tom R Wolfe in Fegefeuer der Eitelkeiten wieder aufgegriffen. In dem Roman zeichnet Wolfe das realistische Bild einer statusversessenen New Yorker Börsen- und Mediengesellschaft. K. v. H. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Einleitungssatz
Warm schien an einem hellen Junimorgen, da unser Jahrhundert noch jung war, die Sonne, als eine behabige Familienkutsche langsam vor dem machtigen eisernen Gittertor von Mi Pinkertons Erziehungsinstitut fur junge Damen an der Mall in Chiswick vorfuhr; sie Lesen Sie die erste Seite
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Tanja Heckendorn TOP 500 REZENSENTVINE-PRODUKTTESTER am 18. Juli 2008
Format: Gebundene Ausgabe
Mitte des 19. Jahrhunderts spielt der Autor, William Makepeace Thackeray, ein Stück menschlicher Eitelkeiten auf dem Jahrmarkt des Lebens auf und hinterlässt der Nachwelt ein satirisches Original seiner damaligen Welt.
Hierzu hat er zwei der gegensätzlichsten Frauengestalten erfunden, die uns in der Literaturgeschichte begegnen. Die junge Becky Sharp ist fest entschlossen sich mit ihrem genialen Verstand und ihrer Skrupellosigkeit einen Platz in der Welt zu schaffen. Dagegen träumt die sanfte Amelia Sedley von einem Leben voller Liebe und Schönheit.
Ausgangspunkt der Geschichte ist die Begebenheit als die beiden jungen Damen eine ehrwürdige Schule für junge Mädchen verlassen. Amelia war dort die Lieblingsschülerin ihrer Lehrer gewesen und auch ihre Freundinnen lassen das liebe Mädchen nur ungern ziehen. Ganz andere Gefühle bringt man Becky entgegen, die dort nur unter der Bedingung, dass sie sich nützlich zu machen habe, überhaupt aufgenommen wurde und nun mit Freuden verabschiedet wird, um ihre neue Stellung als Gouvernante anzutreten. Becky hat aber eigentlich ganz andere Pläne. Schließlich kommt ihre Freundin Amelia aus einer reichen Kaufmannsfamilie und hat noch einen unverheirateten Bruder, der eben Karriere in Indien gemacht hat und nun in London weilt. Und auch Amelia, die ihre Liebe zu ihrem Verlobten, George Osborne, erneuert hat, wünscht sich nichts mehr, als dass auch Becky Glück im Leben zu teil wird. Doch einige sind wohl der Ansicht, dass sich die junge Dame nicht über ihren Stand erheben sollte.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Antje Burkert am 5. November 2005
Format: Taschenbuch
Ein wenig skeptisch begann ich das Werk eines Zeitgenossen von C. Dickens, an den ich nicht so gute Erinnerungen hatte. Doch wollte ich unbedingt erst das Buch gelesen haben, bevor ich mir den Film ‚Vanity Fair' ansah. Und mal wieder wurde ich nicht enttäuscht. Der Roman stellte sich als so großartig heraus, dass ich gar nicht weiß, ob ich mir den Film überhaupt noch anschauen werde. Zu Beginn des Romans bedarf es einiger Konzentration, die verschiedenen Familien und Personen auseinander zu halten. Thackeray webt ein dichtes Netzt aus vorder- und hintergründigen Verbindungen, spinnt Intrigen und Ungerechtigkeiten. Er kann sich unglaublich gut in die Leiden und Bedürfnisse einer Frau - wie selten ein Mann -hineinversetzen. Er beschreibt rührende Szenen voller Sehnsucht und Liebe. Man leidet mit, obwohl die Geschichte schon so alt ist und sich seit dem so viel in der Gesellschaft verändert hat. Die Grundprobleme sind heute dieselben wie vor fast 200 Jahren. Auch stilistisch ist das Werk vollendet. Wer Bücher wegen seiner Sprache liest, kommt ebenso auf seine Kosten, wie diejenigen, die den Klatsch und Tratsch aus vergangenen Zeiten im alten London kennen lernen wollen.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Ein Kunde am 20. Juli 1999
