Ali Dashti verfügt, wie aus dem Buch hervorgeht, durch seine Ausbildung zu einem islamischen Theologen über hervorragende Kenntnisse bezüglich Geschichte und Theologie des Islam. Dabei bildete sich im Lauf der Zeit bei ihm eine kritische Distanz zu fundamentalistischen Lesarten des Koran heraus. Vor allem wendet er sich in dem Buch gegen die Verklärung der Person Mohammeds. So bestreitet er die Echtheit der Wunder, die dem Propheten nach dessen Tod angedichtet wurden. Auch scheut er sich nicht, die Geschichte der "satanischen Verse" zu erwähnen. Ebenso geht er intensiv auf die Veränderung der Verkündigung des Islam nach der Auswanderung nach Jathrib (später in Medina umbenannt) ein. Er scheut sich auch nicht, die manchmal fragwürdigen und kritisierbaren Entscheidungen Mohammeds zu erwähnen, um ihn als einen Menschen darzustellen, im Gegensatz zu Fundamentalisten, für die jede Kritik am Propheten undenkbar ist, den sie als einen perfekten Menschen ohne Fehler sehen. Zudem ist der Koran für ihn eine Mischung aus Worten, die von Gott offenbart wurden sowie Mohammeds eigenen Gedanken, also nicht zu 100% göttlich, wie Fundamentalisten glauben.
Natürlich werden Fundamentalisten dieses Buch verabscheuen. Für alle anderen jedoch, die sich für den Menschen Mohammed interessieren und wie sich dessen Persönlichkeit auf die islamische Lehre auswirkte ist dieses Buch empfohlen. Auch wenn nicht alle Einzelheiten in diesem Buch stimmen, so bietet es doch abseits der oft gehörten Stellungnahmen einen erfrischend menschlichen Blick auf den Islam und den Propheten.