Zugegeben, der Roman ist schon etwas älter. Aber gerade in einer Zeit der Konservenbüchsen eines Dan Brown, die derzeit auf den Markt gekippt werden, bietet es all denen Befriedigung, die mehr als Abziehbilder an Figuren suchen. Die ein Buch wegen seiner Sprache würdigen möchten und Reverte vielleicht noch zu entdecken haben.
Aktuell ist der Plot allemal. Ein Hacker, genannt Matutin, hinterlässt eine Mail im geheimen, persönlichen Mailpostfach des Papstes. Und da ist eine Kirche, die "tötet, um sich zu verteidigen". In einem Sevilla, das der Leser schmeckt und riecht (oh dieser Jasminduft!), dessen Altstadt er auch nach zig Büchern nie mehr vergessen wird.
Wie es sich im Thriller gehört gibt es einen päpstlichen Geheimdienst und dessen Ermittler Quart wird in Spanien mit allen möglichen geheimnisvollen Todesfällen konfrontiert, aber auch mit der verführerischen Macarena. Quart verstrickt sich nicht nur in Zweifel, sondern in einen schier unglaublichen Fall, der einen bis zum letzten Moment zwar den Atem nimmt, aber immer genug Atem lässt, um Sprache und Umfeld der Geschichte zu genießen.
Ich mag Reverte, aber ich mag nicht alle seine Bücher. Mit dem "Club Dumas" ist "Jagd auf Matutin" eines seiner besten. Niveauvoll, bildreich, lebendig und vor allem hintergründig.