Zur Story:
Perrin wird im Fahrstuhl vom Schamanen Wanú als derjenige erkannt, der ihm seine Seele zurückbringen soll. Campana, Wanús Dolmentscher, der bei Indios aufgewachsen ist, ist zwar überrascht über diese Aussage, kann aber ebenso wie Perrin nicht viel dazu sagen. Perrin ignoriert diesen Wunsch erst. Nachdem er aber von Geldeintreibern bedroht wird, interessiert ihn eine Reise am Amazonas doch mehr als die Lebensgefahr, in der er in Paris schwebt. So lässt er sich aus Eigennutz auf dieses Abenteuer ein um dort nach und nach auch seine eigene Seele wiederzufinden.
Ich habe mir den Film gekauft, weil ich Jean Reno großartig finde. In diesem Film kommt aber viel zu kurz, was man sonst (neben seines starken Charakters) an ihm schätzt. Weder läßt er seinen Witz sprechen (Wasabi, Rosannas letzter Wille, Ruby & Quentin), noch kann er taktisch brillieren (Leon - der Profi, Godzilla, Ronin). Zwar gibt es hin und wieder Szenen, in denen man hoffen kann, aber diese sind selten und werden schnell wieder abgewürgt.
Der Film selbst ist relativ lasch. Perrin fliegt mit an den Amazonas, will sich aber eigentlich nur immer wieder aus den Staub machen, Campana hindert ihn jedesmal daran und nach kurzen Wortgefechten lässt sich Perrin viel zu schnell wieder überreden. In die Tiefe geht der Film nirgends, obwohl es viele Vorlagen dafür gibt. Bspw. fragt Perrin Campana in einer Szene (in der Jean Reno doch mal einen kurzen kämpferische Einsatz hat... der einzige richtige übrigens), wo er denn kämpfen lernte. Darauf geht Campana aber nicht ein. Auch den Inhalt des Schamanenbeutels, den Perrin von Wanú bekommt hätte man besser einbringen können. Er bleibt unerwähnt, man erfährt nur, dass es Bergkristalle des Urwalds sein sollen. Da Perrin aufgrund seiner Schulden geflüchtet ist, hätte man da eine nette Story stricken können, aber auf die wartet man vergeblich.
Dafür sind allerdings Szenen im Film, auf die man vielleicht besser hätte verzichten sollen. OK, es handelt sich um übersinnliche Erfahrungen, sonst wäre Wanú kein Schamane, aber die Umsetzung ist so übertrieben, dass es aus dem Film herausbricht. Besser wäre es hier gewesen, wenn man sich bei den "übersinnlichen" Phasen auch ein wenig an den Naturgesetzen orientiert und nicht -zu viel- irreales mit eingebracht hätte.
Und zu guter letzt: Die Tricks (wie abgeschlagene Körperteile, die allerdings sehr selten sind) sind so schlecht, dass man eher lacht als geschockt ist. Kommt mehr nach einem kultigen B-Movie.
Ich kann von diesem Film nur abraten. Von Jean Reno gibt es um längen bessere!