Dies ist nun die bereits sechste Ausgabe dieses Jahrbuchs, das bis zur 2002er-Ausgabe unter dem Titel "Spiegel Almanach" erschienen ist.
Einige Jahre lang hatte ich ein wenig das Gefühl, dass man zwar jedes Jahr versucht hat, das Buch zu verbessern, dabei aber teilweise auch Verschlechterungen vorgenommen hat. Das hat sich inzwischen aber glücklicherweise geändert. Die bereits mit der 2003er-Ausgabe eingeführten "Dossiers", die auch in dieser neuen Ausgabe wieder großen Raum einnehmen, sind eine sehr gelungene Neuerung. Davor war von den größeren Kapiteln eigentlich immer nur das Länder-Lexikon wirklich brauchbar. Dieses Länder-Lexikon wird weitgehend unverändert (aber natürlich aktualisiert) weitergeführt. Und das soll auch so sein.
Die größte Veränderung von der 2003er- zur 2004er-Ausgabe gibt es beim Kapitel über die "Personen des Jahres". Wurden bis zur Vorjahresausgabe einfach einige ausgewählte Persönlichkeiten näher besprochen, so hat man heuer den Ansatz gewählt, stattdessen Preisträger vieler verschiedener Richtungen (Film, Literatur, Politik, Musik etc.) zu nennen. Mir gefällt das sehr gut und ich hoffe, dass das in den nächsten Jahren auch beibehalten wird.
Wieder enthalten ist natürlich auch eine (sehr ausführliche) Übersicht über im Berichtszeitraum (September 2002 - August 2003) verstorbene bekannte Persönlichkeiten.
Die Chronik vorne im Buch gibt es in inzwischen gewohnter Art.
Davor - also gleich am Beginn des Buches - wurde allerdings noch ein neuer Abschnitt eingeführt: Ein Terminkalender für das bevorstehende Jahr 2004, in dem wichtige Wahlen, große Sportereignisse, politische Stichtage, geplante Kunstausstellungen und ähnliches verzeichnet sind.
Wenn man das "Jahrbuch 2004" mit den Konkurrenzprodukten vergleicht, kann man sagen, dass es positiverweise weniger deutschlandzentriert ist, als "Aktuell 2004" von Harenberg. Es nutzt auch den durchgehenden Farbdruck besser aus, während bei "Aktuell" in den letzten Jahren häufig das Gefühl aufkommt, dass die Möglichkeiten da bei weitem nicht ausgenutzt werden.
Im Vergleich zum Fischer Weltalmanach verfolgt dieses Jahrbuch wohl ein etwas anderes Konzept. Während das Fischer-Standardwerk vor allem auf die nüchterne Präsentation von "Zahlen, Daten, Fakten" setzt, versucht das Spiegel-Jahrbuch eine etwas "buntere" und lebhaftere Präsentation der Lage der Welt Mitte 2003, sowie der Ereignisse des vergangenen Jahres. Und das gelingt wirklich sehr gut. Insofern fällt es also schwer, eines der beiden Bücher als das bessere zu bewerten. Sie sind einfach anders. Wer möglichst kompakt möglichst viele Fakten völlig objektiv präsentiert bekommen möchte, muss zum Fischer-Buch greifen. Wem das zu langweilig ist und wer einfach einen reich bebilderten und journalistischer aufbereiteten Überblick über die Welt sucht, sollte sich dieses Buch hier näher ansehen. Für mich sind beide sehr nützlich, interessant und absolut empfehlenswert.