Ich besitze die LadyCup mittlerweile zwei Monate und gebe dem Produkt nach ausgiebigem Testen 4 Sterne.
Dabei lief nicht immer alles rund. Als ich die LadyCup das erste Mal testen wollte, hatte ich Probleme mit dem Einführen. Genaugenommen ist die mitgelieferte Produktbeschreibung absolut für die Katze. Sie enthält nur sehr wenige Informationen und überhaupt keine Abbildungen oder Grafiken, sodass es alleine mithilfe dieser Beschreibung fast unmöglich ist, die LadyCup richtig einzuführen. Wenn ich mich also nur auf diese Produktbeschreibung verlassen hätte, dann wäre die LadyCup vermutlich gleich nach dem ersten Test im Müll gelandet. Habe ich aber Gott sei Dank nicht getan.
Als ich das erste Mal von Menstruationstassen gehört habe, habe ich in Google eigentlich nur zwei Hersteller gefunden. Erst später bin ich auf eine wirklich gute und ausführliche Schweizer Seite zum Thema Menstruationstassen gestoßen (in Google 'menstruationstassen site:ch' eingeben, gleich der erste Treffer), und dort habe ich erfahren, dass es weltweit ca. 10 Hersteller von Menstruationstassen gibt. Auf dieser Seite gab es auch viele Infos zu Material, Beschaffenheit, wie gut sich die einzelnen Tassen in der Scheide entfalten, wie gut sie zu reinigen sind, für wen sich welche Tasse eignet, wie hoch das Fassungsvermögen ist, usw. Hätte ich diese Seite vorher gefunden, dann wäre ich vermutlich eher bei einem anderen Hersteller als LadyCup gelandet. U.a. wird dort auch erwähnt, dass LadyCup zu den Tassen gehört, die sich eher schwieriger in der Scheide entfalten. Ich habe mittlerweile den Dreh raus, finde diese Information für Neulinge aber trotzdem enorm wichtig.
Auf dieser Seite konnte ich also sehr viele Tipps zum korrekten Einführen, Reinigen und Aufbewahren finden. Es gibt auch bei YouTube.com eine Menge an Videos, die die verschiedenen Falttechniken und Einführmethoden beschreiben. Auch wie tief die Tasse eingeführt werden soll, kann man dort gut erkennen. Bevor man also die LadyCup in den Müll schmeißt, weil es einfach nicht richtig klappen will, sollte man das Internet nach Infos durchstöbern (teilweise auch auf Englisch, einfach nach 'menstrual cup' suchen). Die Tipps waren Gold wert.
Und so habe ich bei meiner letzten Periode nochmal einen Test gewagt und kann verkünden, dass ich total und absolut zufrieden mit meiner LadyCup bin. Es ist nichts daneben gegangen und ich habe mich während der ganzen letzten Woche total entspannt und wohl gefühlt. Das Einführen braucht Übung, bis man bei sich selber den richtigen Sitz herausgefunden hat. Daher habe ich die Cup anfangs häufiger geleert, um Übung beim Einführen zu bekommen.
Auch nachts war das Tragen problemlos möglich. Es ist nichts, wirklich nichts daneben gegangen. Obwohl ich zur Sicherheit immer noch Binden getragen habe, waren diese am nächsten Morgen so sauber wie am Abend zuvor. Ich habe super geschlafen im Gegensatz zu früheren Perioden, bei denen ich mich immer verkrampft ins Bett gelegt habe, aus Angst, es könnte was daneben gehen.
Weil ich noch so wenig Erfahrung mit Menstruationstassen habe, habe ich die Cup tagsüber nach maximal 6 Stunden gelehrt (auch, weil ich bisher glaubte, eine besonders starke Blutung zu haben). Während dieser Zeit war sie nie ganz voll, sondern höchstens zu etwas mehr als der Hälfte gefüllt. Die Entleerung hat sich anfangs etwas schwieriger gestaltet (einmal fiel mir das Ding in die Toilette und ich musste es wieder herausfischen), ging dann aber nach dem dritten Tag ganz gut. Zu Hause habe ich das Waschbecken direkt neben der Toilette, sodass ich die Tasse ohne aufzustehen unter fließendem Wasser reinigen kann. Weil man das auf öffentlichen Toiletten natürlich nicht kann, habe ich daheim mal den Ernstfall mit Feuchttüchern und Wasser aus einer kleinen Flasche geprobt. Ich kann jedem nur empfehlen, das auch zu tun, weil man auch da Übung braucht, um die Cup über der Toilette zu reinigen.
Ich würde trotz LadyCup aber dazu raten, Slipeinlagen zu tragen, weil man tagsüber nicht verhindern kann, dass ein kleines bisschen Blut nachläuft, während man die Cup aus der Scheide entfernt, reinigt und wieder einführt. Allerdings waren es bei mir in der Regel immer nur helle, rötliche Flecken, die sich auf der Slipeinlage abzeichneten. Das äußere der Tasse war beim Entleeren sehr sauber, sodass es sich nicht eklig angefühlt hat.
Die LadyCup hat am unteren Ende einen Stiel, der aber nicht zum Herausziehen gedacht ist, sondern nur als Orientierungshilfe dient. Es bringt wenig, am Stiel zu ziehen (wenn man sehr fest zieht, kann das Ding - wie bei mir - in der Toilette landen), stattdessen sollte man die untere Tassenwölbung zusammendrücken, so den Sog lösen und die Tasse dann herausziehen. Wem der Stiel zu lang ist, der kann ihn mittels einer Schere kürzen (aber vorsichtig, um den Tassenboden nicht zu verletzen). Ich habe ihn bei mir belassen, weil er mich nicht stört. Er hilft aber auch nicht wirklich. Es gibt Hersteller, die haben gar keinen Stiel, sondern kleine Knubbelchen oder Ringe oder aber auch gar keine Orientierungshilfen.
Zuletzt noch ein Tipp zur Reinigung: Während der Periode reicht es, die Cup mit sauberem Wasser zu reinigen und wieder einzuführen. Dabei sollte man darauf achten, die Löcher am oberen Rand auch frei zu bekommen, weil die dafür sorgen, dass die Cup beim Einführen dicht schließt und richtig entfaltet ist - nur dann geht garantiert nichts daneben. Vor und nach der Periode soll man die Cup ordentlich reinigen und desinfizieren, z.B. durch Auskochen in heißem Wasser oder mithilfe von Desinfektionsmittel. Neben den von LadyCup empfohlenen
Milton - Sterilisationstabletten kann man auch
Corega Tabs Bioformel Tabletten nehmen.
Wie gesagt, gebe ich dem Produkt 4 Sterne, obwohl es sicherlich 5 verdient hätte. Der eine Stern Abzug erfolgt, weil die Gebrauchsanleitung wirklich bescheiden ist. Ich kann dieses Produkt wirklich jeder Frau empfehlen und bin total glücklich, dass ich es für mich entdeckt habe.