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An alle:
Ich spiele die JA-Reihe quasi seit der ersten Stunde, habe JA2 (bis auf Orta Keller) und JA-UB im Iron Man Modus durchgespielt und - soweit mir bekannt - die einzige bebilderte deutschsprachige Komplettlösung zu UB erstellt.
Man kann also behaupten, dass ich die Spiele recht gut kenne.
Nachdem ich nun also auch Wildfire in sämtlichen Modi (außer Iron Man) durchgespielt habe nun also meine persönlichen Anmerkungen zum Spiel.
Schwierigkeitsgrad:
Selbst auf der einfachsten Stufe schon Hammerhart! Zwar ist die gegnerische KI nicht wirklich gestiegen, allerdings wurden die Blau- und Grauhemden dermaßen gut auf den Karten verteilt, dass sich nahezu alle gegenseitig Deckung geben. Außerdem rennen nur noch wenige zum aktuellen Feuergefecht. Der Rest bleibt brav in seiner guten Position und wartet auf unvorsichtige Söldner. Es braucht schon seine Zeit um einen wirkungsvollen Angriffspunkt zu finden, der keine eigenen Verluste beschert. Noch härter wird’s wenn man sich zusätzlich mit einer Drogenhändlerbande anlegt. Ist diese erst einmal verärgert gibt es auch in den bewohnten Überlandsektoren (und davon gibt’s jetzt viele) sehr fordernde Kontrahenten; in den Städten muss man es dann meist mit der doppelten Anzahl von Gegnern aufnehmen. Außerdem wurden die Überlandknotenpunkte zwischen den Städten zu wirklich haarigen “Festungen“ ausgebaut. Was auf den ersten Blick oft recht einfach aussieht entpuppt sich dann als nervenaufreibende Aktion. Weiterhin sind viele Level jetzt derart mit Minen vollgepflastert, dass man z. B. Hamous (Sprengstoffskill 0) gar nicht mehr allein losschicken darf.
Wichtige Änderungen:
Mit Gus, Cliff, Len und Wolf sind vier der Altgedienten entfallen. Dafür gibt’s acht neue Söldner mit den Skills Schlösser/Schw. Waffen, Aut. Waf./Getarnt, Nacht/Aut. Waf., Aut. und Sch. Waf., Lehren/Nacht (2x), Aut. Waf./Schleichen, Aut.Waf./Nahkampf
Deren Charaktererstellung ist zwar in der Summe sehr gut gelungen, aber die Rekrutierung teilweise so teuer, dass man sie wohl nur zu Kommandounternehmen anheuern wird.
Ansonsten finden wir neben jeder Menge wirklich guten und mit Liebe zum Detail designten Sektoren etliche neue Waffen und sonstige Ausrüstung, die aber leider (zumindest ohne den Patch) oft nicht brauchbar ist. Die einzelnen Gegenstände haben andere Gewichte bekommen und nehmen teils in den Slots mehr Platz ein. So kann z. B. ein Leichtgewicht wie Shank anfangs gerade mal einen Arztkoffer und seine Waffe mitschleppen und ist trotzdem schon überlastet.
Die Minenvorarbeiter rücken teils erst Knete heraus wenn sie von mindestens Level 7 Charakteren angesprochen werden und/oder die Loyalität in den Städten einen schwierigkeitsabhängigen Mindestprozentsatz erreicht hat. Einer will auch unbedingt von Dynamo (findet sich in Tixa) angesprochen werden ehe er tätig wird.
Die Waffenwerte wurden realistischer gestaltet – so kann z. B. nun eine einzelne Handgranate durchaus zum Exitus führen.
Bugs:
Wenn ein Spiel unspielbar ausgeliefert wird bekommt es von mir – auch als Fan – eine 1 Stern Wertung. Deshalb war es mir wichtig vor Veröffentlichung dieses States alle Schwierigkeitsgrade - auch mit den zahlreich vorhandenen Bugs - durchzuspielen, ohne vorher den inzwischen veröffentlichten Bugfix aufzuspielen. Den sollte man denn auch unbedingt laden, denn das Gameplay kann einen wirklich verzweifeln lassen.
“Mausbewegung in die Sprachausgabe = Totalabsturz“ kommt z. B. ständig vor. Nachdem ich meine Kabellose gegen eine alte Microsoft Standard Maus austauschte allerdings in 7 Durchgängen “nur“ noch 3 mal.
Spielstände können öfters mal nicht geladen werden. Da das dann oft auch für alle anderen Spielstände in diesem Sektor gilt sollte man sich unbedingt immer mindestens einen älteren aus einem anderen Sektor aufbewahren.
Die LAW ist – obwohl nun Raketen dafür vorhanden – nicht nachladbar. Wegen der hohen Panzerdichte in Meduna sollte man daher jede gefundene LAW und Mörsergranate für die Einnahme dieser Stadt aufbewahren und nicht sinnlos verballern. Sonst darf man nämlich mit Sprengstoff arbeiten, was einen lebensmüden Nacht- oder Schleichexperten erfordert.
