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20 Jahre HipHop in Deutschland
 
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20 Jahre HipHop in Deutschland [Taschenbuch]

Sascha Verlan , Hannes Loh
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 368 Seiten
  • Verlag: Hannibal Verlagsgruppe KOCH (2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3854451849
  • ISBN-13: 978-3854451846
  • Größe und/oder Gewicht: 21,7 x 13,9 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 87.674 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Aus der Amazon.de-Redaktion

Wer die Hintergründe und Zusammenhänge der HipHop-Kultur verstehen will, findet heutzutage schier endlose Informationsmöglichkeiten. Dass das nicht immer so war, weiß mittlerweile jeder, aber: wie war es denn eigentlich? Nicht nur hier in Deutschland, sondern dort, wo alles seinen Anfang nahm, in der Bronx? Anschaulich wird beschrieben, wie die schwarzen Jugendlichen mit Rap, Breakdance und Graffiti ihre Gefühle vehement zum Ausdruck brachten -- und keiner sich dem mehr entziehen konnte.

Als in den Achtzigern die erste grosse Breakdance-Welle nach Deutschland schwappte, brachte sie auch Graffiti und Rap mit, und trotzdem die gesellschaftlichen Verhältnisse in Deutschland mit den amerikanischen nicht zu vergleichen sind, war der Boden fruchtbar. Wie sich die HipHops der ersten Stunde fanden und was daraus heute geworden ist, wird von den beiden Autoren anhand unzähliger Interviews nachvollzogen. Gesellschaftliche, musikalische und menschliche Askepte werden beleuchtet, allem vorangestellt die Erkenntnis der Autoren, dass das Schreiben über HipHop ein heikles Unterfangen sei: Neutralität ist fast unmöglich, viele Kapitel leben von der persönlichen Erfahrung einzelner, andere spiegeln die individuellen Erlebnisse der Autoren wieder. Doch gerade diese Perspektive der teilnehmenden Beobachtung macht dieses Buch so spannend: Es erhebt nicht den Anspruch auf Allgemeingültigkeit, sondern lässt dem Leser Raum für eigene Gedanken und Rückschlüsse. Reichhaltig gefüllt ist auch der Anhang des Buches: ein Glossar mit den gängigen Begriffen der HipHop-Kultur fehlt ebensowenig wie eine Diskographie der ersten 200 Platten und eine Bibliografie lesenswerter Bücher zum Thema HipHop. --Ute Springer

Kurzbeschreibung

Das Buch „20 Jahre HipHop in Deutschland“ schrieb die Geschichte der einflussreichsten Jugendbewegung in Deutschland und gilt als Standardwerk zum Thema. Die aktualisierte und um zahlreiche Kapitel ergänzte Neuauflage schreibt diese Geschichte fort. Nach dem Erfolg des Deutschrap, den die Fantastischen Vier im Jahr 1992 einläuteten, melden sich nun junge Rapper aus Berlin und Frankfurt zu Wort. Mit harten Reimen und bösen Worten stoßen sie eine Diskussion über Rapmusik und Verantwortung in der Gesellschaft an. In welchem Verhältnis stehen die Begriffe Getto, Gangsta-Rap und Migration zur HipHop-Kultur? Wie hat sich HipHop in Berlin entwickelt? Unterscheidet sich die Rap-Historie der vergangenen fünfundzwanzig Jahre in Deutschland von der in Frankreich oder den USA? Welche Geschichten, Ereignisse und Fragen bewegen die Szene in Deutschland? Dieses Buch sucht nach Antworten auf Fragen, die im Mainstream der Medien nicht gestellt werden.

Dazu kommen Rapper und HipHopper der ersten Stunde erstmals in einem solchen Rahmen zu Wort. Die Vielfalt der Stimmen zeigt: Eine einzig wahre HipHop-Historie gibt es nicht. HipHop ist Poesie und Pop, Kunst und Schmiererei, Kreativität und Stumpfsinn, Reihenhaus und Jugendzentrum, Mittelstand und Ghetto – alles zu seiner Zeit, alles zur selben Zeit. Das Buch spiegelt diese Vielfalt wider: als Reader für Fans, Fundgrube für Journalisten, Schatzkästchen für HipHopper und als kritisch aufgearbeitete Story der Bewegung in Deutschland – und natürlich als ganz persönliche Hommage an diese große Kultur. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiert .


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Tüte
Format:Taschenbuch
Dass sich tatsächlich bis dato niemand gefunden hat, dieses Machwerk als "Standardwerk über die deutsche HipHop-Szene" abzulösen, ist äußerst schade.

Vor allem der Anfangsteil des Buches hat als kaleidoskopartige Sammlung von Erinnerungen aus der Anfangsphase der deutschen HipHop-Szene durchaus seine Existenzberechtigung. Doch schon für diese Frühphase mag das Buch kein historischer Abriss sein; verschiedene Anekdoten, Interviews, Augenzeugenberichte werden zwar nicht völlig wahllos, aber doch auch ohne wirklich stringente Gliederung aneinandergereiht. Ob es tatsächlich unmöglich sein soll, die beschriebenen Entwicklungen chronologisch oder thematisch zu ordnen, wie die Autoren behaupten, wage ich mal zu beweifeln.

