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Das Jagdgewehr (suhrkamp taschenbuch)
 
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Das Jagdgewehr (suhrkamp taschenbuch) [Taschenbuch]

Yasushi Inoue , Oscar Benl
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 112 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 8 (26. Oktober 1998)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518394096
  • ISBN-13: 978-3518394090
  • Originaltitel: Ryoju
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 10,8 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (18 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 110.801 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Yasushi Inoue
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Produktbeschreibungen

Perlentaucher.de

Pressenotiz zu : Neue Zürcher Zeitung, 08.07.2000
In einer umfangreichen Sammelrezension bespricht Ludker Lütkehaus sieben Bücher des japanischen Schriftstellers Yasushi Inoue. Die Rezension enthält eine Reihe von Informationen zur Biografie des Autors. Dessen Stärke, fasst Lütkehaus zusammen, liege, anders als bei den japanischen Nobelpreisträgern Yasunari Kawabata und Kenzaburo Oe, nicht in ästhetischer Innovation, sondern in einer "den Abgründen abgewonnenen Humanität."
1) "Das Jagdgewehr"
Nach der Einleitung durch ein Prosagedicht, dessen Meister Inoue gewesen sei, entfaltet sich die Erzählung, so Lütkehaus, polyperspektivisch. Die tragische Ehebruchsgeschichte findet ihren Höhepunkt in der titelgebenden Szene: die Gattin sieht im Spiegel, wie ihr Mann das Jagdgewehr auf sie anlegt. Inoue schildere eine Welt der Kälte und der Einsamkeit, die Isolation erscheine "unwiderruflich."
2) "Der Stierkampf"
Dies ist (nebend "Schwarze Flut") der gesellschaftskritischste Roman Inoues, meint Lüdtkehaus. In der spannenden Schilderung eines scheiternden Stierkampf-Events porträtiere der Autor die japanische Nachkriegsgesellschaft. Bestimmend sei hier, wie in seinen anderen Werken, das "Grundgefühl von Kälte und Einsamkeit".
3) "Die Eiswand"
Das Reißen des Seils auf einer Bergtour zweier Freunde führt zum Tod des einen. Auf die Frage nach dem Grund des Unfalls öffnen sich, so der Rezensent, "psycho-kriminologische" Abgründe, Verdacht steht gegen Vertrauen. Das Seil wird zum Symbol des Verbindenden zwischen den Menschen, die Wissenschaft kann nichts klären, am Ende bleibt nur das Vertrauen, umreißt Lüdtkehaus das Thema. In diesem Roman habe Inoue seinen humanstem Charakter geschaffen: die bärbeißige Figur des Tokiwa sei unvergesslich. Dennoch endet der Roman in der Katastrophe, der einzige Gewinn: der Tod ist "kein dissonanter mehr".
4) "Reise nach Samarkand"
Auffallendes Merkmal von Inoues Reiseberichten sei die akribische Recherche. Dennoch sind es die Details der Stimmungs- und Landschaftsbeobachtung, nicht der geschichtlichen Fakten, die die "Reise nach Samarkand" so lesenswert machen, findet der Rezensent. Das bestimmende Gefühl sei das der Überzeitlichkeit, des "Verwehens" der Zeit, das in den "riesigen Räumen Asiens" seinen symbolischen Ort finde.
5) "Der Sturm"
Dies, so Lütkehaus, ist Inoues "Odyssee". Ein historischer Roman aus dem 18. Jahrhundert, die Geschichte eines Handelsschiffes und seiner Besatzung auf der Reise von den Aleuten über Sibirien und zurück nach Japan.
6) "Die Höhlen von Dun-Huang"
Lütkehaus hält diesen für den bedeutendsten historischen Roman Inoues. Die Hauptfigur, Xing-De, sei eine Art Parzivalfigur im China der Anfänge des 2. Jahrtausends. Fasziniert ist der Rezensent von der Inszenierung der Kämpfe zwischen den Heeren, besonders aber von der vielschichtigen Schilderung der Individuen, deren Leidenschaften, Lieben und auch ihr Witz bewegten. Es folgt, wie mehrmals in der Rezension, ein längeres Zitat aus dem besprochenen Werk.
7) "Meine Mutter"
Unter diesem Titel sind drei große Alterserzählungen Inoues zusammengefasst, die der Rezensent für die bedeutendste Leistung des Autors hält. In mehreren Ansätzen werden geistige Regression und Sterben einer alten Frau geschildert, die als Mutter Inoues identifizierbar ist. Hier kulminiere das Grundthema des Autors vom "Trauma einer unüberwindlichen Fremdheit zwischen den Menschen". Einen so irritierenden wie faszinierenden Effekt haben, so Lütkehaus, die Wiederholungen in den drei Erzählungen, die beinahe den Eindruck von Amnesie auch beim Erzähler erweckten und auf raffinierte Weise den Leser verunsicherten.

