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Jahrhundertwende: Weltpolitische Betrachtungen 2000-2010
 
 
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Jahrhundertwende: Weltpolitische Betrachtungen 2000-2010 [Gebundene Ausgabe]

Timothy Garton Ash , Susanne Hornfeck
3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 480 Seiten
  • Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG; Auflage: 4 (6. September 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3446235981
  • ISBN-13: 978-3446235984
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 15 x 3,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 316.690 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Der englische Historiker Timothy Garton Ash legt brillante Essays zum ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts vor - ein Stück ästhetischer Geschichtsschreibung." Urs Rauber, Neue Zürcher Zeitung, 29.08.10 "Wer seine Essaysammlung liest, der wird reich beschenkt werden." Jacques Schuster, Die Welt, 18.09.10 "Trotz der Vergänglichkeit der Tagespolitik ist der Brite Timothy Garton Ash so unverfroren, eine Sammlung seiner Reportagen und Essays aus den letzten zehn Jahren in einem Buch zu veröffentlichen. Und es ist ein Vergnügen, sie zu lesen." Cornelia Fiedler, Süddeutsche Zeitung, 05.11.10 "Ein wahrer Lesegenuss ... Das Buch beschert einen Erkenntnisgewinn, der beim Leser bleibende Spuren hinterlassen dürfte." Thomas Speckmann, Der Tagesspiegel, 10.01.11 "Aufschlussreicher Rückblick in die Zukunft." St. Galler Tagblatt, 29.03.11

Kurzbeschreibung

Ob in den USA, in Asien oder in Europa: Die Welt ordnet sich neu. Niemand kann absehen, wohin sie sich in dieser Phase des Umbruchs bewegt. Umso wichtiger ist ein Autor wie Timothy Garton Ash, der die großen, oft widersprüchlichen Bewegungen der letzten zehn Jahre analysiert. Die Krise des Finanz- und Wirtschaftssystems, verschobene Kräfteverhältnisse zwischen den Kontinenten, Fundamentalismus und die Rückkehr der Religion ins Spiel der Politik - Garton Ash liefert die erste aktuelle Bilanz des 21. Jahrhunderts, die unverzichtbar ist, will man die Gegenwart verstehen. Er zeigt, wie dringend wir in Zeiten schneller Nachrichten reflektierte Auskunft darüber brauchen, wie sich Gesellschaften und Weltpolitik neu ordnen.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Timothy Garton Ash, 1955 geboren und in Oxford Europäische Geschichte lehrend, gilt als einer der führender Historiker der Gegenwart. Unvergessen, wie er mit Aufsätzen Kommentaren und schließlich Büchern, die weltverändernden Revolutionen von 1989 beobachtete, beschrieb, einordnete und unterstützte.

In dem hier vorliegenden Band sind Aufsätze, Artikel und Essays von ihm versammelt, die er in einem Zeitraum von 2000 bis 2010 geschrieben und an unterschiedlichen Orten veröffentlicht hat. Auch deutsche Zeitungen, wie etwa die ZEIT haben immer wieder Artikel von Ash auf ihren Seiten übersetzen lassen und abgedruckt.

Timothy Garton Ash ist ein Historiker, der sich aktuell in das Zeitgeschehen einmischt, der es aber tut mit historischem Sachverstand und politischem Feingefühl. So sind seine "weltpolitischen Betrachtungen" Zeitdiagnosen und Zeitansagen. Manche davon lesen sich einige Jahre danach antiquiert, was aber nur zeigt, wie schnell die Entwicklungen in dieser Welt vorangehen und wie wenig verlässlich manches einzuschätzen ist. Andere Essays verraten einen fast prophetischen Weitblick. Gut zu lesen und sprachlich anspruchsvoll sind sie allesamt.
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33 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
VIEL MEINUNG, WENIG FAKTEN 29. Oktober 2010
Von Ulrich Gellermann TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Vielleicht ist alles nur ein Missverständnis, vielleicht hat der gewichtige Titel des Buches "Jahrhundertwende" den falschen Fingerzeig auf das neue Werk vom Timothy Garton Ash gegeben. Auch der Untertitel "Weltpolitische Betrachtungen" deutet auf Tiefgang. Aber wenn der Titel "Hin-und her-Wende" geheißen hätte und der Untertitel vielleicht "Welt-am-Sonntag-Betrachtungen", also Hinweise auf die eher feuilletonistische Betrachtung der Welt enthalten hätte, dann wäre vielleicht der Kaufanreiz zu gering gewesen. Immerhin enthält das Vorwort eine brutalstmögliche Offenheit, wenn der Autor darauf hinweist, dass im Mediengeschäft häufig nach der Maxime "Der Kommentar ist frei. Aber die Fakten sind teuer" gehandelt wird.