Format: Broschiert
Ich kann jedem, der ein wenig Ausdauer besitzt, diesen Roman wärmstens empfehlen! Gut, knapp 900 Seiten sind keine Kleinigkeit, aber dafür wird man reichlich belohnt. Die Frauenfiguren, vor allem Becky, ist eine "Powerfrau", die sich nicht von den strengen moralischen Konventionen des 19. Jahrhunderts unterdrücken läßt. Sie geht ihren eigenen Weg, ob es sich nun schickt oder nicht. Besonders gut hat mir Thackerays Stil gefallen. Er schafft es mühelos und mit einer unbeschreiblichen Leichtigkeit, das bunte Treiben des Lebens mit komischen und satirischen Mitteln zu karikieren. Auch Gesellschaftskritik bleibt dabei nicht aus. Besonders die Doppelmoral der damaligen Zeit nimmt der Autor aufs Korn. Manche Szenen sind so unglaublich witzig und zugleich bösartig, daß ich vor Lachen nicht mehr weiterlesen konnte. Mir gefiel besonders gut, daß die Lebensläufe zweier unterschiedlicher junger Frauen kunstvoll miteinander verwoben sind. Wie sich die schlaue, etwas amoralische Becky und die naive Amelia durchs Leben schlagen und versuchen, ihre Träume zu verwirklichen, ist ebenso amüsant wie spannend. Wer also auf satirische Schmöker mit starken Frauen und die Epoche der Viktorianismus steht - hier seid ihr richtig. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von H. J. Klaus am 28. Oktober 2006
Format: Taschenbuch Verifizierter Kauf
Thackeray behauptet implizit, die Eitelkeit sei die treibende Kraft in der Gesellschaft. Ein soziologischer Befund. Aber schon seine beiden Heroinen, Becky und Amelia, widerlegen den Befund insofern, als nur eine von ihnen durch die Eitelkeit getrieben ist, Rebekka, Becky Sharp nämlich. Eine wichtige Figur, Major Dobbin, ganz zuletzt noch Oberst Dobbin, ist ein ganz feine Persönlichkeit, Rawdon Crawley ist zumindest noch durch anderes getrieben und getragen, seine Kumpels nämlich, den Club, die Freunde und Joseph, Joe Sedley der Steuereinnehmer und der Bruder von Amelia, ist auch noch von der Kulinarik fasziniert, nicht nur vom gesellschaftlichen Aufstieg.

Der These entspricht ganz scharf nur Becky Sharp, verheiratete Crawley. Sie ist die flexible Zynikerin, die alle ihr zahlreichen Fähigkeiten skrupellos für den Aufstieg aus der Bohème-Herkunft in die adligen Zirkel einsetzt. Aber selbst sie hilft zuletzt bei gemeinnützigen Basaren mit.

Ganz nebenbei und wie es auch bei Dickens und der Austen zu finden ist, ist es ein Panoptikum der damaligen Gesellschaft, eine Geschichtsstunde, in der auch z.B. Napoleon vorkommt, das Bild der damaligen Engländer von Frankreich und Deutschland, denn als Aufführungsorte kommen auch Paris und das Rheinland in den Fokus und indirekt die englischen Kolonien, in deren Sumpfwinden Rawdon fern der Heimat stirbt. Die Exotik der distanten Zeit verbirgt aber nicht,inwiefern Thakeray auch zu uns redet und dass Vieles des "Jahrmarktes" weiterhin gilt.

Wie bei Henry James wird die Struktur z.B. mit den Gegenfiguren, die bei weitem nicht bei Becky und Amelia und ihren Söhnen endet und in der Heirat von Amelia mit Dobbin kulminiert, erst nach der Lektüre offensichtlich.
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