© Perlentaucher Medien GmbH

Kurzbeschreibung

Mit einem Jagdgewehr "auf dem wunderlich einsam wirkenden Rücken des Jägers", der seinen Weg durchs Gebirge zieht, fängt alles an. Fasziniert von diesem Bild, schreibt ein Dichter das Gedicht "Das Jagdgewehr". Der einsame Jäger liest das Gedicht in seiner "Jägerzeitung" erkennt sich selbst in den Zeilen wieder und schreibt dem Dichter, genauer: Er schickt ihm die Abschiedsbriefe dreier Frauen, die sein Leben bestimmten: seiner Frau, seiner Geliebten und deren Tochter. Aus drei Perspektiven erzählen diese Briefe die Geschichte seines Lebens, die Geschichte einer verbotenen Liebe, die in Wirklichkeit eine Geschichte der Einsamkeit ist. Und sie erklären, weshalb der Mann mit dem Jagdgewehr so still und einsam seinen Weg geht.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Liebe Leben Tod 16. Mai 2007
Format:Gebundene Ausgabe
Das Buch hat mich inhaltlich sehr berührt und ich kann es jedem empfehlen, der sich nicht gerne mit einfachen Parolen über das Leben zufrieden gibt und dem Gedanken über die Vielschichtigkeit in "Liebe Leben Tod" nicht fremd sind. Auch formal betrachtet nötigt es einem Respekt ab. Die Rahmengeschichte macht schon einen Umweg über den Dichter und sein Poem, und wirkt zunächst eher wie die ruhige Rückschau eines alt gewordenen Mannes, der nach dem wirtschaftlichen Erfolg sein Leben mit einsamen Gedanken auf der Jagd verbringt. Die Geschichte des Mannes wird dann in drei Briefen vor dem Leser ausgebreitet: Die Tochter seiner Geliebten, seine Frau und die Mätresse selbst. Was Yasushi Inoue hier zustande bringt, finde ich ganz einfach genial, denn die kollektive Gesellschaft Japans und die Etikette verbieten es, dass dieses Thema in der direkten Konfrontation ausgebreitet wird, schon gar nicht 1949, als das Buch veröffentlicht wurde. Die Briefe sind ein veritabler Kunstgriff, um diesen Spagat zu schaffen. Man sieht in die Emotionen der drei Frauen hinein, wie wenn sie dir am Küchentisch gegenüber sitzen und ihre Geschichte erzählen würden. Toll! Diese Briefe kehren alles was man über derartige Konstellationen im Leben so gemeinhin denkt, auf den Kopf. Ungeheuer spannende Lektüre, über die ich nicht mehr verraten möchte, nur soviel: Dieser strahlende Mann, der auf ein erfolgreiches Leben zurück blicken kann, ist am Ende seelisch bar und bloss und wirklich einsam, mit den Mitteln der Sprache demontiert. Grosse Literatur!
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von M.M.
Format:Gebundene Ausgabe
"Das Jagdgewehr", eine kurze aber süße Kostbarkeit Inoue Yasunaris, ist das Buch (mit solch irreführenden Titel) das mich von diesem Autor am tiefsten zu Bewegen vermochte. Nach meiner Überzeugung ein Muss in jeder gut geordneten Japan Sektion heimischer Bücherregale. Eine melancholische Liebesgeschichte, erzählt in drei Briefen, aus drei verschiedenen Blickwinkeln. Eine junge Frau findet nach dem Tod der Mutter das Tagebuch, indem eine Jahrzehnte währende Affäre beschrieben wird. Ein Schock für die Tochter die ein idealisiertes Bild der Mutter entwickelt hatte. Nach der Trennung vom Vater war sie für die Tochter stets eine Heilige, keusch lebenden Nonne. Sie ahnte nichts von der Liebesbeziehung die schon während der Ehe mit dem Vater begann, immer im Schatten verborgen, auch nach der Ehe. Denn der Liebhaber war ebenfalls verheiratet und wagte es nicht die emotional schwache Frau zu verlassen. Ein Grundmotiv das dem in "Bittersüße Schokolade" ähnelt, ohne dabei dessen sinnliche Lebensfreude zu vermitteln (auch formal und stilistisch ganz anders verarbeitet). Die Tragik der unerfüllbaren, da durch eigene (und gesellschaftliche) emotionale und moralische Schranken geächteten Liebe, hinterlässt eine wohlige Trauer, und der Leser bedauert das diese schmerzhaft zarte Köstlichkeit schon so schnell zuende ist.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von A. Wolf
Format:Gebundene Ausgabe
Yasushi Inoue (06.05.1907 - 20.01.1991) hat seinen Platz im Olymp der großen japanischen Autoren sicher. Auch wenn er den Nobelpreis nie gewonnen hat, ist es weit mehr als nur legitim, ihn in einer Reihe mit Kenzaburo Oé und Yasunari Kawabata zu nennen. 1950 entstand die Erzählung "Das Jagdgewehr", welche wohl sein populärstes Werk ist.

