Als ich mir die CD gekauft hab', war ich sofort hin und weg.
Das Ganze wird mit dem Lied "Auf Bald" eingeleitet, das den Abschied des Winters und die Ankunft des Frühlings besingt, was ja jahreszeitmäßig einfach super passt. Man kann sich richtig in den Text "hineinleben". Aber nicht nur bei diesem Lied; wer sich die Lyrics durchliest, wird merken, dass Fjoergyn die Jahreszeiten ziemlich dramatisch und malerisch beschrieben haben. Jedesmal, wenn eine neue Jahreszeit besungen wurde, bekam ich richtige Sehnsucht danach. Was mich persönlich ein wenig gestört hat, war, dass die Jungs irgendwie den Sommer ausgelassen haben. Die Lieder "Der Himmel Fällt" und "Am Ende Der Welt", die eigentlich über den Sommer gehen sollten, beschreiben nur einen Sturm, was mich als Lyrikfanatikerin etwas enttäuscht hat.
Musikalisch gibt es wenig zu kritisieren. Fjoergyn haben mit "Jahreszeiten" echt ein Meisterwerk erschaffen. In den einzelnen Liedern ist sowohl klarer als auch gutturaler Gesang zu finden, genauso wie verschiedene Metal- und Klassikelemente; wer sich mit Klassik ein wenig auskennt, wird in verschiedenen Liedern Passagen von Vivaldis Jahreszeiten wiederfinden.
Das Album variiert von Lied zu Lied mehrmals in Rhythmus, Instrumenten und Gesang, somit auch die Stimmung und sorgt für einen optimalen Wechsel. Monotone Einlagen und Langweile sind überhaupt nicht drin, im Gegenteil: durch die Abwechslung schaffen Fjoergyn eine wunderschöne Stimmung, die ich selten bei einem ganzen Album erlebt habe. Kurz gesagt: "Jahreszeiten" vereint vielseitigen Pagan Metal mit klassischen Instrumenten und einem Hauch einiger anderer Metalstile in einer einzigartigen Mischung!