Da David Osborn doch schon ein etwas älterer Schriftsteller ist, der wohl auch den wenigsten ein Begriff sein wird, denen sei gesagt, Osborne hätte auch der geistige Vater Jack Ketchums sein können.
Wer keine Angst davor hat, in Romanen von extremer Gewalt und dem sexuellem Missbrauch zu lesen, der sollte sich *Jagdzeit* (im Original *Open Season*) von David Osborn nicht entgehen lassen. Allen anderen sei gesagt - Finger weg.
Die Story ist zwar nicht unbedingt schwer zu durchschauen, aber das bremst den Lesespaß nicht im geringsten, denn es muss nicht immer erst auf den letzten Seiten das große *aha* kommen. *Jagdzeit* überzeugt in erster Linie mit der Tatsache, wie abartig Menschen sein können und zu was sie fähig sind, denn jeder Mensch hat das Potential in sich, einen Hang zur Gewalt zu entwickeln und diesen dann auch auszuleben, wenn der passende Auslöser gegeben ist. Der soziale Status spielt hierbei nicht die geringste Rolle, denn wie in diesem Fall, sind Osborns drei Protagonisten aus einem gut bürgerlichen Umfeld und lieben einfach nur den kranken Kick, Menschen zu erniedrigen, sie zu missbrauchen und schlußendlich zu jagen. Er verzichtet auf das *um den heißen Brei herum reden*, und lässt die Gewalt auf den 268 Seiten einfach explodieren, verschönigt und verharmlost nicht das Geringste. Er führt dem Leser klar vor Augen, dass die Menschen nicht immer das sind, was sie nach aussen hin zeigen, oder einem vorgaukeln und impft ihm ein, nicht allzu blind durch die Welt zu laufen.
Die Kombination aus *dem Leser die Augen öffnen* und die unglaubliche Spannung, die zusätzlich durch die Wahl des Schauplatzes noch verstärkt wird, macht diesen Roman zu einem echten Highlight.
Zur Strory: Was sich die drei Studenten (Greg Anderson, Art Wallace & Ken Frazer) vor vielen Jahren auf dem College leisteten, sollte kein Einzelfall bleiben. Sie missbrauchten die Studentin Alice aufs brutalste und kamen mit der Nummer durch. Natürlich bestritten sie alles und es stand Aussage gegen Aussage. Unglücklicherweise schenkte man den drei Männern mehr Glauben, die schon damals, aufgrund ihrer Begabungen einen höheren Status in der Gemeinde inne hatten.
Die Zeit verging, die Männer wurden erwachsen, gründeten Familien und waren alle erfolgreich in ihren Jobs. Auch die Freundschaft unter den drei Männer hielt bestand, und sie veranstalten jedes Jahr einen Jagdausflug in die Sümpfe und Wälder von Michigan. Was aber niemand weiß ist, dass diese Jagdausflüge keine *normalen* sind, nicht der *typisch amerikanische Große-Jungs-Spaß* ist und sie nicht nur ausschließlich Jagd auf Tiere machen.
Nur einer, der hinter dem Geheimnis dieser drei kranken und extrem perversen Männer auf die Schliche kommt, macht es sich zur Obsession, diese Männer zur Rechenschaft zu ziehen und sie zu bestrafen. Schon bald ist die Jagd eröffnet, und das obwohl man sagt, man sollte niemals gleiches mit gleichem vergelten'