"Das Jagdgewehr" ist trotz der Knappheit eine ausgesprochen vielschichtige Erzählung. Sie beginnt mit der Rede eines Erzählers. Dieser ist Dichter und hat ein Prosagedicht in einer Fachzeitschrift für Jäger publiziert. Sprachlich sieht dies dann etwa so aus:

"Seit diesem Tag,

auf Großstadt-Bahnhöfen und spät in der

Nacht in Amüsierlokalen,

überfällt mich unversehens

ach, der Wunsch, wie dieser Jäger dahin-

zugehen,

gemächlich, ruhig und kalt.

In solchen Augenblicken sehe ich immer,

was hinter dem Jäger sich breitet:

nicht etwa die frühwinterliche Landschaft

des Amagi-Bergs,

sondern ein verödetes, weißes Flußbett. (...)"

Wenig begeistert über das Resultat eines poetischen schwermütigen Textes in einem Jägerblatt - und sich dem süßen Vergessen auch schon zugewendet - erhält der Erzähler zwei Monate nach dem Erscheinen urplötzlich einen Brief. Der Verfasser, ein gewisser Josuke Misugi, glaubt in dem Gedicht sich und sein Leben wie in einem Spiegel zu erkennen.

Dem Dichter, der sich über seine Inspirationsquelle nicht mehr ganz im Klaren ist - wohl aber darüber, dass er Misugi gewiss nicht kannte - legt der sonderbare Fremde auch gleich drei persönliche Briefe bei.

Diese drei Briefe dreier verschiedener Personen bilden nun den Kern des Geschehens. Über diese Multiperspektive darf sich allerdings nicht nur der Erzähltheoretiker freuen. Inoue gelingt es, drei verschiedene, anders klingende Stimmen, harmonisch, leise und dennoch nachdrücklich zu verbinden. Im Spiegel dieser drei Briefe zeigt sich Liebe in ihren traurigen Facetten: Ehebruch, emotionale Kälte - oder einfach, dieses Bild ist noch weit treffender, ein leeres Flussbett.

Inoue operiert mit großen Bildern. Etwa die Ehefrau, die im Spiegel sieht, wie ihr Mann das Jagdgewehr auf sie anlegt. Aber auch die Handlung an sich ist von einer sehr gelungenen Dramatik durchzogen. Am Ende steht sie da, kühl, schwer und unumkehrbar: Die Realität eines einzigen Mannes. "Das Jagdgewehr" ist ein Klassiker. Und wer am Ende des Lesens zu wissen glaubt, warum das so ist, der wird sicher etwas aus dieser feinen Erzählung mitgenommen haben. Und das ist, neben dem Trost, den sie zu spenden vermag, doch immer wieder das schönste Kompliment, das man Literatur machen kann.
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Veröffentlicht am 6. Dezember 2009 von Florian Neustadt
Der emotionale Vollwaschgang auf 98 Seiten
Über Inoues "Das Jagdgewehr" wurde hier viel Gutes geschrieben und vieles davon zu Recht:

Drei Briefe von drei Frauen über das Leben eines Mannes erzählen... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 16. Mai 2009 von FG
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Ein Mann liest in einer Jägerzeitschrift ein Gedicht, findet sich in der Hauptperson wieder und nimmt Kontakt mit dem Verfasser dieser Zeilen auf. Lesen Sie weiter...
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Veröffentlicht am 27. Dezember 2006 von Daniel Düsentrieb
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