Einige Gewehre haben integrierte Zielvorrichtungen. Leider erkennt das Spiel dafür aber offensichtlich keinen Bonus an.
Ansonsten die “üblichen“ ärgerlichen Iggeligkeiten, über die man – je nach Einstellung - wohlwollend hinwegsehen kann, aber nicht muss.
Fazit:
Obwohl eine dermaßen Bugverseuchte Lokalisierung eine Unverschämtheit ist, habe ich – weil Wildfire eine wirkliche Herausforderung für die alten Hasen darstellt – 5 Sterne vergeben.
Wer sich den Bugfix nicht ziehen kann oder will sollte die Hände vom Spiel lassen – es sei denn er ist so geduldig wie ich
Zunächst fällt die überarbeitete Grafik positiv auf, durch 1.024 x 768 ist der Bildausschnitt größer geworden und das ganze sieht einfach besser aus. Die Grafik ist sicher nicht der letzte Schrei, aber die Spieler von JA legen sowieso mehr Wert auf Inhalte und Charaktere. Eben die von Shaun Lyng geschaffenen Charaktere der Söldner sind das Salz in der Suppe dieser Mischung aus Strategie und Rollenspiel. Ihre Kommentare zum Ablauf, zu anderen Söldnern und zu sich selbst sind immer noch unerreicht. Kein anderes Spiel hat es aus meiner Sicht geschafft eine solche starke Bindung zwischen dem Spieler am PC und seinen Pixel-Protagonisten entstehen zu lassen. Die Damen und Herren des Söldner-Gewerbes wachsen einem ans Herz und es wäre ein Unding einen zurück oder sogar sterben zu lassen.
Bei diesem Stichwort komme ich unweigerlich zum Schwierigkeitsgrad von Wild Fire, eben dieser ist hoch und es ist ratsam auf der leichtesten Stufe zu beginnen. Noch nie habe ich die Einnahme der ersten Raketenabwehranlage östlich von Drassen als so schwer empfunden wie bei Wild Fire. Es ist mehr taktieren gefragt als dass das früher der Fall war, aber es funktioniert. Bestimmte Abläufe wie z. B. Erträge aus den Minen zu schöpfen gelang mir erst nachdem der "eigene" Charakter mit den Minenleitern gesprochen hatte, auch die Lebensmittel für die Rebellen wollte der Pfarrer erst besorgen als Ira mit ihm gesprochen hatte. Das sind kleine aber feine Änderungen von Abläufen, die ich anders in Erinnerung hatte.
Sie werden die Übersichtskarte zum Reisen und Taktieren verändert finden, auch Gebiete haben sich geändert, sehr zum Vorteil, da Neues und Abwechslung geboten wird. So ist auch die Vorgehensweise anders als es zumindest bei mir früher der Fall war. Zunächst einmal muss man den Hafen befreien und sich dann erst an die Minen machen. Sie sehen, die russischen Macher haben sich einiges einfallen lassen, um aus dem wunderbaren, aber alten JA, etwas neues zu gestalten.
JA Wild Fire hat nichts von der Faszination dieses einmaligen Genre-Mixes verloren und das Spielen macht immer wieder einen Riesespaß. Warum dann nur 4 Sterne ? Ich ziehe einen Stern ab, da Wild Fire nicht Bugfrei ist. Immer wieder stürzt das Spiel zwischendurch ab oder weißt einen anderen Fehler auf. Im Großen und Ganzen kann man JA Wild Fire spielen, es ist nicht unspielbar, wahrlich nicht, aber die Bugs nerven und gehören dringend beseitigt, dann füge ich den fehlenden Stern sofort hinzu. Hatten Sie Spaß an JA, dann zögern Sie nicht und stürzen sich auf Wild Fire.
Allerdings muss man sich im Klaren sein, dass hier versucht wird, aus einem sechs Jahre alten Spiel Geld zu schlagen. Die Graphik ist indiskutabel, von der angekündigten Drogenmafia ist absolut nicht zu sehen. Ich habe das Spiel durchgespielt und wurde nicht einmal auch nur mit einem Wort mit DRogen konfrontiert. Außerdem hatte die US-Version ein Bug-Aufkommen, dass man das Spiel manchmal am liebsten in die Ecke gepfeffert hat . Auf Abstürze und kaputte Spielstände musste man sich ziemlich oft einstellen.
Wenn diese Bugs nun gefixt worden sind, erwartet uns eine sehr gute Neuauflage eines echten Klassikers. Die Maps sind schön neu designt worden, die Gegner sind zwar nicht wirklich schlauer aber zumindest zahlreicher geworden, wer JA2 durchgespielt hat, dürfte auch hier keine Probleme haben. Die neuen Söldner versprechen neue Motivation, die veränderten Waffen sind auch nett.
Wenn man bereit ist, den (moderaten) Preis für ein so altes Spiel zu bezahlen, kann man sich auf viele Stunden Spielspaß freuen. JAgged Alliance muss man mindestens einmal gespielt haben, es wird einen nicht mehr loslassen.
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