Pressestimmen
In den KZs wurde aus solchem Terror ein ausgefeiltes System, ein Netz, in dem sich die Opfer unheilvoll mit den Tätern verfingen. Ernst Federn, der 1938 in Wien als Trotzkist verhaftet worden war, beschreibt die Psychologie des Terrors und der Terroropfer aus eigener Erfahrung. (...) Selbst politische Häftlinge, die in Buchenwald »Lagerfunktion« übernommen hatten, wurden dort »wider ihren Willen zum Werkzeug der SS«. In dem von Roland Kaufhold herausgegebenen Band findet sich im Anhang auch eine Dokumentation des Briefwechsels Federns mit Bruno Bettelheim, der bis April 1939 in Buchenwald inhaftiert war und danach in die USA emigrieren konnte. Und so ist dieser Band nicht nur Lesern zu empfehlen, die grundlegend über Traumatisierungsfolgen bei politischen Gefangenen informiert werden wollen, sondern auch Lesern, die sich für die in die Zeitgeschichte verwobene Geschichte der Psychoanalyse interessieren. (Trauma, Jahrbuch für Literatur und Psychoanalyse, Bd. 19 2000)
Die Lektüre lohnt, weil es an die Tiefenstruktur der Entwicklung der psychoanaytischen Pädagogik heranreicht, ein zusammenhängendes Bild ihrer vielfach gebrochenen und aufgeriebenen Geschichte entwirft, ihr ursprüngliches Selbstverständnis als kulturkritische Bewegung (vom Zusammenhang individueller Erkrankung und gesellschaftlicher Vernachlässigung) erneuert, uns an deren vom kollektiven Gedächtnis vergessene Sinnesressourcen heranzuführen vermag und damit neue Möglichkeitsräume für die Praxis eröffnet. (Politische Psychologie)
Kurzbeschreibung
Die Urväter der Psychoanalytischen Pädagogik
Die Studie bietet auf der Grundlage biografisch-historischer Forschungen über Leben und Werk der emigrierten österreichischen jüdischen Psychoanalytiker und Pädagogen Bruno Bettelheim, Ernst Federn und Rudolf Ekstein eine neue Sicht der Geschichte der psychoanalytischen pädagogischen Bewegung sowie neue Orientierungen im Grenzbereich von Pädagogik und Psychoanalyse. Diese Tradition wurde durch den Nationalsozialismus in Deutschland und Österreich vernichtet, überlebte im amerikanischen Exil im Werk von Federn, Bettelheim und Ekstein und wurde von diesen seit den 70er Jahren zurück nach Europa gebracht. Das Buch vermittelt in seiner emphatischen, narrativen und zugleich engagierten Schreibweise einen neuen und originellen Zugang zu der Art der radikalen Parteinahme, wie sie insbesondere das Lebenswerk von Bettelheim kennzeichnet. Die unauflösbare Wechselbeziehung zwischen biografischer Entwurzelung, "radikalem" pädagogisch-therapeutischem Engagement und wissenschaftlicher Forschung wird in eindrücklicher Art nachfühlbar.Roland Kaufhold, Dr. phil., Dipl. Päd., Promotion am Fachbereich Erziehungswissenschaft der Universität Hamburg, arbeitet an einer Sonderschule für Sprachbehinderte in Köln. Roland Kaufhold im Psychosozial-Verlag: Pioniere der Psychoanalytischen Pädagogik: Bruno Bettelheim, Rudolf Ekstein, Ernst Federn und Siegfried Bernfeld, psychosozial Heft 53, 1993 Ernst Federn - Versuche zur Psychologie des Terrors. Material zum Leben und Werk von Ernst Federn, 1998 Deutsch-israelische Begegnungen, psychosozial Heft 83, 1/2001.