Es ist ein Reigen einzelner Betrachtungen, die in "Jahrhundertwende" gebündelt sind. Beobachtungen von Ausschnitten, alle schon mal irgendwo veröffentlicht und nach nicht erkennbaren Regeln zusammengefasst sind. So beginnt der Tanz der Kommentare mit dem Sturz des Slobodan Milo¨evi'. Wer jetzt die Erkenntnis erwartet, dass mit dem Fall Serbiens für die USA und die NATO eine wichtige politische und militärische Brücke zwischen der Adria und dem Schwarzen Meer geschlossen wurde, dass der Historiker Ash also Interessen erkennen könnte, der irrt. Es wird die übliche Mischung geliefert, die Milo¨evi' als üblen Finger beschreibt und sonst alles ausblendet. Ash lässt sich zwar von einem Mitglied der "Otpor"-Organsiation, die ziemlich wichtig beim Fall des Milo¨evi' war, erzählen, "Otpor" sei "vom Westen" finanziert, fragt aber nicht weiter. Deshalb erfährt er auch nicht, dass die Millionen von Dollars im Wesentlichen vom US-Außenministerium und der CIA stammten. Auch, dass der Präsidentschaftskandidat der jugoslawischen Opposition gegen Milo¨evi' am 17. Dezember 1999 im Berliner Hotel "Interconti" von der amerikanischen Aussenministerin Madeline Albright und Joschka Fischer ausgeknobelt wurde (Spiegel, Nr. 15/1999), ist ihm heute keine Nachbemerkung wert.

Bei der Betrachtung der "Orangenen Revolution" notiert er als einzigen historischen Verweis, dass die Nazis die Ukrainer "brutal behandelten", weiß aber anscheinend weder von der ukrainischen 14. Waffen-Grenadier-Division der SS, noch von deren begeisterter Mithilfe beim Judenmord und dem Flirt der ukrainischen Nationalisten mit der NSDAP. Wenn Ash sich dann einige Seiten später der Frage zuwendet, ob Großbritannien europäisch sei, schreibt er konsequent nichts von den Wikingern und den Normannen, die Großbritannien erst zu dem gemacht haben was es ist. Ein ähnlich mangelhaftes Geschichtsbewusstsein stellt er unter Beweis, wenn er über die moralische Begründung der europäischen Macht schreibt und den "deutschen Widerstand" ausschließlich rund um Stauffenberg verortet, obwohl der antifaschistische Widerstand breiter und früher außerhalb der Reichswehr begann. Nur logisch, dass er im selben Kapitel en passent die DDR mit Hitlerdeutschland gleichsetzt, obwohl man von der wirklich nicht behaupten kann, sie habe einen Weltkrieg begonnen oder die Verantwortung für den deutschen Judenmord.

So ungenau informiert (oder desinteressiert) kann er dann Christa Wolfs Erzählung "Was bleibt" als Floskel zur Unterstützung seiner Meinung addieren ohne zu erwähnen, dass damit das innerdeutsche, intellektuelle Scherbengericht über jene begann, die in der DDR geblieben waren. Auch wenn er über Kanada schreibt, das Land sei eigentlich das perfekte EU-Mitglied, trage aber leider "kaum etwas zur Verbesserung der Welt" bei und dann diese Kritik mit dem niedrigen Verteidigungshaushalt des Landes begründet, muss man dringend an seiner wissenschaftlichen Fähigkeit zweifeln: Als ob die USA mit ihrem Rüstungshaushalt im Irak, in Afghanistan und anderswo die Welt verbessern würden. So lässt er sich für die Definition, was denn ein Terrorist sei, ausgerechnet von einem "britischen Offizier, der lange in Nordirland eingesetzt war" beraten, oder bejubelt immer noch Obama als "unseren Kandidat", obwohl der schon im Wahlkampf den Krieg in Afghanistan begründet hatte und ihn bis heute weiter führt. Irgendwann, spät im Buch, als Ash über die Haltung der Iranis zu den USA reflektiert und nicht einmal den Namen Mossadegh (der einzig demokratisch gewählte Präsident des Iran, der mit Hilfe der USA weggeputscht wurde) erwähnt, gibt der Rezensent auf. So wenig historische Bezüge dürfen einfach nicht als "die erste aktuelle Bilanz des 21. Jahrhunderts" (Verlagswerbung) verkauft werden. Viel Kommentar, wenig Fakten, eine tour d' horizon, bei der man sicher ist: Hinterm Horizont geht's weiter - leider nicht mit Timothy Garton Ash.
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