Vorweg, ich mag Rebecca Gable wegen ihrer großartigen, gut recherchierten historischen Romane.
Der Roman Jagdfieber ist im Großen und Ganzen ein spannender Krimi, der jedoch insgesamt erheblich überzeichnet. Mag es in den historischen Romanen ja noch angehen, daß sich die handelnden Personen häufiger in die Arme sinken, die Liebschaft mit Goldstein war für meine Begriffe zu konstruiert, auch verwunderten mich ihre verblüffenden Schießkünste. Die häufigen Gewaltszenen im Umfeld einer Dorfsparkasse, sowie die Untersuchungshaft für unseren Hauptdarsteller fand ich unglaubwürdig. Die bis zu diesem Zeitpunkt angehäuften Straftaten hätten schon genug Widerhall in den Medien gefunden, um den Verlauf der Handlung zu beeinflussen. Das Hauptthema unseres Romans ist die Korruption, ich weiß, daß es sie in Deutschland gibt, aber ob die Drahtzieher einen Mordauftrag veranlassen, ich zweifle daran. Viel eher werden die Fakten diskret vertuscht. Ich glaube, die Autorin wäre besser beraten, sich an ihren historischen Stoff zu halten. Die Darstellung gegenwärtiger Figuren würde ich nur dann noch wagen, wenn ich eine Story hätte, die aus dem Tagesgeschehen, z.B. aus der Presse oder den Polizeiakten, nachvollziehbar wäre, einschließlich sich in dieser Realität ergebenden erotischen Verstrickungen. Der Zigarettenkonsum unserer Helden ist auch nicht relvant. Abschließend: die „historische“ R. Gable gefällt mir besser.