Punktabzug gibt es für die bereits beschriebene Auswahl, aber v.a. für die überflüssigen Erläuterungen auf den CDs, die mehr oder weniger den Klappentext wiederholen und mit ein paar Beispielen des gerade Gehörten garnieren - bei der Perlman-CD macht das z.B. 7 Minuten aus, die man doch gewiss besser hätte nutzen können. Das zweite Manko: ich habe fast die Krise gekriegt, als ich die erste CD aus ihrer Verankerung lösen wollte. Da ich vorsichtig zu Werke ging, um die wertvolle Neuanschaffung nicht sogleich zu zerstören, hat es wohl um die 5 Minuten gedauert, bis ich so weit war. Vielleicht bin ich ja nicht der Geschickteste, aber das geht wohl auch anders.
Genug der Nörgelei: Wenn man sich auf das einlässt, was Harald Eggebrecht präsentiert, so bekommt man eine wahrlich beeindruckende Auswahl von Aufnahmen geboten, die man sich sonst mühsam zusammenklauben müsste oder auch gar nicht bekommt. Ich bin noch lange nicht mit allen CDs durch, aber habe schon einige richtige Entdeckungen gemacht (z.B. eine Enescu-Sonate mit dem jungen Menuhin und seiner Schwester in einer Aufnahme von 1936 - einfach grandios!). Schön ist auch, dass Eggebrecht viele Live-Aufnahmen ausgesucht hat - z.B. das Konzert vom 1.1.1956 in New York mit der amerikanischen Erstaufführung von Schostakowitschs 1. Violinkonzert mit David Oistrach und Mitropoulos oder das Sibelius-Konzert mit Julia Fischer. Das sind Aufnahmen, an die ich so bisher nicht ohne weiteres herankam - oder auch gar nicht auf den Gedanken kam, danach zu suchen. So bleibt bei den genannten Einschränkungen doch nur, diese Edition wärmstens zu empfehlen - um so mehr, als amazon sie nochmals ein paar Euro billiger gemacht hat (hätte ich mal ein paar Tage gewartet...!).