Doch schlimmer als diese methodischen Mängel ist der stellenweise bis ins Lächerliche tendenziöse Charakter des Buches. Bereits Anfang der Neunziger verortet vor allem Loh eine Art Sündenfall im Rap, durch welche über den Umweg der Kommerziallierung sexistische, homophobe, letzten Endes faschistoide Tendenzen Einzug in die Szene gehalten hätten. Und dieser vordergründig ideologiekritischen, tatsächlich aber selbst hochideologischen Perspektive ordnen die Autoren alles unter: Je näher sich das Buch der Erzählgegenwart nähert, desto stärker kommen bei völliger Ignoranz ganz objektiver Relevanzkriterien und frei von irgeneiner Form von Geschmackssicherheit wahllos komplett bedeutungslose Künstler und Aktivisten zu Wort, solange die Autoren ihnen irgendwie zu ihner linksideologischen Ausrichtung passende Inhalte abgewinnen können, während Künstler, die maßgeblich für die Entwicklung der Szene waren, in Halbsätzen abgetan werden.

Frappierend ist dabei das für einen Musikjournalisten wie Hannes Loh unglaubliche Desinteresse an (z.B. sound-)ästhetischen Entwicklungen, besonders schön abzulesen an dem Umstand, daß Beatproduzenten überhaupt keine Rolle spielen in diesem "Standardwerk" und z.B. Roey Marquis nicht einmal erwähnt wird. Interessant an der Rapmusik ist hier nur der Rap und am Rap nur die (den Autoren genehme oder eben nicht genehme) Aussage; als grosse Sprachästhetiker fallen die Autoren auch nicht gerade auf, wenn sie z.B. frühe Texte von Torch, als absolute Frühwerke deutscher Rapkunst entschuldbar unbeholfen geschrieben, gleich zu genialistischen Äußerungen moderner Dichtkunst hochjazzen.

Unterm Strich sicherlich nicht das auch nur geringsten, nicht-wissenschaftlichen Ansprüchen an Vollständigkeit und Nachvollziehbarkeit genügende" Standardwerk" zur Geschichte der deutschen HipHop-Szene, sondern mehr die Propagandabroschüre des Kultusministeriums eines Staates, den es hoffentlich niemals geben wird.
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20 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
endlich ein standartwerk! 4. Dezember 2000
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Das Buch ist ein Vergnügen. Wer HipHop schon etwas länger beobachtet, oder sogar in den Achtzigern aktiv war, der wird seine Freude haben. Aber die eigentliche Stärke des Buches ist, dass auch völlig unbedarfte Leser in die spannende Geschichte eingeführt werden. Was auch super ist: Man kann schmökern, blättern, aber auch am Stück lesen. Oder: gezielt nachschlagen. Wer hat wann welche Platte gemacht? Was waren die wichtigen Entwicklungen? Dadurch wird das Buch auch für Journalisten interessant. Ich hoffe, das Buch trägt dazu bei, dass in Zukunft weniger Mist über HipHop geschrieben wird. Nach soviel Lob nun auch etwas Kritik: Was mir zu kurz kommt, ist die Geschichte von LSD und Blitzmob. Das müßte eigentlich ein eigenes Kapitel bekommen. Und wo the hell ist Gerry aus Franfurt? Er war einer der Pioniere. Don't forget the fathers of the movment.
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19 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Kritisch, spannend und gut geschrieben. Hat Standartwerkcharakter. Man kann jeden Namen nachschlagen, eine Discographie der ersten 200 Platten ist dabei sowie ein Glossar und eine Bilbliographie. Endlich werden auch mal die Anfänge in Deutschland (80er Jahre) aufgearbeitet und übersichtlich dargestellt. Die Anekdoten aus dieser Zeit sind wirklich witzig. Gut tut auch die Tatsache, dass jemand mal die Rolle der Fantastischen Vier kritisch beleuchtet. Die meisten haben nämlich schon lange vergessen, wie vielfältig und groß die HipHop-Szene hier vor den Fantas war. Manche Schwerpunkte hätten vielleicht anders gesetzt werden können. Berlin und die ehem. DDR kommen etwas zu kurz. Aber da gibt es ja auch schon das Buch von Storm sowie den Reader von Sch&Sch, die diese Bereiche abdecken. 20 Jahre HipHop in Deutschland ist souverän geschrieben und erstaunlich gut recherchiert. Und vor allem tut diese Buch eins nicht: Sich an dem selbstgenügsamen Kindergarten-Szene-Schultergeklopfe beteiligen. Endlich mal ein paar kritische Töne und nicht dieses ewige eitel-Sonnenschein getue.
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